Der Lebensbezogene Ansatz in thesenhafter Kurzdarstellung. Leben für alle und alles

Norbert Huppertz

 

1. Name und Bezeichnung

Ansätze sind pädagogisch-didaktische Positionen, von denen die Vertreter des jeweiligen Ansatzes annehmen, dass danach in Erziehung und Bildung gearbeitet werden sollte. Ihre Namen haben die Ansätze aus verschiedenen Gründen.

Der "Lebensbezogene Ansatz" heißt so, wie er heißt, weil hier "das Leben" im Vordergrund steht und für alles leitend sein soll. Es geht um Leben von allen Menschen und von allem Sonstigen, was lebt. Zielsetzung ist gelingendes Leben, und zwar bezogen auf die aktuelle Lage des Kindes, aber auch auf seine Zukunft. Leben ist zwar auch verbunden mit Defizit und eventuellen Benachteiligungen; das aber genau ist hier mit berücksichtigt, z.B. bei unserem besonderen Engagement für Kinder mit Behinderung, für Kinder mit Migrationshintergrund etc.

Das Phänomen des Lebens wird hier in seinem gesamten zeitlichen Verlauf gesehen, nicht zerstückelt in einzelne Situationen, wenngleich es immer wieder Situationen mit Problemen (Prekarität) zu bewältigen gibt. Der Lebensbezogene Ansatz grenzt sich also durch seinen weiten Blick auf Leben als Ganzes ab, z.B. vom reinen Situationsansatz, nimmt jedoch dessen Bedeutung auf und bezieht seine positiven Aspekte mit ein.

Der Lebensbegriff bezieht sich im Lebensbezogenen Ansatz auch auf das methodisch-didaktische Vorgehen: Nicht einseitige Instruktion und Belehrung stehen an erster Stelle, sondern er-lebende Verfahren werden möglichst immer favorisiert (s. unter 6.).

Also: Leben überhaupt - und zwar in erster Linie von seinen erfreulichen Seiten her, und nicht von den problematischen - wird als Ausgangs- und Zielpunkt in unserer Pädagogik gesehen.

2. Wesentliches und Unverzichtbares

Der Lebensbezogene Ansatz ist eine werte- und zielorientierte Pädagogik. Die zentralen Werte dabei sind

  • Gerechtigkeit,
  • Friede und
  • Natur.

Das Hauptziel aller Erziehung und Bildung wird mit dem Begriff des "Weltbürgers" benannt. Demgemäß ergeben sich auch die Bildungsinhalte und Methoden.

Das gesamte Denken und Handeln in der Lebensbezogenen Pädagogik geht aus von den Bedürfnissen der Kinder. "Bedürfnis" bezieht sich hier auf das, was Kinder wirklich für ein gelingendes Leben brauchen, und ist zu unterscheiden von Interessen, Begehrungen oder Gelüsten. Kinder brauchen

  • Zuwendung,
  • soziale Einbindung,
  • Anerkennung,
  • gesundes Essen und Trinken,
  • Wärme, gute Luft usw.,

aber besonders auch

  • inhaltlich-thematische Anregungen (Bildungsangebote),
  • führende Orientierung (Erziehung),
  • Freiraum für ihre Entwicklung und Selbstverwirklichung.

Der Lebensbezogene Ansatz setzt besonders auf Lebensbezogene Sprachbildung. Das heißt: Es wird nicht die separierte Sprachförderung von ausgewählten "schwachen" Kindern praktiziert, sondern favorisiert wird eine umfassende Sprachbildung im Leben des Alltags und in allem, was den Kindern von Seiten der Erzieherin und der Umgebung geboten ist.

Des Weiteren gehören zu den essenziellen und unverzichtbaren Punkten die entsprechende Rolle der Erzieherin (Kindorientierung, Planungsfreundlichkeit etc.) sowie das adäquate Bild des Kindes (Individualität der Person, Eintreten für Benachteiligte etc.) (s.u.).

