Aktuelle statistische Daten zu Familie und Kinder

 

Geburtenziffer in Deutschland weiterhin unter EU-Durchschnitt

Im Jahr 2015 lag die Geburtenrate in Deutschland bei 1,50 Kindern je Frau. Das war zwar der höchste Wert seit der Wiedervereinigung, aber weiterhin weniger als der EU-Durchschnitt, der bei 1,58 Kindern je Frau lag. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mit.

Im EU-Vergleich hatte Frankreich die höchste zusammengefasste Geburtenziffer. Laut Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat wurden dort 2015 durchschnittlich 1,96 Kinder je Frau geboren. Es folgten Irland (1,92 Kinder je Frau) und Schweden (1,85). Die niedrigsten Geburtenziffern gab es in Portugal (1,31 Kinder je Frau), Polen und Zypern (je 1,32). ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 159 des Statistischen Bundesamtes vom 15.05.2017

 

Bei Paaren mit kleinen Kindern ist eine Vollzeittätigkeit für Mütter die Ausnahme

Bei Paaren mit Kindern unter drei Jahren gingen im Jahr 2015 rund 83% der Väter einer Erwerbstätigkeit in Vollzeit nach. Für die Mütter war eine Erwerbstätigkeit in Vollzeit mit einem Anteil von 10% hingegen eher die Ausnahme. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März weiter mitteilt, waren im Westen Deutschlands nur rund 8% der in einer Partnerschaft lebenden Mütter von Kleinkindern in vollem Umfang erwerbstätig. Im Osten war der Anteil mit rund 21% deutlich höher. Bei diesen Angaben wurden Personen nur dann als erwerbstätig betrachtet, wenn sie nicht in Mutterschutz beziehungsweise Elternzeit waren.

Noch deutlicher werden die Unterschiede im Erwerbsumfang, wenn die Erwerbsbeteiligung von Vätern und Müttern kombiniert betrachtet wird. Bei etwas mehr als der Hälfte (51%) der Paare mit Kindern unter drei Jahren ging 2015 der Vater einer Vollzeittätigkeit nach, während die Mutter nicht erwerbstätig war. Bei weiteren 24% der Paare war der Vater Vollzeit erwerbstätig, die Mutter Teilzeit. Lediglich bei 8% der Paare übten beide Elternteile eine Vollzeittätigkeit aus. Noch seltener war eine Kombination, bei der die Mutter einer Vollzeittätigkeit nachging und der Vater gar nicht oder in Teilzeit erwerbstätig war. Dies traf 2015 auf insgesamt 2% der Paare mit Kindern unter drei Jahren zu.

Diese Art der Arbeitsteilung ist im Zeitvergleich sehr stabil. Auch 2006 gingen rund 10% der in einer Partnerschaft lebenden Mütter einer Vollzeittätigkeit nach, wenn ihre Kinder jünger als drei Jahren waren. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 077 des Statistischen Bundesamtes vom 07.03.2017

 

Mehr als 4 Millionen Kinder unter 6 Jahren

Im Jahr 2015 lebten in Deutschland fast 4,2 Millionen Kinder im Alter unter 6 Jahren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis des Mikrozensus mitteilt, lebten nahezu drei Viertel der Kinder dieser Altersgruppe bei verheirateten Eltern (72%). Rund 14% wohnten jeweils bei alleinerziehenden Elternteilen oder bei Eltern in Lebensgemeinschaften.

In Ostdeutschland lebte 2015 lediglich die Hälfte (50%) der unter 6-Jährigen bei Ehepaaren (Westdeutschland: 78%), 29% bei Lebensgemeinschaften (Westdeutschland: 11%) und 21% bei Alleinerziehenden (Westdeutschland: 12%).

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 06.12.2016

 

Geburtenziffer 2015: Erstmals seit 33 Jahren bei 1,50 Kindern je Frau

Die zusammengefasste Geburtenziffer erreichte 2015 in Deutschland 1,50 Kinder je Frau. Ein ähnlich hoher Wert wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zuletzt 1982 für das Gebiet des heutigen Deutschlands mit 1,51 Kindern je Frau nachgewiesen. Im Jahr 2015 wurden im Vergleich zur Geburtenziffer 2014 von 1,47 Kindern je Frau 27 Babys pro 1 000 Frauen mehr geboren. Die seit 2012 beobachtete positive Entwicklung setzte sich damit fort.

