Ideenbörse "Sprache und Literacy"


Buchbetrachtung/ Gestaltung einer Erzählwand
Die Erzieherin betrachtet mit den Kindern ein bekanntes Bilderbuch, z.B. "Die Raupe Nimmersatt" von Eric Cole. Die Kinder schauen sich diesmal besonders intensiv die Bilder an. Bei dem gerade erwähnten Buch sind die Bilder durch die besondere Technik gestaltet (unterschiedliche Farbabstufungen und Muster einer Farbe ergeben das Bild). Nun werden die Kinder aufgefordert, weißes Papier in verschiedenen Farben und Mustern zu bemalen. Hierbei vertiefen die Kinder ihre Kenntnisse über Farben. Danach werden die wichtigen Figuren/ Bilder aufgezeichnet und ausgeschnitten (z.B. aus grünem gestalteten Papier das Blatt, auf dem das Ei liegt, oder aus orangem die Apfelsinen). Anschließend wird die Geschichte auf mehreren schwarzen Tonpapierbögen aufgeklebt und im Gruppenraum aufgehängt. Jetzt können die Kinder z.B. im Morgenkreis die Geschichte nacherzählen und so z.B. bei dieser Geschichte auch bis sieben zählen üben, Farben und Früchte benennen sowie Sachinformationen über die Verwandlung von einer Raupe bis zum Schmetterling sammeln.
Vivian Kampmann, städt. TEK "Abenteuerland" in Recklinghausen

Ich sehe was, was Du nicht siehst
Dieses Spiel zählt zu den Klassikern der Kinderspiele. Es lässt sich leicht zu einem Anlautspiel verwandeln: "Ich sehe was, was Du nicht siehst, und es fängt mit dem Buchstaben E an". Errät Ihr Kind den sichtbaren Gegenstand richtig, darf es Ihnen eine Aufgabe stellen.
Friedrich, G./ Galgóczy, V.: Komm mit ins Buchstabenland. Eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der Buchstaben. Freiburg: Christophorus 2006,
www.ifvl.de

Wortkombinationen
Sagen Sie Ihrem Kind ein Wort, welches sich gut mit anderen Wörtern zu zusammengesetzten Begriffen kombinieren lässt, z.B. Wasser. Die Aufgabe besteht nun darin, zusammengesetzte Wörter zu finden: Wasserfall, Duschwasser, Badewasser, Regenwasser, Wasservogel, Wasserlache, ... Finden sich keine Wörter mehr, so wird ein neuer Begriff vorgegeben.
Friedrich, G./ Galgóczy, V.: Komm mit ins Buchstabenland. Eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der Buchstaben. Freiburg: Christophorus 2006,
www.ifvl.de