Dies sind wesentliche und unverzichtbare Punkte in der Lebensbezogenen Pädagogik. Wo diese fachlich einwandfrei - also professionell - verwirklicht sind, wird der Lebensbezogene Ansatz umgesetzt.

3. Alleinstellungsmerkmal und Bezug zu anderen Ansätzen

Das Besondere des Lebensbezogenen Ansatzes kann in folgenden Punkten gesehen werden:

Kindorientiertheit und Bedürfnisse. Die absolute Kindorientiertheit zeigt sich darin, dass bei allem und jedem zuerst gefragt wird, und zwar ausdrücklich gefragt wird: "Was ist Kindheit und was brauchen Kinder?" Wichtig ist auch die Frage: "Was haben derzeitig Kinder?" Für das pädagogische Handeln ist jedoch bedeutsamer die Frage, was Kinder brauchen, also die Frage nach ihren wahren Bedürfnissen (Kein anderer Ansatz sieht und betont dies so).

Werte und Ziele. Zum Alleinstellungsmerkmal des Lebensbezogenen Ansatzes gehört auch die hervorgehobene Werte- und Zielbezogenheit. Kein anderer Ansatz tritt so ausdrücklich für die Vermittlung der Werte an die Kinder ein (z.B. Gerechtigkeit, Friede, Natur). Das Verhältnis zwischen dem, was Kinder wirklich brauchen, dem, was sie alles haben, was ihnen ihre Umgebung alles gibt, einerseits und dem, was wir Kindern, u.a. an Wertvorstellungen, vermitteln wollen und müssen, muss gut und klug ausbalanciert werden.

Zu Ende gedacht. Der Lebensbezogene Ansatz ist allseitig zu Ende gedacht, z.B. mit Blick auf das Kind und sein gelingendes Leben, die Erzieherin und ihre Rolle, Eltern und ihre Aufgaben, Fragen der klassischen Pädagogik in der heutigen Zeit, Globalisierung im positiven und negativen Sinne, gesellschafts- und geopolitische Fragestellungen, nachhaltige Entwicklung und Inklusion, forschungsmethodische und wissenschaftstheoretische Grundlagen, das Verhältnis zu anderen Ansätzen usw. (Mit "zu Ende gedacht" ist nicht etwa gemeint zu Ende entwickelt bzw. nicht mehr diskutabel o.ä.).

Würdigung anderer Ansätze. Im Lebensbezogenen Ansatz werden alle anderen Ansätze und ihr Gedankengut mitbedacht, z.B. im Situationsansatz, in der Montessori-Pädagogik etc., und gegebenenfalls gewürdigt und einbezogen. Wie bei allem lautet hier das Motto: Unvoreingenommen sehen und reflektieren, ohne von vorneherein abzuwerten (Bezug zu Phänomenologie und Partial-Holismus).

Besonderes Engagement und Sprachbildung. Vor dem Hintergrund des Wertes der Gerechtigkeit vertreten wir in der Lebensbezogenen Pädagogik ein hervorgehobenes Engagement für Kinder mit Besonderheiten. Dazu kann das hochbegabte Kind zählen; in der Regel geht es jedoch eher um die Kinder aus benachteiligten Verhältnissen. In diesem Zusammenhang sieht der Lebensbezogene Ansatz auch die Methode der Lebensbezogenen Sprachbildung ("Kümmerkinder", "Stolperkinder" etc.). Auch das ist ein Alleinstellungsmerkmal, insofern dazu eine ausdifferenzierte Konzeption und Methodik erarbeitet vorliegt.