Der Zuwachs ist 2015 allerdings nur halb so stark ausgefallen wie im Jahr 2014 mit einem Plus von 56 Geborenen pro 1 000 Frauen. Vor allem bei den Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit nahm die Geburtenziffer nur geringfügig von 1,42 Kindern je Frau im Jahr 2014 auf 1,43 Kinder je Frau im Jahr 2015 zu. Bei den Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg sie dagegen deutlich von 1,86 auf 1,95 Kinder je Frau und trug damit zum Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffer aller Frauen wesentlich bei.

In 13 Bundesländern nahm die Geburtenziffer 2015 zu. Lediglich in Berlin ist sie unverändert geblieben sowie in Brandenburg und Niedersachsen geringfügig gesunken. In den ostdeutschen Bundesländern war sie mit 1,56 Kindern je Frau höher als im Westen Deutschlands (1,50). Das Land mit der höchsten zusammengefassten Geburtenziffer von 1,59 Kindern je Frau war Sachsen. Die niedrigste Geburtenziffer von 1,38 Kindern je Frau wies das Saarland auf.

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei Geburt des Kindes war 2015 mit 31 Jahren lediglich um einen knappen Monat höher als im Jahr 2014. Bei den Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit stieg es um rund 2 Monate auf gut 31 Jahre, bei den ausländischen Müttern sank es um etwa 3 Monate auf 30 Jahre. Die Mütter der Erstgeborenen waren 2015 durchschnittlich 29 Jahre und 7 Monate alt. Beim zweiten beziehungsweise dritten Kind waren die Mütter knapp 32 beziehungsweise 33 Jahre alt.

Die zusammengefasste Geburtenziffer wird zur Beschreibung des aktuellen Geburtenverhaltens herangezogen. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre, wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Die Frage nach Zahl der Kinder, die Frauen im Laufe ihres Lebens tatsächlich bekommen haben, kann für Frauenjahrgänge beantwortet werden, die das Ende des gebärfähigen Alters erreicht haben, das statistisch mit 49 Jahren angesetzt wird. Im Jahr 2015 waren es die Frauen des Jahrgangs 1966. Ihre endgültige durchschnittliche Kinderzahl betrug 1,53 Kinder je Frau. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 373 des Statistischen Bundesamtes vom 17.10.2016

 

2 von 10 der 2015 geborenen Babys hatten eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Von den insgesamt 738.000 im Jahr 2015 geborenen Kindern hatten 590.000 eine deutsche Mutter und 148.000 eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg damit der Beitrag ausländischer Frauen zu allen Geburten in Deutschland auf 20%. Zwischen 1996 und 2014 hatte ihr Anteil stabil 17% bis 18% betragen.

Die Zahl der Geborenen stieg im Vergleich zum Jahr 2014 insgesamt um 22.650. Dazu trugen vor allem Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei (+ 17.280). Die Zunahme der Geborenen von deutschen Frauen fiel dagegen mit + 5.370 Kindern eher gering aus. Der Geburtenanstieg des Jahres 2015 unterscheidet sich damit deutlich von dem des Jahres 2014. Im Jahr 2014 wurden rund 33.000 Kinder mehr als im Vorjahr geboren. Zu dieser Geburtenzunahme hatten mit 22.000 Babys in erster Linie Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit beigetragen. Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit hatten 11.000 Kinder mehr als im Jahr zuvor zur Welt gebracht.

Mehr als die Hälfte der 148.000 Geborenen ausländischer Mütter entfiel auf 10 Staatsangehörigkeiten. Aus dieser Gruppe kamen 2015 nur von Türkinnen und von Russinnen weniger Kinder zur Welt als im Vorjahr (jeweils - 2%). Bei den Geborenen von Frauen mit anderen ausländischen Staatsangehörigkeiten gab es gegenüber 2014 einen stärkeren Anstieg als bei den deutschen Frauen, so zum Beispiel bei Geborenen von Rumäninnen (+ 47% auf 8.150), Kosovarinnen (+ 18% auf 7.150), Serbinnen (+ 13% auf 5.600) und Bulgarinnen (+ 34% auf 4.200). Besonders stark war aber der Anstieg der Babys von Syrerinnen, deren Geburtenzahl hat sich von 2.300 auf 4.800 mehr als verdoppelt. Zwischen 2000 und 2011 war die Zahl der Geborenen von syrischen Müttern relativ stabil und ist offenbar mit zunehmender Zuwanderung in den Jahren 2012 bis 2014 zuerst allmählich angestiegen, bevor es zur stärkeren Zunahme 2015 kam. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 332 des Statistischen Bundesamtes vom 21.09.2016

 

Ehescheidungen nahmen 2015 um 1,7% ab

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 163.335 Ehen geschieden, das waren 1,7% weniger als im Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ging den Scheidungen in der Regel eine vorherige Trennungszeit der Ehepaare von einem Jahr (82,9%) oder von drei Jahren (15,8%) voraus.

