Rezension

Nina Blazon: Feuerrot. Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2016, 511 Seiten, EUR 16,99 - direkt bestellen durch Anklicken

 

In dem auf historischen Ereignissen beruhenden Jugendbuch beschreibt Nina Blazon den Beginn der Hexenverfolgung in Ravensburg - auf eine sehr spannende und viele unterschiedliche Emotionen ansprechende Weise.

Im Jahr 1484 haben Hagelschlag und dadurch bedingte Missernten die Menschen in Ravensburg und Umgebung schwer getroffen. Vor allem die ärmeren Menschen leiden, während Patrizier wie die Kaufmannsfamilie Humpis in Saus und Braus leben. Im Spätherbst trifft der Dominikanermönch Heinrich Kramer in Ravensburg ein, der Verfasser des 1486 erscheinenden "Hexenhammers" - des Standardwerks der Hexenverfolger. Er will die am Hagelschlag schuldigen Hexen finden. Gleichzeitig kommt Lucio Malaspani, der Sohn eines Reeders aus Genua in die Stadt. Er reist einem Handelszug voraus und soll einige Wochen bei der Kaufmannsfamilie Humpis wohnen und deren Geschäfte kennen lernen. Mit seiner Schönheit und galant-forschen Art bezaubert er sowohl Elisabeth, die Nichte des Hausherrn, als auch Madda, eine Kammermagd, die aus der Familie eines Schmieds stammt.

Wie werden sich diese Beziehungen weiterentwickeln? Und wieso verhält sich Benno, der Enkel des Hausherrn, seit einiger Zeit ganz anders? Mit Elisabeth war er doch so eng verbunden... Welche Frauen wird Heinrich Kramer als Hexen identifizieren? Wie werden die Verdächtigen behandelt und wie verlaufen die Hexenprozesse? Diese Fragen deuten schon an, wie dramatisch die Handlung in dem Buch ist. Wer es in die Hand nimmt, wird es gleich bis zum Schluss lesen wollen...

Martin R. Textor