Rezension

Christa Ludwig: Bellcanto. Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben 2016, 229 Seiten, EUR 16,90 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Das neue Buch der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchautorin Christa Ludwig handelt zum einen von Robin, einem 12-jährigen fettleibigen Schulschwänzer, der sich in erster Linie von (gestohlenen) Chips und Limonade ernährt. Er wurde vor sechs Jahren von seinem Vater in einem Wutanfall durch eine Glastür geschleudert. Seitdem leben seine Eltern getrennt; seine Mutter ist zu einer arbeitslosen Alkoholikerin geworden; und Robin hat eine Phobie vor Glastüren. Zum anderen geht es um Eduard Heyse, einen griesgrämigen Heimbewohner, der die Pflegerinnen "terrorisiert". Mehrmals in der Woche kommt der Besuchshund Bellcanto zu ihm - nur an diesen Tagen ist er einigermaßen nett zu anderen Menschen. Nun erfährt er, dass Bellcanto ihn seltener besuchen wird, weil seine Besitzerin Steffi mit ihm nun auch zu Robin gehen soll. Sollte der Hund nicht in kurzer Zeit das Verhalten von Robin positiv beeinflussen, will das Jugendamt seinen Eltern das Sorgerecht entziehen und ihn in eine Pflegefamilie geben.

Als Steffi zu einer Hochzeit muss, lässt sie Bellcanto bei Robin zurück. Da am Tag zuvor Robins Vater zum ersten Mal seit Jahren wieder in die Wohnung kam und Robin total verängstigte (obwohl er es gut meinte), flüchtet Robin am nächsten Tag mit Bellcanto und einem Rucksack voll Hundefutter. Am gleichen Tag entflieht auch Herr Heyse dem Altersheim. Durch Zufall treffen sie sich in demselben Zug. Wie sie sich gemeinsam durchschlagen und dabei einander näher kommen, wen sie unterwegs treffen und was sie für Abenteuer erleben, wie Bellcanto zweimal fast zu Tode kommt und was es mit Stinkameisen, Wendehalsfröschen und Silberfischen auf sich hat - Genaueres wird hier nicht verraten! Ein spannendes und bewegendes Buch für Kinder ab 11 Jahren...

Martin R. Textor