Rezension

Gerda Muller: Was wächst denn da? Ein Jahr in Opas Garten. Frankfurt/Main: Moritz Verlag 2014, 40 Seiten, EUR 14,95 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Die Niederländerin Gerda Muller, die seit vielen Jahren in Paris lebt, ist eine international bekannte Bilderbuchautorin und -illustratorin. Ihre groß- und kleinformatigen Bilder zeichnen sich durch einen detailgetreuen Realismus aus.

In dem von Tatjana Kröll aus dem Französischen übersetzten Bilderbuch "Was wächst denn da?" geht es um das Stadtkind Sophie, das die meisten Schulferien bei ihren Großeltern auf dem Land verbringt. Diese besitzen einen großen Garten, in dem sie so viel Gemüse anbauen, dass sie es gelegentlich auf dem Wochenmarkt verkaufen.

Opa hat für Sophie Gartengeräte in Kindergröße gekauft. Ferner hat er ein kleines Beet vorbereitet, das sie nun selbst bewirtschaften darf. Hier sät Sophie Radieschen, Karotten und Salat aus. Aber sie hilft auch den Großeltern beim Mulchen, beim Pikieren und beim Ernten von Erbsen, Artischocken, Brokkoli, Kartoffeln und - in den Herbstferien - von Kürbissen, Melonen, Tomaten, Rosenkohl, Topinambur, Sellerie und Chicorée. Dabei lernt Sophie eine Menge, z.B. über die acht Gemüse-Familien, verschiedene Anbaumethoden, das Kompostieren, die Gründüngung, die Befruchtung von Blüten, nützliche und schädliche Insekten usw. In den Winterferien erlebt sie den Garten im Schnee.

Da Sophie die Gartenarbeit so viel Spaß macht, bekommt sie im Frühjahr von den Großeltern ein Päckchen mit Gemüsesamen für einen Balkon-"Garten". Sie kauft mit ihren Eltern große Blumenkästen, füllt sie mit Erde und sät einen Teil der Samen aus. Das übrige Saatgut erhält ihr Freund Viktor, der auch seinen Balkon zum "Garten" umgestalten möchte.

Auf den beiden letzten Seiten des für Kinder ab sechs Jahren geeigneten Billderbuchs befindet sich ein "Garten-ABC" - ein Stichwortregister mit einigen zusätzlichen Erklärungen. Auf den inneren Umschlagseiten werden die acht Gemüse-Familien vorgestellt.

Das interessante und lehrreiche Buch von Gerda Muller wird in vielen Kindern den Wunsch wecken, selbst zu gärtnern bzw. die Geheimnisse eines Obst- und Gemüsegartens zu entdecken. Dann müssen sich Eltern etwas einfallen lassen: ein Gemüsebeet im Ziergarten, Tomatenpflanzen auf dem Balkon, ein Mini-Treibhaus auf der Dachterrasse... Aber auch Erzieher/innen sollten aktiv werden: Sie können mit den Kindern (oder deren Eltern) Beerensträucher entlang des Zauns setzen, (Hoch-) Beete anlegen oder große Kübel bepflanzen. Einige Kitas haben bereits einen Schrebergarten gepachtet oder kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Und in des USA werden immer mehr Schulgärten angelegt...

Martin R. Textor