Rezension

Superbruder, Schwesterherz. Meine schönsten Geschwistergeschichten. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2017, 136 Seiten, EUR 9,99 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Der großformatige Sammelband enthält elf Geschichten von sieben Autor/innen, die von sechs Künstler/innen mit zumeist ganzseitigen Bildern illustriert wurden. Durch die unterschiedlichen Schreib- und Malstile ist das Buch sehr abwechslungsreich. Es ist als Vorlesebuch für Kinder ab drei Jahren gedacht.

Die erste Geschichte handelt von der Eifersucht des Bären Wolle auf seine kleine Schwester. Als er mit seinem Freund Wenzel fischen geht, verliert er sie im Wald, sucht verzweifelt nach ihr und freut sich sehr, als er sie wiederfindet. Erst jetzt erkennt er, wie lieb er sie hat. In der nächsten Geschichte wird der vierte Geburtstag von Jule beschrieben, den sie mit ihren beiden Geschwistern, im Kindergarten, mit Freunden und mit den Großeltern feiert. Auch die dritte Geschichte handelt von Jule. Sie fährt in den Sommerferien mit ihrer Familie zu Opa Julius ans Meer. In der vierten Geschichte bekommen die Drachenkinder Dido und Duffi eine Schildkröte geschenkt, die am nächsten Tag nicht mehr in ihrem Häuschen ist, in der ganzen Wohnung gesucht wird und schließlich in der Küche - Gemüse fressend - entdeckt wird.

Dann folgen Geschichten, wie Dido und Duffi Windpocken hatten, über die fortwährenden Streitereien zwischen den Kindern Frida und Jannis (und trotzdem kauft sich Jannis keinen neuen Bruder...), über Herrn Herbstein, der plötzlich von seiner Nachbarin als Babysitter für die Geschwister Melina und Elvis verpflichtet wird, wie deren Mutter seine Geburtstagsfeier rettet, über das Elefantenkind Bobo und sein neugeborenes Brüderchen Benjamin, mit dem sich zunächst gar nichts anfangen lässt, und über die Einschlafprobleme der Kinder Leo und Nina, die dazu führen, dass ihre Eltern schließlich in den Kinderbetten schlafen. Die letzte Geschichte handelt von dem einsamen Kind Lunika, das zusammen mit seinem Vater, dem Sandmann, auf einem kleinen Planeten lebt. Es schüttet ihm Traumsand ins Gesicht, damit er sofort einschläft und es dann mit seinem Surfbrett auf die Erde fliegen und andere Kinder treffen kann.

In dem Sammelband werden also ganz verschiedene Situationen beschrieben, die Geschwister miteinander erleben können. Die Geschichten können Gespräche über Probleme stimulieren, die in einer Familie auftreten (können). So werden sie sicherlich viele Diskussionen im Kindergarten oder in der Familie stimulieren...

Martin R. Textor