51% der Scheidungsanträge stellten die Ehefrauen, 41% die Männer. Die übrigen Anträge wurden von beiden gemeinsam gestellt. Diese Anteile variieren mit dem Vorhandensein minderjähriger Kinder: Bei den gut 81.000 Trennungen von Paaren ohne minderjährige Kinder reichten die Frauen 50% der Anträge ein, bei Scheidungen mit vier oder mehr betroffenen Kindern waren es dagegen 60%. 2015 waren von der Scheidung ihrer Eltern insgesamt rund 132.000 minderjährige Kinder betroffen.

Die Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen setzen sich weiter fort. Die 2015 geschiedenen  Ehen hatten im Durchschnitt etwa 15 Ehejahre bestanden. Für die 1990 Geschiedenen war die durchschnittliche Ehedauer noch dreieinhalb Jahre kürzer gewesen (11,5 Jahre). Seit 1990 ist der Altersdurchschnitt der Geschiedenen - auch als Folge des späteren Heiratens - um fast acht Jahre angestiegen (für Männer auf gut 46 Jahre und für Frauen auf gut 43 Jahre).

Der endgültige Anteil an Scheidungen für einen Eheschließungsjahrgang kann erst nach Ablauf einer längeren Zeitspanne bestimmt werden. So beträgt die Scheidungsrate nach 25 Jahren für die im Jahr 1990 geschlossenen Ehen 393,2 Scheidungen je 1.000 Ehen. Da auch in den folgenden Jahren voraussichtlich noch Ehen dieser Kohorte geschieden werden, wird der Anteil der durch Scheidungen beendeten Ehen nach 30 oder 40 Jahren noch höher liegen.

Dagegen beschreibt die sogenannte zusammengefasste ehedauerspezifische Scheidungsziffer die aktuellen Scheidungsverhältnisse. Dabei werden die Ehen einbezogen, die in den letzten 25 Jahren geschlossen und im aktuellen Jahr geschieden wurden. Nur wenn das Scheidungsverhalten über 25 Jahre hinweg genauso gewesen wäre wie im betrachteten Jahr, würde nach 25 Jahren ein entsprechender Anteil an Ehen geschieden sein. 1990 hatte diese Ziffer 273,8 Scheidungen je 1.000 Ehen mit einer Dauer von 0 bis 25 Jahren betragen. 2015 lag sie bei 347,1.

Bei allen Berechnungen, die sich auf Eheschließungsjahrgänge oder geschlossene Ehen beziehen, ist zu berücksichtigen, dass sich Anzahl und Zusammensetzung dieser Ehepaare auch durch Wanderungen und Tod eines Partners verändern. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 249 des Statistischen Bundesamtes vom 15.07.2016

 

Väterbeteiligung beim Elterngeld steigt weiter an

Für mehr als jedes dritte Kind (34,2%), das 2014 in Deutschland geboren wurde, bezog nicht allein die Mutter, sondern auch der Vater Elterngeld. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich die sogenannte Väterbeteiligung beim Elterngeld damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte erhöht. Die Beteiligung der Väter steigt seit Einführung dieser Leistung kontinuierlich an: Beim Geburtsjahrgang 2008 war es noch jedes fünfte Kind (20,8%) gewesen, für das der Vater Elterngeld in Anspruch nahm, beim Geburtsjahrgang 2010 bereits jedes vierte Kind (25,3%). Dem gegenüber lag die Mütterbeteiligung 2014 bei 96%. Insgesamt haben 933.000 Mütter und Väter für ihre im Jahr 2014 geborenen Kinder Elterngeld bezogen.

Sachsen war mit inzwischen 44,2% schon das dritte Jahr in Folge Spitzenreiter bei der Väterbeteiligung, gefolgt von Bayern mit 41,7%. Doch auch das Saarland, das in den letzten Jahren durchweg die geringste Väterbeteiligung beim Elterngeld aufwies, holt auf: Dort hat sich die Väterbeteiligung seit dem Geburtsjahrgang 2008 von 12,0% auf 23,0% nahezu verdoppelt.

