Bedeutet Resilienz resistent sein?

Barbara Perras

 

Auf die in der Überschrift gestellte Frage von den Teilnehmer/innen einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Resilienz und Bildung" fand ich nicht spontan eine Antwort.

Resistenz beschreibt laut deutschem Wörterbuch den Schutz von Organismen gegenüber Giften und Infektionen, Widerstandsfähigkeit von Kleinstlebewesen gegen Antibiotika, Abwehrverhalten, Widerstand und Standhaftigkeit. So verstehe ich Resistenz als etwas endgültig Erworbenes oder als eine Abwehrhaltung, relativ starr und gegen etwas gerichtet.

Resilienz dagegen bedeutet "Bewältigungskompetenz" einer Person oder eines Kindes als eine Entwicklung der psychischen Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken, wie

"1. die positive, gesunde Entwicklung trotz hohem Risikostatus, z.B. chronische Armut, elterliche Psychopathologie, sehr junge Elternschaft (gemeint sind auch so genannte Multiproblemmilieus),
2. die beständige Kompetenz unter extremen Stressbedingungen, z.B. elterlicher Trennung und Scheidung, Wiederheirat eines Elternteils,
3. die positive bzw. schnelle Erholung von traumatischen Erlebnissen wie Tod eines Elternteils, Gewalterfahrungen, Naturkatastrophen oder Kriegs- und Terrorerlebnisse (Bender/ Lösel 1998; Werner 2000).

Resilienz bezieht sich damit nicht nur auf die Abwesenheit von psychischen Störungen, sondern auch auf den Erwerb und Erhalt altersangemessener Fähigkeiten und Kompetenzen der normalen kindlichen Entwicklung trotz risikoreicher Lebensumstände (Masten/ Coatsworth 1998; Rutter 2000)" (http://www.ifp-bayern.de/cmain/a_Bildungsplan_Materialien/s_140).

Wie kann Bildung Resilienz fördern?

"Über mathematische Inhalte und Gesetzmäßigkeiten können Kinder die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit machen. Diese Erfahrung von Stabilität ist gerade für sozial benachteiligte Kinder wichtig für die eigene psychische Stabilisierung" (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen/ Staatsinstitut für Frühpädagogik München 2003, S. 168).

"Ein Erleben der Welt mit allen Sinnen, die Erfahrung der eigenen Fähigkeiten kann im Kern gegen Suchtgefahren wappnen - und kann fehlende Geborgenheit zum Teil ersetzen. Nicht vollständig, aber Zutrauen in die Welt können Kinder auf vielerlei Weise erwerben" (Hurrelmann/ Unverzagt 2000, S. 123).

"Durch Körpererfahrungen und Bewegungshandlungen erhalten Kinder Rückmeldungen über das, was sie können. Sie erleben Erfolg und Misserfolg und erkennen, was sie selbst dazu beigetragen haben. Sie erleben aber auch, was andere ihnen zutrauen und wie sie von ihrer sozialen Umwelt eingeschätzt werden" (Zimmer 1999, S. 52).

Diese drei Aussagen aus verschiedenen Blickwinkeln fassen grob zusammen, was die Bildungsarbeit in Kindertagesstätten in Hinblick auf Resilienz erreichen kann, wenn sie auf folgenden Grundpfeilern aufbaut:

  • Aktivität, Bewegung, Eigenantrieb, Neugier,
  • Körper- und Sinneswahrnehmungen,
  • Selbstwirksamkeit und Rückmeldung durch andere, sich erfüllende Prophezeiung,
  • Selbstwertgefühl, Selbstbild und Selbstkonzept,
  • Körperschema, Gleichgewicht, Umgang mit Ängsten, Wiederholen,
  • Selbständigkeit, Unabhängigkeit, Lernmethodische Kompetenz,
  • Glaube, Hoffnung,
  • Fantasie, Kreativität,
  • Distanz, Humor, Einsicht, Reflexion,
  • Entschlossenheit, Kraft, Mut, Aufrichtigkeit,
  • Verantwortungsbewusstsein und Partizipation.

