Konzept der Aufbauberatung durch Impuls Soziales Management

Elke König

 

Partner für Familien sein, eine an den Bedürfnissen der Kinder orientierte, qualitativ hochwertige Betreuung bieten - und dabei wirtschaftlich, kunden- und mitarbeiterorientiert arbeiten: Kindertageseinrichtungen müssen heutzutage vieles leisten. Sie sollen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen und Kinder in ihrer Entwicklung altersentsprechend umfassend fördern.

Vor allem müssen Kindertageseinrichtungen sich von Anfang an als Dienstleistungsunternehmen verstehen. Damit dies gelingt, sollten manche Weichen schon weit vor der Eröffnung gestellt werden, denn die Qualität einer Kindertageseinrichtung ist in hohem Maß von den Voraussetzungen abhängig, die zur Verfügung gestellt werden. Von der Bauplanung über die Ausstattung bis zur Einstellung der Einrichtungsleitung, die Managementqualitäten haben sollte - mit der Entscheidung, eine betriebliche Kindertageseinrichtung neu zu eröffnen, werden Unternehmen und Träger vor vielfältige Entscheidungen gestellt.

ISM-Aufbauberatung©

Unterstützung bietet die Aufbauberatung von Impuls Soziales Management (http://www.e-impuls.de). Unter diesem Namen firmieren Berater, Organisationsentwickler und Trainer, die unter anderem Machbarkeitsstudien zum Bedarf, zu den Kosten und den rechtlichen Voraussetzungen von Kindertageseinrichtungen für Kinder von 0 bis 12 Jahren erstellen und individuelle Konzepte zur Umsetzung entwickeln. In der ISM-Aufbauberatung© werden Einrichtungsleitungen und ihre Teams in einem mehrmonatigen Prozess beraten, begleitet und qualifiziert.

Warum Aufbauberatung?

Die fachliche Beratung, Begleitung und Qualifizierung der in Kindertageseinrichtungen tätigen Mitarbeiter/innen dienen der Förderung, Entwicklung und Stärkung von fachlichen und personellen Kompetenzen. Der Erwerb von Reflexions- und Erkenntnisfähigkeit von Arbeitszusammenhängen, Arbeitsaufträgen und Notwendigkeiten sollen pädagogische Fachkräfte befähigen, ihr Handeln auf begründbare Entscheidungen auszurichten. Hierüber soll ein Qualifikationszuwachs, z.B.

  • im Erwerb und der Umsetzung des entwicklungspsychologischen, soziologischen und erziehungswissenschaftlichen Wissens, das Bedeutung für die Praxis hat, und
  • hinsichtlich reflexiver, rationaler und (meta-) kommunikativer Handlungskompetenzen

erreicht werden. Es sollen impulsgebend Innovationsprozesse aufgegriffen und Lösungswege für eine zukunftsfähige Praxis aufgezeigt werden.

Die Balance und Qualität von Kundenzufriedenheit, Betriebswirtschaft, Mitarbeiterzufriedenheit und der Kultur der Veränderung sind Aufgaben der Führungskräfte in Kindertageseinrichtungen. Doch diese haben meist eine pädagogische Ausbildung. So brauchen sie die Unterstützung einer Fachberatung und ihres Trägers, um die stetig wachsenden und sich verändernden Anforderungen zu erfüllen. Kindertageseinrichtungen sind heutzutage Unternehmen, die bei der Organisationsentwicklung externe Dienstleistung brauchen, um die Marktlage ihrer Einrichtung positiv zu unterstützen.

Die Einrichtungsleitung soll eine effektive Unterstützung während der gesamten Aufbauphase der Einrichtung vor und nach Eröffnung erhalten. Ziel ist zunächst, die Organisations- und Planungskompetenzen zu erhöhen. Die Aufbauberatung versteht sich als Stütze und Beistand für die vielfältigen Aufgabengebiete, die die Einrichtungsleitung bewältigen muss. Orientierung geben die Vorgaben und Anliegen der Betreiber der Einrichtung und ihrer Partner.