4. Bild des Kindes

In der Lebensbezogenen Pädagogik wird das Kind als Person im umfassenden Sinne gesehen; lediglich befindet es sich als Person in einer anderen Zeit seiner Entwicklung und Sozialisation. Kinder sind nicht nur "Zu-Erziehende", sondern sie sind Menschen mit ihren Kompetenzen und Bedürfnissen. Kein Kind hat nur seine Defizite, sondern ein jedes auch seine Stärken und Kompetenzen. Aus der Sicht von Kindergarten und Krippe hat das Kind einen Anspruch auf Betreuung, Erziehung und Bildung. Kinder sind Individuen; sie sind im Vergleich zu anderen sowohl gleich als auch verschieden; sie können privilegiert oder benachteiligt sein. Aus Gerechtigkeitsgründen stellt sich die Erzieherin immer auf die Seite des benachteiligten Kindes, ohne Kinder aus privilegierten Verhältnissen zu vernachlässigen.

5. Rolle der Erzieherin

Die Erzieherin hat den gesellschaftlichen Auftrag, die Betreuung, Erziehung und Bildung des Kindes zu gewährleisten. Dazu ist sie bestellt und qualifiziert. Als Frühpädagogin ist sie gleichsam Garant für das gelingende Leben des Kindes bis zur Einschulung. Verantwortlich ist sie für alles das, was sie selber in der Hand hat und beeinflussen kann - für anderes nicht.

Erzieher/innen sind zuständig für die pädagogische Begleitung des Kindes. "Pädagogisch" heißt dabei im Lebensbezogenen Ansatz, dass sie einerseits aufmerksame Beobachter/innen sind, aber auf der anderen Seite ebenfalls proaktive pädagogische Fachkräfte, die den Kindern Bildungsangebote machen und mit ihnen bedachte Projekte durchführen (Es sei angemerkt, dass das Wort "Pädagogin" aus dem Altgriechischen kommt, und zwar von pais = das Kind und von agein = führen - also: Pädagogin = "Kinderführerin").

Die Erzieherin hat im Lebensbezogenen Ansatz im Vergleich zu manchen anderen Positionen eine aktivere Rolle, begründet darin, dass sie eine so große Verantwortung trägt. Sie plant (z.B. ein Bildungsangebot zum Thema "Wasser und dessen Bedeutung auf der Erde"); sie beobachtet (z.B. ob Kinder sich ökologisch verhalten); sie kooperiert (z.B. mit einem Biobauernhof); sie fördert (z.B. ein benachteiligtes Kind mit Migrationshintergrund); sie erzieht und bildet (z.B. im Rahmen eines Eine-Welt-Projektes) etc.

6. Methoden im Lebensbezogenen Ansatz

In der Lebensbezogenen Pädagogik ist von besonderer Bedeutung das Er-leben, und zwar für jedes einzelne Kind auf seine Weise. Insofern steht nicht die Instruktion in der Gesamtgruppe im Vordergrund, sondern, wo immer es geht, die kleine Gruppe. 20 oder mehr Kinder in einer Gruppe über etwas zu informieren, ist normalerweise zu schwierig. Deshalb wird in der Lebensbezogenen Pädagogik unbedingt für Gruppenteilung plädiert. Hat man fünf bis sieben Kinder in einer Gruppe, so ist es möglich, wirklich jedes Kind anzusprechen.

In der modernen Pädagogik bekannte Methoden werden hier professionell praktiziert: Projektarbeit, didaktisches Angebot, freies Spiel, Alltag usw. Die Besonderheit der Lebensbezogenen Pädagogik bezüglich dieser Methoden besteht einerseits darin, dass möglichst Lebensbezogene Bildungsinhalte (Natur, Gerechtigkeit, Friede usw.) eine Rolle spielen, dass aber andererseits auch den geplanten und gezielten Verfahren eine größere Bedeutung zugesprochen wird.