Anlauträtsel
Es geht darum, ein Wort über den Anlaut und über eine Beschreibung zu erraten. Stellen Sie Ihrem Kind ein Rätsel: z.B.: "Rate mal, an was ich denke. Es beginnt mit 'R', und wenn der 'R' herunterfällt, benutzen wir einen Schirm." Oder: "Rate mal, an was ich denke. Es beginnt mit 'S', und wenn die 'S' scheint, wird uns warm".
Friedrich, G./ Galgóczy, V.: Komm mit ins Buchstabenland. Eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der Buchstaben. Freiburg: Christophorus 2006,
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Koffer packen
Das bekannte Spiel Kofferpacken lässt sich sehr einfach zum Buchstaben- und Anlautspiel abändern: Ein Koffer soll gepackt werden, aber immer nur mit Dingen, die mit dem gleichen Anlaut beginnen, z.B. Kerze, Kekse, Kleider. Als Hilfestellung können Sie Ihrem Kind auch zwei Wörter zur Auswahl nennen. Das Kind muss dann entscheiden, welches Wort das Passende ist, z.B. Buch oder Kalender. Das Spiel lässt sich wie auch das klassische Kofferpacken als Gedächtnisspiel erweitern. Der Koffer wird gepackt: Im Koffer ist eine Kerze. Im Koffer sind eine Kerze und ein Keks, im Koffer sind eine Kerze, ein Keks und ein Kleid, usw.
Friedrich, G./ Galgóczy, V.: Komm mit ins Buchstabenland. Eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt der Buchstaben. Freiburg: Christophorus 2006,
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Wir backen das ABC
250g Weizenmehl werden mit 1 Messerspitze Backpulver vermischt und in eine große Rührschüssel gesiebt. Hinzugefügt werden 70g brauner Zucker, 1 Messerspitze gemahlene Vanille, 1 Prise Salz, 125g weiche Butter und 1 Ei. Die Zutaten werden mit einem Rührgerät mit Knethaken zu einem krümeligen Teig verarbeitet. Falls die Masse zu trocken ist, wird 1 Esslöffel kaltes Wasser hinzugefügt. Der Teig wird zu einer Kugel geformt, in Folie gewickelt und 2 Stunden lang in den Kühlschrank gestellt.
Die Arbeitsfläche wird mit etwas Mehl bestreut. Kleine Teigmengen werden zu dünnen Schlangen gerollt, aus denen dann Buchstaben (oder Zahlen) geformt werden. Diese werden auf ein mit Backpapier belegtes Blech gegeben und bei 160 bis 180 Grad 10-15 Min. lang hellbraun gebacken. Die Buchstaben können nach dem Abkühlen noch glasiert und mit Schokostreuseln, Rosinen, Kokosflocken etc. bestreut werden.
Martin R. Textor

Wort-Schatz-Quiz
Als schulvorbereitendes Lesetraining eignet sich das Wort-Schatz-Quiz. Sinnentnehmendes Lesen erfordert, dass Kinder einen reichhaltigen Wortschatz mit in die Schule bringen und den Sinn möglichst vieler Wörter verstehen. Wurde z.B. bei Vorlesegeschichten ein neues Wort erlernt, wird die Wortbedeutung genau erklärt. Es können auch unbekannte Wörter aus einem Grundschulwörterbuch entnommen werden. Das neue Wort wird in Druckschrift auf eine bunte Karte geschrieben und in eine schön gestaltete "Wort-Schatz-Truhe" (Dose oder Karton) gelegt. Es eignet sich auch ein "Sprach-Baum", der an die Wand gehängt wird. Die neuen Wörter werden auf bunte Blätter geschrieben und an dem "Sprach-Baum" befestigt. Wöchentlich werden die Wörter wieder entnommen und im Spiel als Wort-Quiz von den Kindern erneut erklärt. Auf eine korrekte Formulierung in ganzen Sätzen ist zu achten. Wenn Wörter nachhaltig gespeichert sind, werden die entsprechenden Karten fortgenommen und durch neue Wörter ersetzt.
Anna Christiany,
http://www.logicus-primarschule.eu

Gut aufgepasst
Wir erzählen eine Flunkergeschichte, bei der immer wieder etwas nicht stimmt. Die Kinder müssen konzentriert zuhören und das Wort verbessern, das nicht stimmt. Beispiel: "Gestern Abend habe ich vor dem Frühstück noch einen Spaziergang gemacht. Anschließend bin ich ins Bett geschwommen und hatte einen schönen Traum. Ich träumte, ich sei auf einem Märchenschloss und mir begegnete ein Pferd mit fünf Beinen" (usw.). Natürlich dürfen die Kinder auch selbst flunkern!
Gerhard Friedrich/ Viola de Galgóczy,
www.ifvl.de

Bandwurmsätze
Ein einfacher Satz aus Subjekt und Prädikat wird gebildet und von den Mitspielern reihum an irgendeiner Stelle verlängert. Der Satz sollte immer sinnvoll sein, zum Beispiel: Der Vogel fliegt. -> Der Vogel fliegt schnell. -> Der Vogel fliegt schnell und zwitschert. -> Der Vogel fliegt schnell und zwitschert ein Lied. -> usw.
Gerhard Friedrich/ Viola de Galgóczy,
www.ifvl.de

