Rezension

Stian Hole: Annas Himmel. München: Carl Hanser Verlag 2014, 42 Seiten, EUR 14,90 - direkt bestellen durch Anklicken


Wenn es ein Bilderbuch gibt, das gleichzeitig sehr traurig und wunderschön ist, dann ist es "Annas Himmel". Es wurde von dem norwegischen Künstler Stian Hole verfasst und mit fantasievoll-realistischen, in den Details fast fotografisch wirkenden Bildern illustriert. Mit Sicherheit wird das emotional stark ansprechende Buch ein genauso großer Erfolg werden wie z.B. das Bilderbuch "Garmans Sommer", für das Stian Hole nicht nur viele skandinavische Auszeichnungen erhielt, sondern auch den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Annas Vater - bekleidet mit einem schwarzen Anzug und mit einem Strauß roter Rosen in der Hand - steht startbereit im Garten. Die Kirchenglocken rufen schon aus der Ferne. Er wartet auf Anna, die kopfunter schaukelt. Anna spürt, dass ihr Vater unruhig ist, dass ihm vor etwas graut. Sie zögert das Fortgehen heraus und nimmt ihn mit auf eine Fantasiereise, die mit den Dingen auf dem Tisch, den vorbeiziehenden Wolken und den vorüberfliegenden Schwalben beginnt und dann durch ein Loch im Himmel in eine farbenfrohe Welt führt, in der Insekten, Fische, Tiere, Blumen, Korallen, Vögel, Bäume und gestorbene Menschen leben. Mit wenigen Worten wird nach Gott, seiner Macht, seinem Willen gefragt - und was Mama wohl jetzt im Himmel macht...

Martin R. Textor