Bei den methodischen Überlegungen spielt in der Lebensbezogenen Pädagogik besonders auch die Rhythmisierung des Tages eine wichtige Rolle. Wir legen Wert darauf, dass Kinder pünktlich und regelmäßig den Kindergarten besuchen (ohne unangemessen streng mit Eltern umzugehen). Aus der Perspektive des Kindes ist sein Biorhythmus zu betrachten und zu beachten. Gezielte didaktische Angebote müssen u.a. auf ihre zeitliche Passung hin gesehen werden. In der Lebensbezogenen Pädagogik besteht eine klug bedachte Ausbalancierung zwischen dem "Lassen" der Kinder ("Wachsen lassen", z.B. Freispiel) einerseits und den durch die pädagogische Fachkraft geleiteten Aktivitäten. Ideal wäre, wenn die Erzieherin ihrerseits jedem Kind täglich etwas "mitgeben" könnte (quasi "sein Bildungsgeschenk"), allerdings möglichst er-lebend und damit sich selber bildend.

7. Stellung des Lebensbezogenen Ansatzes zu den Bildungsplänen

Alle Bundesländer haben ihre eigenen Bildungspläne für den Elementarbereich, z.T. in Verbindung mit dem Primarbereich. Wie steht der Lebensbezogene Ansatz zu diesen Bildungsplänen?

Eine Gemeinsamkeit ist zunächst einmal darin zu sehen, dass der Lebensbezogene Ansatz über eine grundsätzliche Planungsfreundlichkeit (ohne "Verplanung") verfügt, die in der Tatsache des Vorhandenseins der Bildungspläne ebenfalls zum Ausdruck kommt. Die Bildungspläne vertreten ein Bild des Kindes, eine Sicht der Rolle der Erzieher/innen sowie eine Interpretation des Bildungsbegriffes, wie es durchaus kompatibel ist mit der jeweiligen Sichtweise des Lebensbezogenen Ansatzes. Allerdings ist dabei unverzichtbar, dass der gesamte Text, und vor allem der Geist und die Philosophie des jeweiligen Landesbildungsplanes gesehen werden. Wer sich einzelne Stellen aus einem Bildungsplan herausnimmt und nur diese sieht, kann den Eindruck gewinnen, als wäre der Bildungsplan einseitig, z.B. mit Blick auf die Subjektivität und Kompetenz des Kindes und die damit eventuell angenommene Bedeutungslosigkeit der Erzieherin. Erzieher/innen müssen immer das Kind sehen und dabei ihre eigene, u.a. aber auch aktive Rolle als Bildner/in betrachten.

Die Bildungspläne plädieren genau wie die Lebensbezogene Pädagogik, wenngleich nicht in dieser Deutlichkeit, für Werte, wie z.B. nachhaltige Entwicklung, Inklusion etc. Wie diese Beispiele verdeutlichen, geschieht dies hier und da unter verschiedener Begrifflichkeit. Nach bisherigen Erkenntnissen scheint der Lebensbezogene Ansatz eine geradezu ideale Pädagogik zu sein für die Umsetzung der Erziehungs- und Bildungspläne der Bundesländer, und zwar begründet dadurch, dass diese Pädagogik umfassend und zu Ende gedacht ist. Der Lebensbezogene Ansatz ist eine Pädagogik auf der Höhe der Zeit.

8. Wissenschaftstheoretische Fundierung

Pädagogische und didaktische Ansätze müssen, wollen sie einen Anspruch auf Bedeutung erheben, auch wissenschaftliche Kriterien erfüllen. Das betrifft u.a. die Fragen, wie bestimmte Annahmen und Grundsätze begründet werden, ob sie rational haltbar sind, ob sie erforscht und evaluiert wurden etc. Pädagogische Ansprüche und Prinzipien eines Ansatzes müssen dem Kriterium der Plausibilität gerecht werden.