In der Kindertagesstätte bedeutet aktiv sein zunächst einmal zu handeln, sich zu bewegen, aus eigenem Antrieb tätig und neugierig zu sein. Anregungen von anderen werden geprüft und dann zu eigenen Anteilen gemacht; eine vorbereitete Umgebung wird mit und ohne Anleitung genutzt. Gemachte Erfahrungen werden immer und immer wieder wiederholt und damit auf ihren Zuverlässigkeitscharakter und ihre Aussagekraft geprüft. Natürliche Bedürfnisse werden über Körper- und Sinneswahrnehmungen befriedigt. Dabei spielen zunächst die körpernahen Basis- oder Eigensinne wie taktile Wahrnehmung, Gleichgewicht und Propriozeption eine größere Rolle für eine gesunde Entwicklung und physikalische Erfahrungen (Schwerkraft, Elastizität...) als körperferne Sinneswahrnehmung über Augen und Ohren.

Ein Kind wird sich seiner eigenen Wirksamkeit bewusst, wenn es sich selbst, andere und Dinge bewegen kann. Dabei bezieht sich die Bewegung erst auf sichtbare und spürbare Veränderungen wie Raumlage, Anmalen, aber auch Zerreißen oder Kleben, später auch auf innere Bewegungen wie Auffordern und Mut Machen, Trost Spenden und Beeinflussen. Die Rückmeldungen durch andere zeigen dem Kind, wie andere es erleben; es kann seine Eigenwahrnehmung mit denen anderer vergleichen und für sich selbst zu einem stimmigen Bild abrunden. Das Bild des Kindes von sich selbst und die Rückmeldung durch andere können unter Umständen sehr differieren.

Auf die Erwartungen anderer reagiert es in der Regel, so dass es ihnen gerecht werden kann. Dies gilt jedoch auch für negative Einstellungen wie "Das kannst Du ohnehin nicht". Mit dieser Aussage rauben wir dem Kind jede Aussicht auf Erfolg. Es wird auch dieser Erwartungshaltung entsprechen und erfüllt die Prophezeiung. Bereits der Ausruf "Pass auf" oder "Halt Dich fest" können ein Kind derart verunsichern, dass es mehr der Einschätzung durch andere als dem eigenen Können traut, und tatsächlich verunglückt.

Das Selbstwertgefühl meint die Zufriedenheit mit den unter Selbstbild wahrgenommenen Merkmalen der Persönlichkeit und der unter Selbstkonzept gewonnenen Erkenntnisse und Bewertungen. Das Selbstkonzept bezieht sich eher auf kognitive Aspekte und das Selbstwertgefühl eher auf emotionale. Dazu kommt eine motivationale Komponente: die Überzeugung, auf die Situationen Einfluss nehmen zu können. Sie wirkt sich auf das aktuelle und zukünftige Handeln aus und hat aktivierende Auswirkungen. "Je höher ich meine Fähigkeiten einschätze, umso stärker ist auch meine Überzeugung, eine Situation selbst unter Kontrolle zu haben und sie so gegebenenfalls verändern zu können" (Zimmer 1999, S. 55 f.).

Selbstkonzepte werden generalisiert und führen zu einer allgemeinen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, obwohl sie in Einzelsituationen und Teilbereichen entstanden sind. Damit Erfahrungen Einfluss auf die Entwicklung des Selbstkonzeptes haben, müssen sie als subjektiv bedeutsam empfunden werden und ohne Hilfe anderer (Erwachsener) ausgeführt worden sein.

Ein gesundes Selbstwertgefühl wird entwickelt durch

  • die Überzeugung, kompetent zu sein: Ich kann etwas. (*Eigendrehung - Rotation).
  • bedingungslose Liebe: Ich werde geliebt, so wie ich bin. (*Drehung um andere - Revolution).
  • stabile Werte, Urteilsfähigkeit: Das ist richtig, jenes ist falsch. (*Schwerkraft - Beständigkeit).
  • gesunden Realismus: Das sind meine Stärken und Schwächen. (*Fliehkraft - Ablösung, Veränderung).

(* = Querverbindung zu den physikalischen Grundimpulsen nach Lensing-Conrady im nachfolgenden Text.)