Als Instrumentarium dient ein Managementhandbuch, das der Einrichtungsleitung von Beginn ihrer Tätigkeit an in Papier- und digitaler Form zur Verfügung gestellt und überlassen wird. Die Aufbauberatung beginnt mit der intensiven Einarbeitung und Erschließung des Handbuches. Die Entwicklung, Anpassung und Vermittlung wird durch Impuls Soziales Management vorgenommen. Inhalte beschreiben die Prozesslandschaft der zu erfüllenden Aufgaben. Anregungen und Praxisbeispiele komplettieren die Beratungsinhalte bei Personal-, Organisations- und Struktur-, pädagogischen und konzeptionellen Fragen. Allgemeine Themen und Gegenstände der Beratung orientieren sich an der Kompetenz und Erfahrung der jeweils zu Beratenden. Beschrieben werden allgemeine Grundsätze und zentral organisierte Bausteine. Passgenauer Ansatz des Handbuches sind die gestellten Anforderungen und Ansprüche des Trägers an die Leitung und das Team in der Ausgestaltung der Umsetzung der Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität. Die Inhalte sind gegliedert nach

  • Arbeitsverträgen,
  • Dienstanweisungen,
  • Themen, die Eltern betreffen (z.B. Einverständniserklärungen),
  • Hygiene,
  • Brandschutzkonzept,
  • Risikoanalyse,
  • Pädagogik (z.B. Konzeptionsentwürfe, Eingewöhnungsmodell) und
  • Personal (z.B. Möglichkeiten der Durchführung von Personalentwicklungsgesprächen, Gleichbehandlungsgesetz, Stellenbeschreibung).

Integraler Bestandteil des Managementhandbuches ist außerdem ein Kompendium, in dem detailliert aufgeführt ist, was die Einrichtungsleitung an konkreten Aufgaben zur geeigneten Zeit erfüllen könnte bzw. sollte, und das als eine Art To-do Liste angewendet werden kann. So behält die Einrichtungsleitung den Überblick über die zu erledigenden Aufgaben, die sehr vielfältig sind.

Grundlage für einen von Beginn an erfolgreichen Aufbau und damit der Organisationsentwicklung ist die Identifikation der Angestellten mit ihrem Anstellungsträger. Um die Identifikation zu ermöglichen, erhalten alle Mitarbeiter/innen eine ganztägige Startfortbildung, konzipiert und durchgeführt von Impuls Soziales Management, bezogen auf die Philosophie und Erwartungen des jeweiligen Trägers, aber auch auf das, was die Mitarbeiter/innen von ihrem Träger erwarten dürfen.

Die Beratung beginnt mit Übernahme der Leitungsfunktion schon vor Eröffnung der Einrichtung. Zu Beginn sind die Abstände der Beratungstermine eng gesetzt, je nach Bedarf und Ressourcen jede bis jede zweite Woche. Die Intervalle sind so dicht gesetzt, damit die Leitung eine kontinuierliche Beratung bekommen kann und zeitnah Fragen beantwortet werden können, sodass einer Überforderung gegengesteuert werden kann.

Nach der Etablierungsphase verlängern sich die Zeitabstände, wobei der Gesamtumfang 150 Stunden in 1 ½ Jahren nicht überschreiten soll.

Ziele der Aufbauberatung

Die Aufbauberatung ist ein wichtiges Instrument der Unterstützung und Empfehlung bezogen auf eine reibungslose Unternehmensführung für und in Kindertageseinrichtungen. Sie zielt auf die Befähigung der Einrichtungsleitung, die Ablauf- und Aufbauorganisation bestmöglich erfüllen zu können. Die Einrichtungsleitung ist maßgeblich verantwortlich für das Gelingen des Aufbaus einer Kindertageseinrichtung und übernimmt oftmals schon vor Dienstantritt elementare Aufgaben. Da ihr Tätigkeitsgebiet so umfassend ist - es reicht von der Bewältigung von strukturellen, inhaltlichen und pädagogischen Aufgaben über die betriebswirtschaftlichen bis zu den personellen Zuständigkeiten - ist es eine Grundvoraussetzung für die Einrichtungsleitung, den Gesamtüberblick zu behalten. Hier sind analytische Kenntnisse ebenso von Bedeutung wie ein flexibler Umgang mit Ansprüchen und Erfordernissen.

Um hier zu einem Kompetenzgewinn für die Einrichtungsleitung zu kommen, ist die Aufbauberatung das geeignete Mittel, denn oftmals stellen sich Mitarbeiter/innen erstmals einer Leitungs- und damit einer Führungsposition und benötigen Sicherheit, um sich in ihrer neuen Rolle mit entsprechenden Zuständigkeiten zurechtfinden zu können. Bei diesem hohen Maß an Eigenverantwortung dient die Aufbauberatung - unterstützt durch die Beraterin - als selbstgesteuerter Lernprozess. Die Einrichtungsleitung kann hierüber das Potenzial der eigenen Fähigkeiten erkennen und wird befähigt, diese weiterzuentwickeln und einzusetzen. Durch ein geschlossenes Vorgehen mit einem individuellen, bedarfsorientierten und situativen Ansatz können Unsicherheiten minimiert werden, und im Dialog lassen sich Wege und Ziele eröffnen, erkennen und erreichen.