Der Lebensbezogene Ansatz ist vor allem mit Blick auf seine Werteorientierung und Zielbezogenheit keineswegs ideologisch begründet, sondern hat sich als Ausgangspunkt u.a. die wissenschaftstheoretische Position der Phänomenologie zu eigen gemacht. Ein Grundsatz ist dabei, alles, was uns begegnet, so zu sehen, wie es sich von ihm selber zeigt ("zu den Sachen selbst"). Daneben fordert der Lebensbezogene Ansatz Evaluation und Qualitätsentwicklung, vor allem auch auf der Basis empirischer Methoden. Die wissenschaftstheoretische Position, die hier insgesamt zugrunde liegt, wird als Partial-Holismus bezeichnet. In der theoretischen Grundlegung des Lebensbezogenen Ansatzes gibt es keine einzige Aussage, die wissenschaftlich nicht haltbar wäre. Vor allem auch mit Blick auf Lebensbezogene Sprachbildung erfolgten positive Evaluationen.

9. Der Lebensbezogene Ansatz und die Schule

Wie sämtliche Bildungspläne der Bundesländer, so ist auch die Lebensbezogene Pädagogik bzw. der Lebensbezogene Ansatz in seiner Gesamtanlage nicht nur nicht schulfeindlich orientiert, sondern eher schulfreundlich. Das heißt: Das gelingende Leben der Kinder wird u.a. gesehen mit Blick auf ihre reibungslose Einschulung und ihren Schulerfolg (Deshalb findet noch keineswegs eine "Verschulung" des Kindergartens statt, sondern eine kindorientierte und verantwortungsbewusste Arbeit).

Erzieher/innen im Elementarbereich kooperieren, wie es in allen Ländern vorgeschrieben ist, mit der Schule. Schule hat dabei nicht die Aufgabe des Kontrollierens, ob bestimmte Kinder noch nicht schulfähig sind, sondern sie ist verpflichtet, partnerschaftlich mit den pädagogischen Fachkräften aus Krippe und Kindergarten zusammenzuarbeiten. Dabei richtet sich der Blick in erster Linie auf Ermöglichung und Generierung der Schulfähigkeit eines jeden einzelnen Kindes, vor allem aber des benachteiligten Kindes. Es ist schwer zu ertragen, dass in Deutschland jedes Jahr etwa 10%, d.h. ca. 100.000 Kinder, bei der Einschulung "auf der Strecke bleiben". Genau dieser Kinder möchte sich die Lebensbezogene Pädagogik in besonderer Weise annehmen (Konzept "Kümmerkinder", "Stolperkinder", Lebensbezogene Sprachbildung etc.).

10. Planung und Durchführung in zehn Schritten

Lebensbezogenes Arbeiten bedeutet im Rahmen von pädagogischem Handeln u.a. Planungsfreude und Reflexion (Das ist nicht zu verwechseln mit Überplanung oder Verplanung). Bei allen didaktischen Aktivitäten innerhalb der Lebensbezogenen Pädagogik kann das folgende Schema behilflich sein.

1. Das Thema finden

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2. Wirkliche Bedürfnisse der Kinder und ihre Voraussetzungen bedenken (was sie brauchen, z.B. Energie; Wasser sparen; Werte und Ziele etc.) …………………………………………………………………

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3. Entscheidungen treffen …………………………………………………………………

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4. Er-lebende Methoden wählen (Projekt, Angebot oder Angebotsreihe) …………………………………………………………………

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  • 5. Planung und Planfertigung
    • schriftlich
    • grob und offen
    • Kinder einbeziehen
    • Raumfragen klären
    • Wie viele und welche Kinder?
    • Ablauf
    • etc.
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    6. Praktische Organisation (z.B. Material besorgen) …………………………………………………………………

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    7. Kooperationen absprechen (u.a. auch thematisch; Eltern, bedeutende Personen im Gemeinwesen etc.) …………………………………………………………………

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    8. Konkrete und letzte Vorbereitungen und Herrichtung …………………………………………………………………

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    9. Durchführen, Tun, Handeln, Umsetzen

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    10. Reflexion, Evaluation, Feedback/ Rückmeldung, Präsentation …………………………………………………………………

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    Bei aller Planungsfreundlichkeit dürfen auch und gerade im Lebensbezogenen Ansatz nie die erforderliche Offenheit, Kreativität und Flexibilität fehlen, und vor allem nicht die Voraussetzungen der Kinder außer Acht bleiben.