Das Körperschema - "im eigenen Körper zu Hause sein" - gibt dem Kind Sicherheit. Es weiß, wo innen und außen ist, und kann sich abgrenzen. Körper- und Sinneserfahrungen helfen dem Gehirn, den so genannten Homunkulus (Repräsentation eines kleinen Menschen mit überdimensionalen Lippen, Händen, Fingern und Füßen) auszubilden: Die verschiedenen Wahrnehmungen werden integriert, im Gehirn verglichen, zugeordnet und verknüpft. Sie bilden die erste Raumlageordnung für die Kinder: Die Füße sind normalerweise unten, der Kopf oben, die Arme seitlich. Kinder mit grundlegenden Bewegungserfahrungen übertragen die gewonnenen Erkenntnisse bald auf andere Menschen und auch auf Tiere und können sich selbst auf einem Blatt darstellen. Ein Kind malt das, was es sieht und spürt; erst später malt es, was es weiß. Fehlen auf einem Selbstbildnis z.B. die Finger, hilft ihm der Hinweis eines Erwachsenen in der Regel nur für dieses eine Bild. Unterstützt er jedoch die Wahrnehmung der Finger durch Fingerspiele, Abzählen der Finger, Anziehen von Finger- und Einmalhandschuhen, so integriert das Kind dieses Wissen und wird sich künftig mit zwei Händen und je fünf Fingern malen.

Die Natur strebt nach Gleichgewicht, und dieser Regel folgt auch der Mensch. Nicht nur mit dem Aufrichten gegen die Schwerkraft beim Laufen lernen macht das Kind intensive und umfassende Gleichgewichtserfahrungen. Kindern bereitet es große Freude, immer und immer wieder mit der Schwerkraft zu experimentieren: Balancieren, Schaukeln - aber auch schon früher, wenn es aus dem Hochstuhl Gegenstände auf den Boden wirft und erlebt, dass die Schwerkraft ausdauernder ist als die Mutter, welche die Dinge wieder aufheben muss.

Manche Schaukelerfahrungen können auf andere Situationen und Materialien übertragen werden, andere nicht. Das Kind lernt spielerisch vergleichen und erlebt Naturwissenschaft als beständig und doch variabel.

Nach Rudolf Lensing-Conrady, einem Motologen aus Bonn, bewegt sich der Mensch zwischen vier mächtigen physikalischen Grundimpulsen (Lensing-Conrady in Pütz u.a. 1998, S. 203 ff.):

  1. der Drehung um sich selbst - entspricht der Eigendrehung der Erde um die eigene Achse,
  2. der Drehung um andere - entspricht der Drehung der Erde um die Sonne,
  3. der Schwerkraft als Angst vor Veränderung und
  4. der Fliehkraft als Angst vor Endgültigkeit und Starrheit.

Wir erleben diese vier Pole nicht nur außerhalb unseres Körpers als Eigendrehung der Erde mit gleichzeitiger Drehung um die Sonne und als Schwerkraft und Fliehkraft, sondern auch als vier Seiten einer Nachricht ("hören mit vier Ohren" - Schulz von Thun 1981):

  1. Konkurrenz und Selbstoffenbarung - ich teile etwas von mir mit.
  2. Solidarität und Beziehung - wie stehe ich zu dir?
  3. Sachinhalt - möglichst objektive Informationen.
  4. Appell - ich erwarte von dir...!

Gleich einer Wippe auf dem Kinderspielplatz, wo ein schweres Kind nach innen und ein leichtes nach außen rutschen muss, um im Gleichgewicht schaukeln zu können, muss der Mensch zwischen Eigendrehung und Drehung um andere, zwischen Beständigkeit und Veränderung eine Balance für sich selbst finden. Kinder erfahren dies zunächst über Bewegung - wie alles Lernen, da unsere Denkbahnen auf den phylogenetisch älteren Bewegungsneuronen aufbauen.

Die physikalischen Grundimpulse entsprechen aber auch im emotionalen Bereich den vier Grundformen der Angst (nach Fritz Riemann):

  1. der Angst vor Selbsthingabe - als Ich-Verlust und Abhängigkeit erlebt (schizoid),
  2. der Angst vor Selbstwerdung - als Ungeborgenheit und Isolierung erlebt (depressiv),
  3. der Angst vor der Wandlung - als Vergänglichkeit und Unsicherheit erlebt (zwanghaft),
  4. der Angst vor der Notwendigkeit - als Endgültigkeit und Unfreiheit erlebt (hysterisch).