Das im Jahr 2015 neu eingeführte Elterngeld Plus konnte für Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 noch nicht in Anspruch genommen werden. Die maximale Bezugsdauer betrug noch zwölf Monate für ein Elternteil beziehungsweise 14 Monate bei Alleinerziehenden oder bei geteilter Inanspruchnahme von beiden Eltern, wobei jeder Elternteil mindestens zwei Monate lang Elterngeld beziehen musste. Ebenso wie in den Vorjahren entschieden sich vier von fünf Vätern (79%) für die Mindestbezugsdauer von zwei Monaten, während die überwiegende Mehrheit der Mütter (87%) die maximale Bezugsdauer von zwölf Monaten ausschöpfte. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 212 des Statistischen Bundesamtes vom 21.06.2016

 

Knapp ¼ der Betreuungszeit begleiten Eltern ihre Kinder zu Terminen

24% der Betreuungszeit verbrachten Eltern im Jahr 2012/2013 durchschnittlich mit der Begleitung ihrer Kinder zu Terminen. Das waren rund 2 Stunden 13 Minuten pro Woche. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai weiter mitteilt, waren Mütter mit 25% hier etwas stärker eingebunden als Väter (22%). Zur Begleitung der Kinder gehören sowohl die Wegezeiten zu Terminen als auch die Anwesenheit während dieser Termine wie zum Beispiel während des Arztbesuchs oder des Fußballtrainings.

Der Umfang der Begleitung variiert mit dem Alter der Kinder: Bei Kindern unter 6 Jahren machte die Begleitung 19% der Betreuungszeit aus. Hier war der Zeitanteil für Beaufsichtigung, Körperpflege, Spielen und Sport mit 73% deutlich höher. Bei Kindern von 6 bis 18 Jahren investierten die Eltern 35% in die Begleitung ihrer Kinder. Der Zeitanteil für Beaufsichtigung, Körperpflege, Spielen und Sport lag ebenfalls bei 35%.

Insgesamt verbrachten Väter und Mütter im Jahr 2012/2013 täglich 1 Stunde 20 Minuten mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren als Hauptaktivität. Mütter leisteten mit 1 Stunde 45 Minuten etwa doppelt so viel wie Väter (51 Minuten). ...

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 10.05.2016

 

Armutsbericht 2016

Ein Verharren der Armutsquote in Deutschland auf hohem Niveau beklagt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem aktuellen Armutsbericht, der erstmals in erweiterter Form und unter Mitwirkung weiterer Verbände und Fachorganisationen erscheint. Während in neun Bundesländern die Armutsquoten 2014 gesunken seien, belegt der Bericht einen Anstieg der Armut in den bevölkerungsreichen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen. Hauptrisikogruppen seien Alleinerziehende und Erwerbslose sowie Rentnerinnen und Rentner, deren Armutsquote rasant gestiegen sei und erstmals über dem Durchschnitt liege. Die Herausgeber sehen daher auch keinerlei Anlass zur Entwarnung und fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel, um dringend notwendige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung auf den Weg zu bringen.

Das gute Wirtschaftsjahr 2014 habe zu keinem nennenswerten Rückgang der Armutsquote in Deutschland geführt. Die Armut verharre mit 15,4 Prozent auf hohem Niveau, so der Bericht. Die Armutsquote sei zwar von 2013 auf 2014 um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Ob der Negativtrend seit 2006, als die Armutsquote noch 14 Prozent betrug, damit gestoppt sei, sei jedoch offen. Während es insbesondere in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern signifikante Rückgänge der Armutsquoten gegeben habe, setze sich der Negativtrend in Nordrhein-Westfalen ungebrochen fort. Das Ruhrgebiet bleibe mit Blick auf Bevölkerungsdichte und Trend die armutspolitische Problemregion Nummer Eins in Deutschland. Seit 2006 sei die Armutsquote im Ruhrgebiet um 27 Prozent angestiegen auf einen neuen Höchststand von 20 Prozent. Die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen sind nach dem Bericht Erwerbslose (58%). Auch die Kinderarmutsquote (19%) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Alleinerziehender lebt. Die Armutsquote Alleinerziehender liegt bei sogar 42%, was u.a. an systematischen familien- und sozialpolitischen Unterlassungen liegt. Alarmierend sei die Entwicklung insbesondere bei Rentnerhaushalten. Erstmalig seien sie mit 15,6 Prozent überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Quote der altersarmen Rentnerinnen und Rentner sei seit 2005 um 46 Prozent und damit so stark angewachsen wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. Ergänzend zu den empirischen Befunden beleuchten die Experten in dem Bericht auch umfassend die Lebenslagen einzelner nach der Statistik überdurchschnittlich von Armut betroffener Personengruppen wie bspw. Kinder oder Migrantinnen und Migranten, sowie derjenigen, die bisher gar nicht von der Statistik erfasst werden, wie Obdachlose oder Flüchtlinge. ...