Guten Appetit
Das ist ein Spiel für ganz Hungrige. Ein Erwachsener sagt leise das Alphabet auf. Jemand sagt plötzlich "Stop", und alle müssen nun Essbares mit dem Buchstaben nennen, welcher auf diese Weise ausgewählt wurde. Beispiel "F": Fisch, Fischstäbchen, Frischkäse, Feigen, Filet, Frikadellen, Fleischkäse, Frühlingsrolle, Fritten, Frikassee usw.
Gerhard Friedrich/ Viola de Galgóczy,
www.ifvl.de

Bilderbuchbetrachtung als Sprachanlass
Wir lesen nicht den Text zu den Bildern vor, sondern zeigen diese nur den Kindern. Bei ganz kleinen Kindern lassen wir z.B. Dinge auf dem Bild benennen, erklären den Begriff oder erweitern ihn ("Welche anderen Haustiere kennt ihr?", "Wozu kann noch ein Feuer verwendet werden?"). Etwas ältere Kinder können bereits Bilder deuten oder Beziehungen zwischen einzelnen Bildern "konstruieren". Bei sehr guten Bilderbüchern können sie sogar die ganze Geschichte anhand der Bilder selbst erschließen. Wir geben den Kindern ein Stück Karton mit einem Loch, das über ein Bild bewegt wird. Da immer nur ein kleiner Ausschnitt des Bildes durch das Loch wahrgenommen wird, wird die Aufmerksamkeit auf kleinste Details gelenkt.
Martin R. Textor

Kinder zum Erzählen motivieren I
Wir lassen in einer Kleingruppe jedes Kind ein Wort nennen, das in einer Geschichte vorkommen soll. Wir beginnen mit dem Erzählen, die Kinder fahren fort. Mit zunehmender Erfahrung erzählen die Kinder von Anfang an. Oder wir legen den Kindern mehrere Bilder bzw. Fotos vor und lassen sie dazu eine Geschichte erfinden. Oder wir lassen jedes Kind einen Gegenstand seiner Wahl auf ein Kärtchen malen. Dann werden alle Kärtchen umgedreht, vermischt und verdeckt in eine Reihe gelegt. Wer einen Ball zugeworfen bekommt, beginnt mit dem Erzählen. Das Kind deckt die erste Karte auf und beginnt eine Geschichte, in der die Abbildung vorkommt. Wenn es keine Lust mehr hat, dann wirft es den Ball einem anderen Kind zu. Die folgende Karte wird aufgedeckt und die Geschichte fortgesetzt. Mit zunehmender Erfahrung kann der Ball durch einen Würfel ersetzt werden: Das jeweilige Kind muss so viele Karten aufdecken, wie der Würfel Augen zeigt, und alle Abbildungen in seinem Teil der Geschichte erwähnen.
Ingeborg Becker-Textor

Kinder zum Erzählen motivieren II
Bei Fortsetzungsgeschichten muss das jeweilige Kind wiederholen, was die anderen vor ihm gesagt haben. Bei Lückengeschichten erzählen wir eine den Kindern bekannte Geschichte und lassen dabei etwas aus - die Kinder werden den Text aus dem Gedächtnis ergänzen. Auf diese Weise wird auch ihr Gedächtnis geschult.
Martin R. Textor