In diesem Zusammenhang ist von großer Bedeutung, dass die Einrichtungsleitung neben der Dienst- ebenso die Fachaufsicht innehat.

Nach einem Positionspapier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (2006)zur frühkindlichen Bildung benötigen Mitarbeiter/innen neue und erweiterte Qualifikationen hinsichtlich der Lern- und Entwicklungspsychologie, der frühkindlichen Pädagogik, der Sprachförderung und Sprachentwicklung, der Mathematik und Naturwissenschaften. "Sie müssen diagnostische Fähigkeiten besitzen und treffsichere diagnostische Instrumente beherrschen, um die Beobachtung, Begleitung und Förderung der Kinder, die Früherkennung von kindlichen Fehlentwicklungen wie von Begabungspotenzialen leisten zu können. Zudem müssen sie mit den didaktischen Schritten beim Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule vertraut sein und eine verstärkte Beratungsfunktion für die Eltern wahrnehmen können" (ebd., S. 37 f.).

Nach Kunze und Gisbert (2005, S. 85) müssen sich die Mitarbeiter/innen in das Denken von Kindern verschiedener Altersstufen hineinversetzen können, müssen methodisches Wissen in Bezug auf diagnostische Interviewtechniken besitzen, um das Vorwissensniveau und die Denkwelt der Kinder kennenlernen und erfassen zu können, und sollten Konzepte besitzen für die Themenvermittlung und Projektdurchführung.

Hier kommt der Einrichtungsleitung eine elementare Verantwortung zu, da sie die qualitative Arbeit in der Kindertageseinrichtung gewährleisten muss. Sie hat einen großen Beitrag hinsichtlich der Personalentwicklung zu leisten, worüber sie sich von Beginn der Leitungstätigkeit an über die Aufbauberatung selbst qualifizieren kann.

Beratungsinhalte verfolgen ähnliche Ziele wie die der Fortbildung. Systematisch sollen laut Wehrmann (2008) folgende professionelle Qualitäten entwickelt werden:

  • "Wahrnehmungsqualität für pädagogisch bedeutsame Situationen;
  • Reflexionsqualität zum Verständnis der Theorien und Modelle, die dem pädagogischen Geschehen zugrunde liegen;
  • Handlungsfähigkeit im Sinne von situationsbezogenem Handeln;
  • Sachqualität zum Verständnis von Sachen, die Kinder zum Begreifen ihrer Umwelt benötigen;
  • Kommunikative Qualität zur differenzierten Beobachtung, Beschreibung und Diskussion pädagogischer Situationen mit einzelnen Kindern oder Kindergruppen" (S. 94).

Der Einrichtungsleitung obliegt zunächst die Zuständigkeit, Grundsätze der pädagogischen Arbeit der Kindertageseinrichtung zu etablieren und darauf aufbauend später mit dem gesamten Team die Konzeption zu erstellen. Zu Beginn der Eröffnung müssen Entwicklungsziele der Kinder (körperlich, emotional, kognitiv, sozial, kulturell) und Grundsätze für das pädagogische Handeln (Rollen, Beziehungen, Führung, pädagogische Reflexion, Material, Ausstattung, Gestalten von Schlüssel-Situationen wie z.B. Eingewöhnung, Spiel, Essen, Schlafen) differenziert und alltagstauglich vermittelt werden.

Da Beratungsinhalte der Aufbauberatung sich an den Fragestellungen der Einrichtungsleitung und an Themen der konkreten Arbeitsanweisungen orientieren, kann direkt bei diesen Prozessen interveniert werden, sodass erstens die Leitung befähigt ist, ihre Aufgaben mit allen Notwendigkeiten zu erfüllen, und zweitens darüber ebenso die pädagogischen Mitarbeiter/innen der Kindertageseinrichtung.

Literatur

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (2006): Bessere Bildungschancen durch frühe Förderung. Positionspapier zur frühkindlichen Bildung. http://www.arbeitgeber.de (01.10.2011)

Kunze, Hans-Rainer/Gisbert, Kristin (2005): Lernmethodische Kompetenzen in der aktuellen Bildungsdiskussion. In: Auf den Anfang kommt es an: Perspektiven für eine Neuorientierung frühkindlicher Bildung. Bonn, Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Wehrmann, Ilse (2008): Deutschlands Zukunft: Bildung von Anfang an. Weimar, Berlin: verlag das netz

Autorin

Elke König
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