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V. vom 23.02.2016

 

In 20% der Familien leben Kinder nur mit Mutter oder Vater

Im Jahr 2014 waren 20% der 8,1 Millionen in Deutschland lebenden Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind Familien von Alleinerziehenden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Grundlage des Mikrozensus weiter mitteilt, ist dieser Anteil seit 1996 um 6 Prozentpunkte gestiegen. Damals hatte er 14% betragen.

Die Zahl der Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern hat sich zwischen 1996 und 2014 von 1,3 Millionen auf gut 1,6 Millionen erhöht (+ 335.000). Dabei hat sich der Anteil der alleinerziehenden Mütter an allen Alleinerziehenden nur geringfügig verändert. 1996 hatte er bei 87% gelegen. Im Jahr 2014 waren es 89%.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 23.02.2016

 

Jedes vierte minder­jährige Kind ist ein Einzelkind

Im Jahr 2014 lebten 26% der 13,0 Millionen minderjährigen Kinder in Deutschland ohne Geschwister in einem Haushalt. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkindertags am 20. September auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus mit, der größten Haushaltsbefragung in Deutschland. Knapp die Hälfte der minderjährigen Kinder (47%) wuchs mit einem weiteren minder- oder volljährigen Geschwisterkind im Haushalt auf. 26% hatten zwei oder mehr Geschwister.

Insgesamt lebten 2014 in den neuen Ländern 2,3 Millionen minderjährige Kinder, in den alten Ländern waren es 10,7 Millionen. Zu den Kindern zählen leibliche, Stief-, Pflege- und Adoptivkinder.

In Ostdeutschland lebten minderjährige Kinder deutlich häufiger als einziges Kind im Haushalt der Eltern. 2014 waren dort 34% Einzelkinder, in Westdeutschland waren es hingegen 25%. 45% der ostdeutschen Minderjährigen (Westdeutschland: 48%) wurden mit einem Geschwisterkind groß. Bei 21% (Westdeutschland: 28%) waren es zwei oder mehr Geschwister.

In den deutschen Großstädten waren Einzelkinder weiter verbreitet als in kleineren Städten oder Gemeinden. 30% der minderjährigen Kinder, die in einer Stadt mit mehr als 500 000 Einwohnern lebten, wuchsen 2014 als Einzelkinder auf. In Gemeinden mit weniger als 5 000 Einwohnern waren 24% der Minderjährigen Einzelkinder.

Im Vergleich zu 1996 erhöhte sich der Anteil der Einzelkinder leicht um zwei Prozentpunkte. In Ostdeutschland (+ 5 Prozentpunkte) war die Zunahme dabei höher als in Westdeutschland (+ 2 Prozentpunkte).

Quelle: Pressemitteilung Nr. 343 des Statistischen Bundesamtes vom 18.09.2015

 

Mütter wenden etwa doppelt so viel Zeit für die Kinderbetreuung auf wie Väter

Im Durchschnitt verbringen Väter und Mütter 1 Stunde 20 Minuten pro Tag mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren als Hauptaktivität, Mütter mit 1 Stunde und 45 Minuten etwa doppelt so viel wie Väter (51 Minuten).

Am meisten Zeit investieren Eltern für die Körperpflege und die Beaufsichtigung der Kinder, aber auch für Fahrten zur Schule und das Begleiten zu Freizeitaktivitäten wie dem Fußballtraining. Darüber hinaus machen auch Spiel und Sport mit Kindern einen großen Teil des Zeitaufwands für Kinderbetreuung aus.

