Gestaltungsmöglichkeiten von Funktionsräumen

Heike Baum

 

Erwachsene bieten Unterstützung und Begleitung bei Selbstbildungsprozessen, vor allem durch anregende Räume und Materialien (U. Lange).

 

Kurz einiges Grundsätzliches

Kinder brauchen klare Strukturen und Übersichtlichkeit in ihren Lern- und Lebensräumen. Deswegen gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr!

Es muss den Kindern nicht immer alles zur Verfügung stehen. Spiele, Puzzles und andere Materialien können von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Was Kinder brauchen, ist das Material, welches ihren momentanen Interessen befriedigen kann. Dazu bedarf es von den Erzieher/innen eine kontinuierliche, systematische Beobachtung - also eine Beobachtung, die nicht zufällig geschieht.

Das Material selbst muss leicht zu sortieren und aufzuräumen sein. Am besten eignen sich durchsichtige Kisten oder Kisten, auf denen das Material als Foto aufgeklebt ist. Konstruktionsmaterial wird sinnvoller Weise nach Farben sortiert. Für die Spracherziehung steht neben dem Foto mit dem Material "ROT"...

Von der Decke herunter Hängendes ist außer in Liegebereichen der unter dreijährigen Kinder (wie Liegeplatz, Wickeltisch, Schlafbereich usw.) grundsätzlich zu vermeiden, da es die Konzentration stark vermindert.

Viele Kindergartenräume sind zu voll gestellt. Die Kinder brauchen auch im Zimmer Platz, um sich zu bewegen. Für die unter Dreijährigen ist die Hälfte eines Krippenraumes zum Rennen, Laufen, Hüpfen, Klettern, Fahren und für sonstige Bewegungsformen entsprechend mit anregendem Material auszustatten. Außerdem braucht es:

Hier finden Sie nun die konkrete Ideensammlung

Konstruktionsbereich

Rollenspielbereich

Kreativbereich

Werkstattbereich

Musikbereich

Bewegungsbaustelle

Bistro

Garten

Krippenbereich

Ein Krippenbereich ist im offenen Konzept wichtig, wenn Kinder unter zwei Jahren aufgenommen werden.

In der Krippengruppe ist der Alltag Programm. Das heißt, eine beziehungsvolle und anregende Wickelsituation und das gemeinsame Essen mit der Erzieherin/ dem Erzieher (nicht unbedingt mit allen Kindern) sowie ein kleiner Redekreis miteinander am Ende des Tages sind ein ausreichendes, von Erwachsenen gestaltetes Lernangebot für Kinder unter drei Jahren. Hinzu kommt die selbst gestaltete Bildungszeit in einem gut durchdachten und lernanregenden Raum. Der Krippenbereich ist die Basis der Kleinen, die von dort aus Erkundungen in die anderen Funktionsräume machen.

Wickelbereich

Sanitärbereich

Spielzimmer für Brettspiele und Puzzle

Bibliothek und Lesezimmer

Snozzeln/ Sinneserfahrungsbereich

Garderobe, der Raum zum Ankommen und zum Verabschieden

Elternecke

Über weitere Ideen, als Ergänzung zur dieser Ideensammlung, freue ich mich sehr! Bitte mailen an: info@heike-baum.de.

Literatur zur Raumgestaltung

AWO Bundesverband: DVD "Die Weltenentdecker". Berlin

Baacke, Dieter: Die 0- bis 5-Jährigen. Weinheim 1999

Beek, Angelika von der: Der Raum als 3. Erzieher. PÄD Forum 2001, Heft 3, S. 197-202

Beek, Angelika von der: Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei. Weimar 2006

Beek, Angelika von der u.a.: Kinderräume bilden. Ein Ideenbuch für Raumgestaltung in Kitas. Neuwied 2001

Beek, Angelika von der u.a.: Hundert Welten entdeckt das Kind: Kinderräume bilden: Ein Ideenbuch für Raumgestaltung in Kitas. Berlin 2006

Bendt, Ute/Erler, Claudia: Spielbudenzauber. Sinnvolle Raumgestaltung in Kita und Krippe. Mülheim/Ruhr 2010

Dieken, Christel: Lernwerkstätten und Forscherräume in Kita und Kindergarten. Freiburg 2004

Dreier, Annette: Was tut der Wind, wenn er nicht weht? Begegnung mit der Kleinkindpädagogik in Reggio Emilia. Berlin 1994

Dreier, Annette: Raum als Dritter Erzieher. In: Lingenauber, Sabine (Hrsg.): Handlexikon der Reggio-Pädagogik. Bochum 2004, S. 135-141

Dreisbach-Olsen, Jutta u.a.: Nischen, Höhlen, Hängematten. Kita-Räume verändern sich. Berlin 1995

Franz, Margit/Vollmert, Margit: Raumgestaltung Kita. In diesen Räumen fühlen sich Kinder wohl. München 2005

Hermann, Gisela/Wunschel, Gerda: Erfahrungsraum KITA. Anregende Orte für Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Weinheim 2002

Jelich, Franz-Josef/Kemnitz, Heidemarie (Hrsg.): Die pädagogische Gestaltung des Raumes. Geschichte und Modernität. Bad Heilbrunn 2003

Kercher, Angelika/Höhn, Kariane: Raumerkundungsbuch. Kronach 2009

Knauf, Tassilo: Von der Krippe zur Bildungsarbeit mit Kindern von 0 bis 6 Jahren. klein&groß 2007, Heft 1, S. 32-35

Laewen, Hans-Joachim/Andres, Beate (Hrsg.): Forscher, Künstler, Konstrukteure - Werkstattbuch zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen. Weinheim 2002

Lange, Udo/Stadelmann, Thomas: Spiel-Platz ist überall. Freiburg 2000

Miedzinski, Klaus/Fischer, Klaus: Die neue Bewegungsbaustelle. Dortmund 2009

Pickler, Emmi: Lasst mir Zeit. München 2001

Reich, Eberhard: Denken und Lernen. Hirnforschung und pädagogische Praxis. Darmstadt 2005

TÄKS e.V. (Hrsg.): In der Vielfalt liegt ein Zauber. Berlin 2009

Autorin

Heike Baum ist Erzieherin, Spielpädagogin, Gruppendynamikerin, Supervisorin (DGSv) und Balintgruppenleiterin sowie Autorin zahlreicher pädagogischer Bücher. Sie ist seit 20 Jahren freiberuflich tätig. Heike Baum führt Seminare u.a. im Bereich Elementarpädagogik durch und leitet drei Qualifizierungen:

Weitere Informationen unter www.heike-baum.de.



In: Martin R. Textor (Hrsg.): Das Kita-Handbuch.

http://kindergartenpaedagogik.de/2222.html