Schrift-Zeichen schreiben
Die meisten Kinder haben schon vor dem Schulbeginn Erfahrungen mit der Schrift gemacht. Kinder, die über gute Vorkenntnisse verfügen, können ihr Wissen anderen Kindern weitergeben. Sie schreiben auf ein unliniertes Blatt die Wörter, die sie mögen, die sie schon schreiben können oder mit anderen schreiben wollen. Es wird so für Kinder mit wenig Schrifterfahrung möglich, angebotene "Lernwörter" zu bearbeiten und näher kennen zu lernen. Das Wort wird zerlegt, zusammengesetzt, geklebt, nachgespurt und gesprochen. Allen gemeinsam ist die Freunde, etwas zu schaffen. Es zahlt sich längerfristig aus, wenn den Kindern anfangs viel Zeit gegeben wird, die ausgewählten Wörter mit unterschiedlichen Materialien und unterstützender Korrektur durch Erzieher/innen zu gestalten, in Buchstaben zu zerlegen, zu schreiben und zu sprechen. Vorschulische Schrifterfahrung bietet eine gute Voraussetzung, um in der Schule erfolgreich Lesen und Schreiben zu lernen.
Anna Christiany,
http://www.Logicus-Primarschule.eu

Geschichten erfinden
Unsere Kinder erfinden eine Geschichte und spielen sie mit Handpuppen, Marionetten... Wir spielen eine Stegreifgeschichte... Wir machen mit den Kindern ein Schattenspiel...
Martin R. Textor

Die "mehrsprachige" Kita
Wenn eine Fachkraft eine zweite Sprache perfekt beherrscht oder wenn Migranteneltern regelmäßig in die Kita kommen können (zumindest für einen längeren Zeitraum), kann das pädagogische Angebot zeitweise zweisprachig erfolgen. Beispielsweise liest eine Migrantin bei einer Bilderbuchbetrachtung Textpassagen in ihrer Herkunftssprache vor, während die Erzieherin denselben Text auf Deutsch vorträgt. Die Kinder können die Geschichte oder die dazugehörenden Bilder in ihrer Erstsprache kommentieren. Zugewanderte Eltern können aber auch einen "Sprachkurs" anbieten: Regelmäßig - mit einer Dauer von 45 bis 60 Minuten - spielen sie mit sechs bis acht Kindern unter Verwendung ihrer Herkunftssprache und lehren ihnen dabei Lieder, Reime, Spiele usw. Beherrscht eine Fachkraft z.B. Englisch oder Französisch perfekt, so kann sie in der Gruppe nur diese Sprache verwenden - die Gruppe wird damit zu einer "echten" zweisprachigen Gruppe und bekommt dadurch ein besonderes Profil. Oder die Erzieherin setzt nur an einem (halben) Tag pro Woche die Zweitsprache ein.
Martin R. Textor

Fingerspiel
Im tiefsten Keller im 1. Haus,
da wohnt die ganze Familie Maus.
Ich will sie euch beim Namen nennen,
dann lernt ihr sie besser kennen:
Das ist Vater Maus, Herr vom Haus.

Refr.: Er sieht wie alle Mäuse aus.
Er hat große Ohren,
Ein spitzes Schnäuzchen,
Zähne zum Beißen,
Füße zum Ausreißen,
Ein weiches Fellchen,
Und ein Schwanz: soooooo lang.

Das ist Mutter Maus, Frau vom Haus.
Sie sieht wie alle Mäuse aus...

Das sind Bruder und Schwester Maus.
Sie sehen wie alle Mäuse aus...

Das ist Baby Maus.
Sieht nicht wie alle Mäuse aus:
Hat ganz kleine Öhrchen,
Ein plattes Näschen,
Kleine Zähnchen zum Beißen
Kleine Füßchen zum Ausreißen,
Ein struppiges Fellchen,
Und einen Schwanz; so kurz.

Was fasziniert Kinder so sehr an Fingerspielen? Die Kinder erfreuen sich an den angenehm klingenden Lautverbindungen und an den rhythmischen Elementen der Sprache. Indem die Kinder die einfachen Bewegungen nachspielen, lernen sie zugleich die sprachliche Form der Fingerspiele.
Fingerspiele tragen auch dazu bei, die Feinmotorik der Hände zu entwickeln; ebenso sind Konzentration und Geschicklichkeit erforderlich. Die klare, verständliche Handlung ermöglicht es den Kindern, Fingerspiele leicht nachzuspielen.
Dana Lindner, Städt. Tageseinrichtung Johannes-Werners-Str., Recklinghausen