Deklaration von Zusatzstoffen

Doris Becker

 

In der Gemeinschaftsverpflegung müssen Zusatzstoffe in Lebensmitteln bei der Abgabe an den Verbraucher kenntlich gemacht werden. Dies geschieht bei Fertigpackungen über das Etikett und hier über die Zutatenliste. In Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung können die Angaben über Zusatzstoffe aber auch auf Speisekarten, Preisverzeichnissen, Aushängen oder schriftlichen Mitteilungen gemacht werden.

Zusatzstoffe im Sinne der Verordnung sind:

  1. Farbstoffe: Sie dienen dazu, eine bereits vorhandene Lebensmittelfarbe zu intensivieren (z.B. Riboflavin färbt Kartoffelprodukte appetitlich gelb) oder einem Lebensmittel eine neue Farbe zu geben (z.B. Beetenrot zur Färbung roter Gummibären). Hier erfolgt die Angabe "mit Farbstoff", wenn in den Lebensmitteln Stoffe wie Riboflavin, Zuckerkulör, Beetenrot oder andere der in Anlage 1, Teil A, B oder C der Verordnung genannten Stoffe verwendet wurden.
  2. Konservierungsstoffe: Sie dienen der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Ihr Einsatz ist in Tiefkühlkost nicht nötig, da das Tiefgefrieren die Konservierungsform darstellt. Hier erfolgt die Angabe "mit Konservierungsstoff" oder "konserviert", wenn in den Lebensmitteln Stoffe wie Sorbinsäure, Benzoesäure oder andere verwendet wurden (s.a. Anlage 5, Teil A, B, C und D der Verordnung).
  3. Antioxidationsmittel: Sie dienen dazu, beispielsweise Farbveränderungen bei Lebensmitteln zu verhindern (z.B. Erhalt der hellen Farbe bei Apfelmus). Hier erfolgt die Angabe "mit Antioxidationsmittel", wenn in den Lebensmitteln Stoffe wie Ascorbinsäure (Vit. C), Tocopherol (Vit. E) oder andere verwendet wurden (s.a. Anlage 4, Teil A und Anlage 5, Teil D der Verordnung).
  4. Geschmacksverstärker: Sie dienen dazu, den Geschmack eines Lebensmittels zu verstärken. Hier erfolgt die Angabe "mit Geschmacksverstärker", wenn in den Lebensmitteln Stoffe wie z.B. Glutamat enthalten sind.
  5. Schwefelverbindungen: Sie dienen der Haltbarmachung von Lebensmitteln. Hier erfolgt die Angabe "geschwefelt", wenn Lebensmittel mit Zusatzstoffen dieser Art (Anlage 5 Teil B) versetzt wurden und mehr als 10 Milligramm pro Kilogramm oder Liter berechnetes Schwefeldioxid enthalten.
  6. Schwärzungsmittel: Oliven können mit Eisen-II-gluconat = E 579 oder Eisen-II-lactat = E 585 "geschwärzt" werden. Die Verwendung dieser Zusatzstoffe ist durch die Angabe "geschwärzt" kenntlich zu machen.
  7. Wachse: Sie dienen der Haltbarmachung von Obst. Frische Zitrusfrüchte, Melonen, Äpfel und Birnen dürfen "gewachst" (E 901, 902, 903, 904, 912, 914) werden. Diese Vorgehensweise ist durch die Angabe "gewachst" kenntlich zu machen.
  8. Phosphorsäure, Phosphate: Sie dienen dazu, die Wasserbindung bei Fleischerzeugnissen zu erhöhen; der Fleischsaft bleibt erhalten. Fleischerzeugnissse dürfen unter der Verwendung von Phosphorsäure, Phosphaten (E 338 - E 341) und Di-, Tri- und Polyphosphaten (E 450 - E 452) hergestellt werden, wenn sie eindeutig gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung lautet "mit Phosphat".
  9. Aspartam: Enthalten Lebensmittel Aspartam als Süßungsmittel, so muss dies durch die Angabe "enthält eine Phenylalaninquelle" kenntlich gemacht werden.
  10. Süßungsmittel: Darunter werden Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe, mit der Ausnahme von Fructose, verstanden. Diese dürfen nach Vorgabe Anlage 2 Teil A und B eingesetzt werden. Die Kennzeichnung lautet:
    • bei Einsatz von einem oder mehreren Süßungsmittel(n): "mit Süßungsmittel(n)"
    • bei Einsatz von einem oder mehreren Süßungsmittel(n), kombiniert mit einem oder mehreren Zuckerarten: "mit (einer) Zuckerart(en) und Süßungsmittel(n)".

Autorin

Dr. Doris Becker arbeitet bei der Firma apetito in der Ernährungsberatung.

Adresse

Dr. Doris Becker
apetito AG
Bonifatiusstraße 305
48432 Rheine
Email: info@apetito.de
Website: http://www.apetito.de