Sprachförderung im Kindergarten in der Sowjetunion - meine Arbeit als Logopädin

Irina Janzen

 

Von Anfang an wurde jedes Kind im September zwei Wochen von der Logopädin und den Erzieherinnen beobachtet. Seine Sprache wurde von der Logopädin untersucht, damit die Erzieherinnen genau wussten, an welchen Defiziten wir zu arbeiten hatten.

Zu meinen Aufgaben gehörte es, die 5- bis 6-jährigen Kinder auf die Schule vorzubereiten. Dabei arbeitete ich mit jedem Kind individuell an den jeweiligen Sprachdefiziten. Für diese Arbeit wurden kleine Gruppen von drei bis sechs Kindern gebildet, in denen die Kinder, die ein "gemeinsames Defizit" haben, zusammengefasst wurden.

In der Unterrichtstunden wurden die Kinder durch Spielen motiviert. Alle Übungen wurden spielerisch gemacht.

In meiner Arbeit benutzte ich die Methoden von Bogomolov, Fomitschov, Kasche und Elkonin, die für Kinder mit Sprachstörungen gedacht sind. Ich betreute zwei Gruppen im Alter von fünf und sechs Jahren. Es gibt die Meinung, dass in diesem Alter an den Phonetik und allgemeinen Sprachdefiziten gearbeitet werden muss, damit die Kinder weniger Sprachschwierigkeiten in der Schule haben.

Meine Aufgabe war auch, mangelnde Fähigkeiten, Funktionen oder Fertigkeiten zu fördern, z.B. im "feinmotorischen Bereich". Das konnten sprachliche, kognitive, grobmotorische oder soziale Bereiche sein. Zum Beispiel:

  • Erweiterung der Aufmerksamkeit,
  • Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit,
  • Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit,
  • Erhöhung der Belastungsgrenze usw.

Der Unterricht für Vorschulkinder, die mit der Logopädin lesen lernen, wurde mit der ganzen Gruppe gemacht. Die Unterrichtstunden fangen im Oktober an, wenn die Kinder sich schon in der Gruppe eingewöhnt hatten, und fanden zwei Mal in der Woche statt.

Die erste Periode dauerte zwei Monate (Oktober bis November). Wichtig fanden wir, dass Kinder in dieser Zeit nur die Laute lernen und noch keine Buchstaben. Die Kinder lernten, Silben und Wörter zu bilden sowie Satzstrukturen.

Die zweite Periode dauerte auch zwei Monate (Dezember bis Januar), und die Übungen fanden drei Mal in der Woche statt. Die Kinder lernten langsam durch das Spiel die Buchstaben kennen, Silben bilden, kleine Wörter lesen.

Die dritte Periode dauerte fünf Monate (Februar bis Juni). Die Kinder lernten durch das Spiel, Buchstaben und Silben zu lesen. Der Unterricht war fünf Mal in der Woche eine halbe Stunde - mit Pause und mit Spielen.

Die produktorientierte individuelle Planung wurde für jedes Kind im Hausheft von der Logopädin gemacht. Das Heft mit Hausaufgaben von der Logopädin (z.B. Artikulationsgymnastik oder Übungen zur Förderung bei Sprachdefiziten) haben die Eltern jeden Tag nach Hause mitgenommen; sie haben mit den Kindern die Aufgaben zu Hause wiederholt.

Über das Ergebnis am Ende des Jahres, wenn die Kinder ohne Fehler sprechen, gut lesen und erzählen können, freuten sich die Kinder, die Eltern und alle im Kindergarten.

Autorin

Irina Janzen war Lehrerin für russische Sprache und Literatur, Erzieherin und Logopädin in Russland. In Deutschland ist sie Erzieherin nach dem Anerkennungsjahr.