Rezension

Robert Ingpen: Teddybären unter sich. Münster: Bohem 2011, 48 Seiten, EUR 12,95 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Der australische Originaltitel des zart gemalten Bilderbuches lautet The idle Bear, was meiner Ansicht dem Inhalt und der Aufmachung dieses Buches näher kommt als der deutsche Titel: Denn in diesem kontemplativen, melancholischen Bärenbuch geht es mehr um einen wehmütigen Rückblick als um ein unbeschwertes Plauderstündchen. Idle bedeutet nutzlos, träge, brachliegend, untätig, was die Stimmung der beiden alternden Bären Teddy und Brummel treffend charakterisiert. So unterschiedlich die Lebenswege der beiden Bären auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie werden nicht mehr gebraucht, weil ihre Besitzer (also die Kinder) älter geworden sind.

Es ist ein Glücksfall, dass der Bohem-Verlag dieses philosophische Bilderbuch "ausgegraben" und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Gerade weil dieses Buch nicht zu den lauten und oft vordergründigen Teddybüchern gehört und obwohl dieses philosophisch angehauchte Kunstbilderbuch vielleicht nicht auf den ersten Blick Kindern zugänglich ist, wird dieses Bilderbuch des mehrfach ausgezeichneten Illustrators Ingpen umso nachhaltiger in die Bilderbuchklassik eingehen.

Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren mit pädagogischer Anleitung werden dieses mit viel Situationskomik ausgestattete Kunstwerk zu schätzen wissen.

Sabine Kippenberg