Es ist deshalb wichtig, alle Förderbereiche nicht nur im Hinblick auf Resilienz und Bildungsfähigkeit ganzheitlich zu sehen und die Ganzheitlichkeit zu fördern. Schaukeln bedeutet immer Körper- und Sinneswahrnehmung, Bewegung, Physik und Mathematik und nicht zuletzt emotionale Entwicklung gleichzeitig.

Erwachsenen fällt es schwerer als Kindern, mit Ängsten zu jonglieren, mit realen und irrealen. Weder ihnen noch den Kindern ist der Zusammenhang mit physikalischen Erlebnissen bewusst. Kinder folgen ihrem inneren Bauplan und der menschlichen Entwicklungsgeschichte, während Erwachsene alles "verkopft" zu verarbeiten suchen. Deshalb genügt es für eine sichtbare Weiterentwicklung nicht, mal hier oder da die eigene Angst zu überwinden, sondern Erwachsenen und Kinder müssen regelmäßig und systematisch mit Ängsten umgehen und "mit ihnen spielen". Kinder tun dies aus eigenem Antrieb tagtäglich; sie verfolgen konsequent ihre eigenen Ziele und ihre Bedürfnisbefriedigung, wenn sie dabei nicht ständig unterbrochen und gestört werden. Werden sie stärker aus ihrer Eigentätigkeit und ihrer Engagiertheit gerissen, finden sie alleine nicht mehr hinein. Häufig genügt die Anregung durch Spielpartner, um wieder zu Eigenaktivität zurückzufinden; in schwierigeren Fällen brauchen die Kinder Anleitung durch Erwachsene. Darin liegt jedoch die Gefahr: Ängstliche Erwachsene können Kinder nicht dahin zurückführen, wo sie für eine normale Entwicklung neu ansetzen müssen. Deshalb ist jeder Erzieher gefordert, seine Ängste - reale und irreale - kritisch zu reflektieren. Das Bewältigen von Risiken schafft eine positive Ausstrahlung, nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Erzieher, die über die Kinder ihre eigenen Ängste bearbeiten können. Sie müssen sich nur dessen bewusst werden.

Angst lässt sich nicht für immer besiegen; sie verschwindet nur für den Bereich, mit dem wir uns im Augenblick befassen. Sie taucht mit jeder neuen Aufgabe wieder auf, aber je öfter wir Risiken eingehen, desto mehr Selbstvertrauen können wir gewinnen und gelassener werden. Von Mal zu Mal fällt es leichter, Angst zu überwinden, weil wir damit bereits gute Erfahrungen gemacht haben und diese sich auch auf andere Gebiete übertragen lassen.

Ein selbständiges, von äußerer (extrinsischen) Motivation unabhängiges Kind erwirbt auf den beschriebenen Vorerfahrungen lernmethodische Kompetenz. Es hat sich selbst über seinen Körper und über Bewegung erarbeitet, wie Wissen über Wollen, Können und Wiederholen erworben und gefestigt wird. Im günstigsten Fall hat es erlebt, dass es Hilfe holen kann, aber auch, dass es selbst regulieren kann, wie viel Hilfe es annehmen will.

Bewegung ist die erste Sprache - mit zunehmender Sprachentwicklung werden Körper- und Bewegungserlebnisse verbal begleitet und später ganz durch Worte ersetzt. Das Kind kann selbst Erlebtes aber auch Geschichten aus Bilderbüchern nacherzählen. Bis zum Schuleintritt werden Experimente und Sprache sich die Waage halten. Dann beginnt das, was Piaget als konkrete Denkoperationen bezeichnet, sie werden etwa ab dem 7. Lebensjahr abstrakter.

Die ganzheitliche Förderung mit Ethik und Religion bringt den Kindern Glauben und Hoffnung nahe, aber auch Liebe - eine Liebe, welche für sozial benachteiligte Kinder sicher andere Dimensionen haben kann, als sie bisher erlebt haben. Wird ihnen von den Erzieher/innen Sinnhaftigkeit in ihrem täglichen Tun vermittelt, indem sie die Kinder eigenständig arbeiten und lernen lassen und ihre Umwelt nicht in unüberschaubare Einzelteile zerstückeln, haben Kinder die besten Chancen, daraus Glauben und Hoffnung an sich selbst, ihre Umwelt und an einen Schöpfer zu entwickeln. "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" setzt Eigenliebe voraus. Positive Erfahrungen mit Körper- und Selbstbewusstsein, eigenem Können und geliebt werden - nicht zuletzt erlebt in biblischen Geschichten, wo Gott uns nimmt, so wie wir sind - helfen den Kindern, sich auch so zu nehmen, wie sie sind und sich selbst zu lieben, und mit dieser Akzeptanz können sie an ihrer Weiterentwicklung arbeiten.

