Zitiervorschlag

Fortbildning i Stockholm ab (Hrsg.): Wie kleine Kinder lernen. Bremen: Eigenverlag 2010, 42 Seiten, EUR 9,00 plus Versandkosten (Bestelladresse: Marianne und Lasse Berger, Rotdornallee 89, 28717 Bremen, Email: berger_LM@web.de)


Entwicklung und Lernen kleiner Kinder - das ist ein Bereich, in dem in den letzten Jahren viel Neues erforscht worden ist. Diese Forschungen belegen, dass auch die kleinsten Kinder schon eigene Ziele in ihrem Lernen verfolgen und große Probleme lösen können. Weil sie jedoch noch keine entwickelte Sprache haben, fällt es Erwachsenen oft schwer, die Zielvorstellungen der Kleinkinder zu erkennen, um sie in ihrem Lernen zu unterstützen.

Mit der Herausgabe dieses Heftes möchten Marianne und Lasse Berger Erzieher/innen Anregungen geben, sich mit den Forschungsergebnissen zu Entwicklung und Lernen von Kleinkindern zu befassen - sich also zu fragen: Wie lernen kleine Kinder?

Der Lehrplan für die schwedischen Vorschulen (1998!) legt die Grundlagen für die frühkindliche Bildung, auch für die Kinder von ein bis drei Jahren, von denen die Mehrzahl eine vorschulische Einrichtung besucht. Die schwedische Kleinkindpädagogik hat also schon einen Vorsprung an Erfahrungen auf diesem Gebiet - warum sollten wir ihn nicht nutzen?

Eva Wiklund und Harriet Jancke veröffentlichten in ihrem Heft "Små barns lärande" eine Sammlung von Artikeln, die Theorie und Praxis so miteinander verbinden, dass auch viel beschäftigte Praktiker davon profitieren können. Viele Situationen werden sie wieder erkennen, einige vielleicht nach der Lektüre mit anderen Augen sehen.

Mehrere Artikel schrieb Marita Lindahl. Sie promovierte über das Lernen von Kleinkindern und erforschte die Begegnung von Kleinkindern mit vorschulischen Einrichtungen. Dazu schreibt Eva Wiklund: "Eine ihrer Erkenntnisse ist: Wir müssen besser darin werden, die Perspektive eines Kindes einzunehmen. Kleinkinder verfolgen ihre eigenen Intentionen, wenn sie versuchen, ihre Umwelt zu verstehen. Dagegen ist nicht sicher, dass sie motiviert sind, das zu lernen, was wir Erwachsenen gerade für wichtig halten. Wir müssen also lernen, das zu deuten, was die Kinder vorwiegend durch ihre Aktivitäten zeigen, um sie in ihrem Lernen zu unterstützen Das Fehlen von Worten bedeutet ja kein Fehlen von Willen und Streben nach Kenntnissen. Im Gegenteil! Aber wir Erwachsenen müssen geschickter werden, um abzulesen, was das Kind meint, will und denkt."

Wer mit Unter Dreijährigen arbeiten will, muss also viel wissen über Entwicklung und Lernen von Kleinkindern. Natürlich ist uns bewusst, dass es auch in Deutschland schon viele Kleinkindgruppen gibt, die das frühkindliche Lernen hervorragend stützen und fördern - gute Plätze für Kinder! Ihre Anzahl zu erhöhen, ist ein Ziel dieser Veröffentlichung.



In: Martin R. Textor/Antje Bostelmann (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

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