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Zitiervorschlag

Rezension

Isabel Pin: Rosie auf dem Baum. Innsbruck, Wien: Tyrolia Verlag 2020, 26 Seiten, EUR 16,95 – direkt bestellen durch Anklicken

Ganzseitige Aquarellbilder bieten Platz für Geschichten aus dem Leben von Rosie. Die Autorin nennt sie eigenwillig; ich hingegen würde sagen, sie sucht ihren eigenen Weg und will ihre eigenen Eroberungen machen.

Rosie und auch die anderen Personen im Buch sind relativ klein gemalt. Der Betrachter muss sich in die Bilder vertiefen, Rosie und alle Details durch genaues Betrachten entdecken. Wenige Textzeilen führen durch die Geschichte. Eigentlich braucht man den Text gar nicht, denn es ist ein Bilderbuch, das ohne Text „lesbar“ ist. Die Handlung wird klar dargestellt, und wenn Kinder noch eigene Überlegungen ergänzen oder Interpretationen finden, dann zeigt das, dass die Bilder alles ausdrücken, was die Betrachter herausfinden sollen. Das philosophische Denken der Kinder wird herausgefordert und unterstützt.

Rosie klettert auf den Baum. Warum wohl? Will sie die Aussicht genießen? Sie entdeckt den Baum, die Äste, den Geruch. Es ist Herbst, und die Natur ist noch ziemlich grün. Rosie fühlt sich wohl und versteht nicht die Aufforderung ihrer Eltern und Freunde, dass sie herunterkommen soll. Warum sollte sie? Locken kann man sie weder mit Kuchen noch mit Fernsehen. Auch dass sie vielleicht Weihnachten verpassen könnte, scheint sie nicht zu beunruhigen. Was kann denn nur so spannend da oben in der Höhe sein? Einige Freunde wollen es genau wissen: „Warum bist Du denn da oben?“ Anderen Kindern scheint Rosie gar nicht zu fehlen. Soll sie doch da oben bleiben! Auch die Dunkelheit macht ihr nichts aus. Ja, und wer besucht sie dort oben?

Sind Sie als Erwachsene jetzt auch gespannt auf die Ideen und Begründungen der Kinder? Sie brauchen die Kinder nicht zum Sprechen aufzufordern, die werden Ihnen viel erzählen...

Habe ich Sie jetzt neugierig gemacht? Das Buch ist noch nicht zu Ende. Wenn Sie wissen wollen, wie die Geschichte ausgeht, dann besorgen Sie sich dieses Bilderbuch. Und vergessen Sie nicht, dass es kein Vorlesebuch ist. Halten Sie sich als Erwachsener zurück, hören Sie auf die Kinder, und ab und zu dürfen Sie auch etwas entdecken...

Ingeborg Becker-Textor

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