Kreative Kinder sind grundsätzlich intelligent, während Intelligenz nicht unbedingt Kreativität beinhaltet. Fantasie beflügelt sie, in Traumwelten zu leben. Geschichten wie Huckleberry Finn und Pippi Langstrumpf geben ihre eigenen Gefühle in Worten wieder. Die Fähigkeit, in andere Rollen zu schlüpfen, ermöglicht den Kindern andere Sichtweisen und Standpunkte und somit auch Distanz zu eigenen Problemen und zum eigenen Verhalten. Mit Kurzgeschichten wie "Meine Schwester Klara und ich" werden Alltagsprobleme der Kinder aufgegriffen und humorvoll verpackt. Gleichzeitig führt ihr Ausgang zu Reflexion und Einsicht. Regelmäßiger Einsatz von ansprechender und passender Literatur übt die Auseinandersetzung mit Problemen auf sprachlicher Basis und kann die Verarbeitung eigener Probleme fördern.

Entschlossenheit, Kraft, Mut und Aufrichtigkeit - dargestellt an literarischen Helden und wirklichen Vorbildern - können den Kindern teilweise Ersatz dafür bieten, was sie zu Hause entbehren mussten. Positive Rollenmodelle, bei anderen Menschen erlebtes und selbst entwickeltes Verantwortungsbewusstsein unterstützen die Kinder bei der Suche nach wirklichen Bezugspersonen und bei positiven Peer-Kontakten. Die Beteiligung der Kinder bei Entscheidungsprozessen und deren Vorbereitung (Partizipation) unterstützt nicht nur die Entwicklung lernmethodischer Kompetenzen, sondern vor allem das Gefühl, dem Gegenüber nicht hoffnungslos ausgeliefert zu sein. Bewusstsein und Stärke des eigenen Ichs werden wahrgenommen und angemessen in der Gruppe und im Umgang mit Problemen eingesetzt.

Zusammenfassend und im Hinblick auf Bildung ist Resilienz

  • die Fähigkeit, aktiv zu sein,
  • die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu meistern,
  • die Disziplin, Herausforderungen anzunehmen,
  • der Mut, nein zu sagen,
  • die Fähigkeit, Rückschläge auszuhalten,
  • die Fähigkeit, die Wunden der eigenen Seele zu heilen, und
  • der Wille zu überleben.

Literatur

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen/ Staatsinstitut für Frühpädagogik München (Hrsg.): Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung. Weinheim 2003

Doubek, Katja: Was uns nicht umbringt, macht uns stark. Reinbek bei Hamburg 2003

Hurrelmann, Klaus/ Unverzagt, Gerlinde: Wenn es um Drogen geht. Freiburg im Breisgau 2000

Perras, Barbara: Resilienz praktisch. www.kindergartenpaedagogik.de/1123.html

Perras-Emmer, Barbara: Umgang mit Gleichgewicht und Angst im Erzieheralltag: Von Starrheit und Labilität zur labilen Stabilität. www.kindergartenpaedagogik.de/424.html

Perras-Emmer, Barbara/ Atzinger, Yvonne: Selbstbewusstsein im Kinderalltag als ganzheitliche Basis für Prävention und Möglichkeiten der Förderung im Kindergarten. www.kindergartenpaedagogik.de/426.html

Pütz, Günter u.a. (Hrsg.): An Wunder glauben. Dortmund 1998

Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. Reinbek bei Hamburg 1981

Zimmer, Renate: Handbuch der Psychomotorik. Freiburg im Breisgau 1999

Autorin

Barbara Perras, Erzieherin, Motopädagogin, ist seit 01.01.2006 Leiterin des Evang. Kindergartens Eckenhaid. Email: birkhof-mit7sinnen@t-online.de