Betrachtet man Väter sowie erwerbstätige und nicht erwerbstätige Mütter als drei getrennte Gruppen, so zeigt sich, dass alle Eltern mehr als ein Drittel ihrer Zeit für Kinderbetreuung mit Beaufsichtigung und Pflege verbringen. Daneben entfällt bei allen Eltern etwa ein Viertel der Kinderbetreuungszeit auf das Begleiten, auf Fahrdienste und Termine im Zusammenhang mit dem Kind. Spielen und sportliche Aktivitäten stehen bei Vätern aber noch stärker im Fokus, denn diese Tätigkeiten machen ein Drittel ihrer Zeit aus.

Nicht erwerbstätige Mütter verbringen knapp doppelt so viel Zeit mit der Kinderbetreuung wie Mütter, die bezahlte Arbeit leisten. Bei der Beaufsichtigung ist der Unterschied besonders groß: Erwerbstätige beschäftigen sich damit 28 Minuten pro Tag, nicht erwerbstätige Mütter 1 Stunde 14 Minuten. ...

Tabelle 4: Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 2012/2013 in Stunden je Tag

 

Insgesamt

Väter

Mütter

insgesamt

nicht erwerbstätig

erwerbstätig

Kinderbetreuung insgesamt

01:20

00:51

01:45

02:35

01:21

Beaufsichtigung und Körperpflege

00:31

00:17

00:43

01:14

00:28

Hausaufgabenbetreuung

00:05

00:02

00:07

00:09

00:06

Spielen und Sport

00:18

00:16

00:19

00:28

00:15

Gespräche und Vorlesen

00:06

00:03

00:08

00:09

00:08

Begleiten und Wege

00:19

00:11

00:26

00:33

00:22

Sonstiges

00:01

(00:01)

00:02

(00:02)

(00:02)

Abweichungen in den Summen sind rundungsbedingt.

Die Betreuung variiert natürlich in ihrer Intensität mit dem Alter des Kindes und hat unterschiedliche Schwerpunkte. Eltern, die ein Kind unter 6 Jahren haben, verwenden dreimal so viel Zeit auf Kinderbetreuung wie Eltern, deren jüngstes Kind zwischen 6 und 17 Jahren alt ist. Dies gilt für Väter und Mütter (sowohl für erwerbstätige als auch für nicht erwerbstätige Mütter). Sobald das jüngste Kind im schulpflichtigen Alter ist, reduzieren sich Betreuungsaufgaben wie Beaufsichtigung, Körperpflege und Spielen. Entsprechend nehmen Begleiten und Wegezeiten, Unterstützung bei den Hausaufgaben und Gespräche mehr Raum ein. ...

Im Vergleich zu 2001/2002 beschäftigen sich Eltern 2012/2013 täglich etwa 10 Minuten mehr mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren. Dies gilt sowohl für Väter als auch für Mütter. In Haushalten mit Kindern unter 6 Jahren engagieren sich Väter heute mehr bei der Beaufsichtigung und Körperpflege. Mütter verwenden etwas mehr Zeit auf das Spielen mit ihren Kindern als 11 Jahre zuvor. Der Zeitaufwand für Begleiten, Fahrdienste und ähnliches hat bei beiden Geschlechtern zugenommen.

Tabelle 5: Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 2001/2002 und 2012/2013 in Stunden je Tag

 

Insgesamt

Väter

Mütter

2012/ 2013

2001/ 2002

2012/ 2013

2001/ 2002

2012/ 2013

2001/ 2002

Jüngstes Kind unter 6 Jahren

 

Kinderbetreuung insgesamt

02:13

02:01

01:22

01:10

02:59

02:46

darunter:

 

Beaufsichtigung und Körperpflege

01:01

00:59

00:32

00:27

01:26

01:28

Spielen und Sport

00:36

00:32

00:31

00:28

00:40

00:35

Begleiten und Wege

00:25

00:19

00:12

00:09

00:36

00:29

Jüngstes Kind 6 bis unter 18 Jahre

 

Kinderbetreuung insgesamt

00:43

00:34

00:28

00:20

00:55

00:47

darunter:

 

Beaufsichtigung und Körperpflege

00:10

00:08

00:07

00:04

00:13

00:12

Spielen und Sport

00:05

00:04

00:05

00:04

00:05

00:04

Begleiten und Wege

00:15

00:12

00:10

00:07

00:19

00:16

Abweichungen in den Summen sind rundungsbedingt.

