Rezension

Julie Leuze: Herzmuschelsommer. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2016, 352 Seiten, EUR 14,99 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Ein superspannendes Jugendbuch voller Liebe, Tragik und Mystik!

Für die sechszehnjährige Kim ist die heile Welt zusammengebrochen: Erst haben sich ihre Eltern getrennt, dann hat ihr Vater auf Anregung seiner neuen Partnerin einen Vaterschaftstest durchführen lassen, und nun weiß Kim, dass sie kurz nach der Geburt vertauscht wurde und ihre leiblichen Eltern in der Bretagne leben. Mit ihrem Vater hat sie daraufhin den Kontakt abgebrochen. Mit ihrer Mutter streitet sie sich fortwährend; zudem ist sie sich ihrer Liebe nicht mehr sicher. Und auch mit ihrem achtzehnjährigen Freund Titus läuft es nicht rund: Nachdem sie nun schon seit vielen Monaten ein Paar sind, will er Geschlechtsverkehr, aber sie verspürt noch keine "Schmetterlinge im Bauch".

Also reist Kim kurzentschlossen in die Bretagne, um ihre leiblichen Eltern kennenzulernen und bei ihnen die sechswöchigen Sommerferien zu verbringen. Diese sind nach Frankreich gezogen, als "ihr" Kind im Alter von drei Monaten verstarb, um einen neuen Anfang zu machen. Kim wird wie die "verlorene Tochter" begrüßt. Aber wessen Tochter ist sie wirklich?

Und dann lernt Kim den sechzehnjährigen Padrig kennen. Immer wieder zieht es ihn zu einer einsamen Klippe, von wo er auf das tobende Meer starrt. Was ist sein Geheimnis? Weshalb fühlt sie sich von ihm so angezogen? Soll sie sich ihm zuliebe von Titus trennen? Und was hat es mit der bretonischen Legende von der schwarzen Fee auf sich, die in einem Meeresstrudel haust und junge Männer verschlingt?

Die Antworten auf diese Fragen werden hier nicht verraten - aber ein/e Jugendliche/r, die/der dieses Buch in die Hand nimmt, wird es erst wieder fortlegen, wenn die spannende Geschichte ihren Höhepunkt erreicht hat...

Martin R. Textor