Wenn Spielen zur Gefahr wird - Risiken erkennen und umgehen

Eva Wohlmann

 

Mehr als 60% aller Unfälle von Kindern könnten durch entsprechende Präventionsmaßnahmen verhindert werden. Denn Unfälle sind keine Zufälle. Sie sind nicht immer auf Pech oder Schicksalsschläge zurückzuführen. Vielmehr sind in den meisten Fällen technische Mängel oder unverantwortliches Verhalten die Ursache.

Doch diese beiden Aspekte können beeinflusst werden. Alles, was es dazu braucht, sind ein gut entwickeltes Gefahrenbewusstsein und angemessene Sorgfalt. Denn das Risiko, sich zu verletzen oder anderweitig Schaden zu nehmen, ist bei Kindern weitaus höher als bei Erwachsenen. So auch beim Spielen. Aber die abwechslungsreichen Beschäftigungsmöglichkeiten unterstützen den Erwerb zahlreicher Kompetenzen. So fördern sie z.B. Auge-Hand-Koordination und räumliches Vorstellungsvermögen, trainieren sprachliche Fähigkeiten, vermitteln Sozialkompetenz und Selbstvertrauen u.v.m.

Deshalb ist es umso wichtiger, Spielen - vor allem in der Gruppe -zu fördern, als es aufgrund etwaiger Gefahren zu verbieten. Es gilt daher, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, die dem Alter und Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes angepasst sind. Dabei lassen sich die Möglichkeiten der Unfallverhütung anhand der sogenannten "3-E-Formel" klassifizieren.

Die "3-E-Formel"

Engineering

Dieser Bereich umfasst alle Maßnahmen zur Erhöhung der technischen Sicherheit. Beim Spielen betrifft das vor allem die Verwendung kindersicherer Produkte und die Berücksichtigung verschluckbarer Kleinteile. Diese Art der sogenannten "passiven Sicherheit" findet vor allem bei sehr kleinen Kindern Verwendung, deren Gefahrenbewusstsein noch stark unausgeprägt ist. Grundsätzlich gilt es, jegliche Gefahren zu vermeiden, die von Kindern selbst nicht erkannt werden können.

Education

Hierbei geht es um erzieherische Maßnahmen zur Gefahrenprävention. Über verbale Kommunikation in Form von wiederholtem Erklären bzw. Verbieten sowie durch Üben bestimmter Vorgänge soll den Kindern "aktive Sicherheit", d.h. sicherheitsbewusstes Handeln und ein Bewusstsein für die potenziellen Gefahren, vermittelt werden. Das betrifft zum Beispiel das gezielte Lernen des richtigen Umgangs mit einem Küchenmesser. Kernaspekt dieses Bereichs ist die Förderung der Selbstsicherheit: Die Kinder sollen sich der Gefahren bewusst werden und lernen, mit ihnen umzugehen.

Enforcement

Diese Methode beschreibt alle legislativen Maßnahmen zur Kontrolle und Überwachung der Unfallprävention. Für den Bereich des Spielens sind vor allem DIN 53160 und die Europäische Norm für Spielzeugsicherheit (EN-71), insbesondere Teil 1, 3 und 7 von Bedeutung.

Mit Gefahrenpotenzialen umgehen

Verschlucken von Kleinteilen

Das Verschlucken von Kleinteilen stellt eine alltägliche Gefahr für Kinder dar. Deshalb ist es wichtig, Produkte vor dem Kauf immer auf lose und abziehbare Teile zu untersuchen und im Zweifelsfall vom Kauf abzusehen. Kleinteile sind von Kindern unter drei Jahren grundsätzlich fernzuhalten; wenig ältere Kinder dagegen sollten nur unter Aufsicht mit derartigen Produkten in Kontakt kommen. Als Kleinteile zählen nach EN-71-1 lose bzw. lösbare Teile eines Produktes, die einen Durchmesser kleiner als 31,7 mm aufweisen.

Schadstoffe

Viele besonders günstige Arbeitsmaterialien enthalten Weichmacher, Lösungsmittel oder sogar Gifte. Da der Erkundungstrieb von Kindern meist Kauen und Knabbern nicht ausschließt, gelangen die schädlichen Stoffe über den Mund in den Magen und so in den Organismus eines Kindes. Um folgeschwere Schäden zu vermeiden, sollten Sie beim Kauf auf Testberichte, Prüf- und Gütesiegel achten.

EN-71-3 legt beispielsweise Anforderungen an die Löslichkeit von Schadstoffen und deren unbedenkliche Obergrenze fest. Ergänzend dazu befasst sich DIN 53160-1 speziell mit der Löslichkeit von Schadstoffen unter Einwirkung von Speichel bei Spielzeug für Kinder unter drei Jahren und ist somit u.a. ein wichtiges Kriterium beim Kauf von lackierten Bausteinen oder Greiflingen.

Bei Fingerfarben ist darauf zu achten, dass sie gemäß EN-71-7 entwickelt wurden. Das garantiert u.a., dass Bitterstoffe enthalten sind, die die Kinder vom Verzehr der Farbe abhalten. Ebenfalls empfehlenswert sind Produkte ohne Konservierungsstoffe sowie auf der Basis von Lebensmittelfarben.

Stürze

Für Sport- und Spielgeräte im Innen- und Außenbereich gelten DIN EN 1176 und 1177. Hier werden u.a. Sicherheitsanforderungen an die Spielgeräte (DIN EN 1176) sowie an Fallschutzmatten und -platten (DIN EN 1177) sowie ihr Geltungsbereich festgelegt.

Sicherheit wird bei Wehrfritz großgeschrieben. Deshalb achtet das Unternehmen bei der Produktentwicklung und Auswahl besonders darauf, dass die Sicherheitsnormen mehr als erfüllt werden. Im Hauptkatalog und im Online-Shop (wehrfritz.de) finden Sie zu allen Produkten die entsprechenden Sicherheitshinweise und zusätzliche Informationen.

Unternehmen

Seit über 75 Jahren ist Wehrfritz Komplettausstatter für Krippen und Kindergärten. Das Sortiment umfasst innovative Möbel, Raumkonzepte, Außenspielgeräte sowie ausgewählte Spiel- und Lernmaterialien.