    11. Umsetzungsbeispiel mit Schwerpunkt Natur

    Die Erzieherin weiß im Rahmen ihres Profils des Lebensbezogenen Ansatzes um die Bedeutung der Schwerpunkte Gerechtigkeit, Friede, Natur. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf ihren Bildungsplan entscheidet sie sich für ein Thema zu Natur und Nachhaltigkeit (zu diesem Beispiel vgl. Barleben 2015). Sie plant ein Projekt zum Thema "Müllvermeidung und Recycling". Ihre Zielsetzung ist nachhaltige Umweltbildung im Rahmen des Schwerpunktes Naturerziehung. Dazu beginnt sie "im Leben" - hier: auf dem nahe gelegenen Recyclinghof. Sie hat dort einen Termin mit einem Mitarbeiter vereinbart, der den Kindern die Container zeigt. Auf diese Weise wird ihnen direkt vor Augen geführt, wie sich Müll stapelt und was "im Müll landet": Liegestühle, CD-Player, altes Spielzeug, Verpackungskunststoffe etc. Sie lernen Wörter wie "Sperrmüll", "recyceln" und "Wertstoffe".

    Ein Blick in die Mülltonnen der Einrichtung zeigt den Kindern, wie viel Müll im Kindergarten anfällt. Sie lernen, welcher Müll sich schnell zersetzt, aber auch, wie lange etwa die Zersetzung von Plastik dauert. Zur Müllvermeidung im Kindergarten haben die Kinder selbst Ideen, z.B. die Wiederverwendung von Malpapier, das nur spärlich bemalt wurde, die Sammlung von Materialresten in einer Schublade, aus der die Kinder sich beim Basteln bedienen können, usw.

    Am Elternabend stellt die Erzieherin das Projekt vor und bespricht mit den Eltern, was diese beitragen möchten, z.B. das Frühstück ihres Kindes in einer wiederverwendbaren Butterbrotbox ohne Plastikfolie unterbringen usw. Außerdem bittet sie die Eltern darum, alte Verpackungsmaterialien, Pappe etc. mitzubringen. Daraus bauen Erzieherin und Kinder ein kreatives Spielhaus, das im Flur des Kindergartens stehen bleibt und von allen Kindern der Einrichtung genutzt werden kann.

    Der Projektverlauf wird für die Eltern auf einer Stellwand mit Hilfe von Fotos etc. präsentiert.

    12. Literatur

    Barleben, M.: Der Lebensbezogene Ansatz. In: Rißmann, M. (Hg.): Lexikon Kindheitspädagogik. Kronach: Carl Link Verlag 2015

    Huppertz, M./Huppertz, N.: Sprachbildung und Sprachförderung in Kindergarten und Krippe - lebensbezogen und alltagsintegriert. Oberried: PAIS-Verlag 2015

    Huppertz, N.: Erleben und Bilden im Kindergarten. Freiburg: Herder 2003

    Huppertz, N.: Der Lebensbezogene Ansatz im Kindergarten. Oberried: PAIS-Verlag 2011

    Huppertz, N.: Der Lebensbezogene Ansatz. In: Pousset, R. (Hg.): Handwörterbuch Frühpädagogik. Berlin: Cornelsen Scriptor 2014

    13. Filme zum Lebensbezogenen Ansatz

    Der Lebensbezogene Ansatz im Kindergarten - Ein Lehrfilm über Theorie und Praxis (DVD 55 Min.). Oberried: PAIS-Verlag

    Der Lebensbezogene Ansatz in der Praxis - Erprobung in Kindergarten und Kindertagesstätte. Oberried: PAIS-Verlag

    Filme auf YouTube unter "Lebensbezogener Ansatz"

    14. Autor

    Informationen zu Prof. Dr. Norbert Huppertz sind auf seiner Homepage zu finden: www.wibeor-baden.de/huppertz