Rezension

Oliver Scherz: Keiner hält Don Carlo auf. Stuttgart: Thienemann-Esslinger 2015, 107 Seiten, EUR 9,99 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Seit der Trennung seiner Eltern lebt Carlos Vater in Palermo auf Sizilien. Der Elfjährige wohnt bei seiner Mutter in Bochum. Er vermisst seinen sizilianischen Vater seit nun mehr fünf Monaten und wünscht sich nichts mehr, als dass die Eltern wieder zusammenfinden. So zeigt er allen Mut und macht sich auf den Weg nach Palermo. Schließlich hat er die Adresse seines Vaters, ein Foto und viele gemeinsame Erlebnisse, die ihn stärken, die Reise anzutreten.

Der Junge schafft es in den Zug nach München und von dort aus in den Nachtzug nach Rom. Anschließend reist er von Neapel nach Palermo. Ohne Fahrkarte gar nicht selbstverständlich! Carlo ist so einfallsreich, dass ihm der Schaffner glaubt, dass ein Hund seine Fahrkarte gefressen hat. Im Nachtzug nach Rom versteckt ihn glücklicherweise eine alte Dame in ihrem Schlafabteil. In Rom angekommen verpasst Carlo allerdings die Verbindung nach Palermo. Er wird von einem Taxifahrer ausgetrickst und um sein gesamtes Geld gebracht.

Aber Carlo hat auch schöne Begegnungen. So greift ihn der etwa gleichaltrige Matteo auf und bringt ihn zu sich nach Hause. Matteos Familie sorgt dafür, dass Carlo nach Neapel kommt, um von dort aus die Fähre nach Palermo zu nehmen. Am Ende kommt Carlo ohne Geld, Koffer und seinem geliebten Fußball-Trikot bei seinem Vater in Palermo an.

Das Kinderbuch verzichtet auf ein glanzvolles Happyend. So kommen die Eltern von Carlo nicht mehr zusammen. Aber Carlo hat es bis vor die Haustüre seines Vaters geschafft!

Die Geschichte ist äußerst humorvoll geschrieben und daher sehr empfehlenswert. Der Protagonist Carlo bietet genügend Identifikation beispielsweise für die Themen Anderssein, Mut und Trennung der Eltern. Für Kinder ab ca. 8 Jahren.

Martina Ruggeri-Neuscheler