Kinderbetreuung läuft oft nebenbei, etwa während der Hausarbeit oder bei Mahlzeiten

Natürlich muss man bedenken, dass Kinderbetreuung auch oft nebenbei läuft, etwa während der Hausarbeit oder beim Essen. Typische Beispiele dafür sind die Beaufsichtigung von Kindern oder Gespräche. Berücksichtigt man diese zusätzlichen Zeiten, so erhöht sich der durchschnittliche Zeitaufwand für die Kinderbetreuung um 45 Minuten auf 2 Stunden und 5 Minuten. Bei Müttern steigt der Aufwand dabei um 1 Stunde, bei Vätern um eine halbe Stunde.

Eine weitere Differenzierung nach Haushaltstypen ergibt, dass alleinerziehende Müttern einen deutlich größeren Anteil ihrer Betreuungsaufgaben "nebenher" laufen lassen. Nur gut die Hälfte der gesamten Betreuungszeit erledigen sie als Hauptaktivität, und zwar unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Bei Müttern in Paarhaushalten und Vätern sind es dagegen zwei Drittel. ...

Bei einer getrennten Betrachtung von Wochentagen zeigen sich zusätzliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Väter verbringen an Wochenenden und Feiertagen 20 Minuten mehr mit der Betreuung ihrer Kinder als unter der Woche, während es bei Müttern 26 Minuten weniger sind. Damit ist der Unterschied zwischen dem Zeitaufwand von Vätern und Müttern am Wochenende deutlich geringer als werktags. Zu berücksichtigen ist aber, dass am Wochenende wohl mehr Tätigkeiten ausgeübt werden, bei denen es sich zwar nicht explizit um Kinderbetreuung handelt, die Kinder aber mit einbezogen werden, etwa gemeinsame Ausflüge. ...

Quelle: Statistisches Bundesamt: Wie die Zeit vergeht. Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013. Auszug aus einer Broschüre, die anlässlich der Pressekonferenz am 26.08.2015 veröffentlicht wurde.

 

Jeder dritte Vater wünscht sich mehr Zeit für seine Kinder

32% der Väter sowie 19% der Mütter in Deutschland waren 2012/2013 der Meinung, nicht ausreichend Zeit für ihre Kinder zu haben. "Das bedeutet: Jeder dritte Vater und jede fünfte Mutter wünschte sich mehr Zeit für die Kinder", sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis), ... auf der Pressekonferenz "Wie die Zeit vergeht - Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2012/2013". Für Erwerbsarbeit wünschten sich 7% der erwerbstätigen Väter und 28% der erwerbstätigen Mütter mehr Zeit. Dagegen würde jeder zweite erwerbstätige Vater und jede vierte erwerbstätige Mutter lieber weniger Zeit mit dem Job verbringen.

Darüber hinaus stellte Roderich Egeler weitere Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland vor:

  • Väter und Mütter leisten pro Woche knapp 10 Stunden mehr bezahlte und unbezahlte Arbeit als Personen ohne Kinder. Dies ist vor allem auf ein höheres Pensum an unbezahlter Arbeit zurückzuführen.
  • Mütter wenden mit 1 Stunde 45 Minuten pro Tag etwa doppelt so viel Zeit für die reine Kinderbetreuung auf wie Väter (51 Minuten).
  • 40% der Bevölkerung ab 10 Jahre sind ehrenamtlich oder freiwillig engagiert. Männer sind am häufigsten beim Sport aktiv, Frauen dagegen im religiösen Bereich.
  • Fast drei Viertel der Schulkinder unter 10 Jahren nehmen Betreuungsangebote in der Schule oder im Hort in Anspruch (wie beispielsweise Mittagessen oder Hausaufgabenbetreuung).
  • Menschen in Deutschland verbringen 6 Stunden am Tag mit Freizeit. Die zeitlich bedeutendsten kulturellen Aktivitäten sind Fernsehen und Lesen. Seniorinnen und Senioren sind hier Spitzenreiter.
  • Die Zeitverwendung für Mediennutzung ist in den letzten 11 Jahren gestiegen. Mit sozialen Kontakten wird dagegen etwas weniger Zeit verbracht. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 309 des Statistischen Bundesamtes vom 26.08.2015

 

Arbeitszeit von Frauen: ein Drittel Erwerbsarbeit, zwei Drittel unbezahlte Arbeit

Erwachsene verbrachten 2012/2013 durchschnittlich rund 24,5 Stunden je Woche mit unbezahlter Arbeit und rund 20,5 Stunden mit Erwerbsarbeit. Nach ersten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) aus der Zeitverwendungserhebung 2012/2013 arbeiteten Frauen mit rund 45,5 Stunden insgesamt 1 Stunde mehr als Männer. Dabei leisteten Frauen zwei Drittel ihrer Arbeit unbezahlt, Männer weniger als die Hälfte.

Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2001/2002 ist der Anteil der unbezahlten Arbeit bei beiden Geschlechtern gesunken. Zu den unbezahlten Arbeiten zählen neben der Haushaltsführung und Betreuung von Haushaltsmitgliedern auch die Unterstützung von Personen in anderen Haushalten sowie ehrenamtliches und freiwilliges Engagement. Frauen verbrachten 2012/2013 beispielsweise jede Woche über 2,5 Stunden weniger mit der Zubereitung von Mahlzeiten, der Reinigung der Wohnung oder der Textilpflege als elf Jahre zuvor. Männer verwendeten 2012/2013 wöchentlich 1 Stunde weniger auf Gartenarbeit, Tierpflege, Bauen und handwerkliche Tätigkeiten als 2001/2002.

Der Zeitaufwand für Arbeit unterscheidet sich deutlich zwischen Haushalten mit und ohne Kind. Eltern zwischen 18 und 64 Jahren in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten arbeiteten im Durchschnitt gut 58 Stunden je Woche. Das waren über 9,5 Stunden mehr als bei Paaren ohne Kind und Alleinlebenden derselben Altersgruppe (48,5 Stunden). Die Differenz ergibt sich vorrangig durch 10,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit, die etwa bei der Kinderbetreuung oder der Haushaltsführung anfällt. Mütter verbrachten je Woche durchschnittlich 7 Stunden weniger mit Erwerbsarbeit und 15 Stunden mehr mit unbezahlter Arbeit als Frauen, die allein oder in einer Partnerschaft ohne Kind lebten. Väter hingegen leisteten sowohl mehr bezahlte Arbeit (+ 7 Stunden) als auch mehr unbezahlte Arbeit (+ 4 Stunden) als Männer ohne Kind. Insgesamt wandten Väter gut 2 Stunden mehr Zeit für Arbeit auf als Mütter. ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 179 des Statistischen Bundesamtes vom 18.05.2015

 

Bei 13% der Paare ist die Frau die Hauptverdienerin

Im Jahr 2013 verdiente bei 13% der Paare in Deutschland die Frau mehr als ihr Ehe- oder Lebenspartner. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2015 mit. Bei 10% der Paare hatten die Partner ein ähnlich hohes Einkommen. Ganz überwiegend (77%) erzielte jedoch der Mann das höchste Einkommen im Haushalt. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Im Jahr 2003 hatte bei 11% der Paare die Frau das höhere Einkommen bezogen.

Unter den nichtehelichen Lebensgemeinschaften war mit 24% der Anteil der Frauen, die ein höheres Einkommen als ihre Partner erzielten, deutlich höher als bei Ehepaaren (12%). Mit 21% war in Ostdeutschland der Anteil der Paare, bei denen die Frau mehr verdiente als ihr Partner, höher als in Westdeutschland. Hier lag dieser Anteil nur bei 11%. Bei Paaren mit Kindern waren mit 11% Frauen seltener die Haupternährerin in der Familie als bei Paaren, in deren Haushalt keine Kinder (mehr) lebten (15%). ...

Quelle: Pressemitteilung Nr. 077 des Statistischen Bundesamtes vom 05.03.2015

 

In Deutschland leben 2,5 Millionen Familien mit Migrationshintergrund

Im Jahr 2013 gab es in Deutschland 8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern. Davon hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gut 2,5 Millionen Familien einen Migrationshintergrund. Das heißt, mindestens ein im Haushalt lebender Elternteil besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit, hat die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten oder ist Spätaussiedler. Somit hatte fast jede dritte Familie (31%) ausländische Wurzeln. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland.

Im Vergleich zu 2005 - hier wurde erstmals der Migrationsstatus im Mikrozensus abgefragt - hat sich die Zahl der Familien mit Migrationshintergrund um 131.000 erhöht (2005: rund 2,4 Millionen). Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund an allen Familien betrug damals 27%. Die Gesamtzahl der Familien mit minderjährigen Kindern ist im Vergleich zu 2005 hingegen gesunken, und zwar um 837.000. Damals gab es noch 8,9 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland.

Quelle: Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 03.02.2015