Rezension

Donata Elschenbroich, Otto Schweitzer: Mathematik ist überall. DVD. Stuttgart: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst 2014, 60 Min., EUR 24,90 (plus Versand) - direkt bestellen durch Anklicken

 

Der Mensch nutzt seit 40.000 Jahren Zahlen - aber erst seit 5.000 Jahren Buchstaben. Der Grund: Immer wieder muss gezählt, addiert, subtrahiert, dividiert oder multipliziert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass schon Kleinkinder gerne zählen und von sich aus rechnen, wenn sie z.B. die Anzahl der Mitspieler bestimmen, Löffel und Gabeln entsprechend der Zahl der Anwesenden verteilen oder Socken paarweise ordnen.

Im Kindergarten werden mathematische Erfahrungen systematischer vermittelt, wenn z.B. Muster gelegt, Mengen in unterschiedlich große Gefäße umgefüllt oder Gegenstände (auf Balkenwaagen) gewogen werden. Darauf baut dann die Schule auf. Damit die Schüler/innen aber nicht die Lust an Mathematik verlieren (wie dies derzeit oft der Fall sei), sollten Lehrer/innen interessante (praktische) Aufgaben stellen, das (spielerische) Entdecken der Kinder moderieren und sich mehr mit deren Denkweisen befassen - also weniger damit, ob die jeweilige Lösung richtig ist, als damit, auf welchem Weg das Kind zu ihr gekommen ist. Aber auch Eltern können ihren Kindern mathematische Erfahrungen vermitteln, wenn sie z.B. mit ihnen über die Aufteilung des Taschengeldes sprechen, mit ihnen Gegenstände in der Wohnung ausmessen oder gemeinsam einer Frage nachgehen: "Wie viele Löwenzahnsamen werden wohl auf einer Wiesenfläche von einem Quadratmeter produziert?"

All dies verdeutlichen Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer anhand vieler Filmszenen, die nicht nur in Baden-Württemberg, sondern auch in Asien gedreht wurden. Sie zeigen Episoden aus dem Kinderalltag und dem Familienleben, aus Kindertagesstätten und Schulen sowie aus dem Mathematicum in Gießen und der Kinder-Akademie in Mannheim. Ferner wurden kurze Interviews mit Fachleuten wie z.B. Nancy Hoenisch, Thomas Jahnke und Ute Andresen aufgenommen.

Martin R. Textor