Rezension

Antje Bostelmann, Michael Fink: Mahlzeiten in der Krippe. Lernchancen erkennen und Essenssituationen einfühlsam begleiten. Mit DVD. Berlin: Bananenblau 2014, 74 Seiten, EUR 19,80 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Die vorliegende Publikation setzt ihren Schwerpunkt auf die pädagogischen Möglichkeiten und Chancen von Mahlzeiten in der Kinderkrippe. Essenssituationen werden als vielfältiges Lernfeld vorgestellt. Der beigefügte Film "Essen in der Krippe" erläutert anschaulich und spannend, was bei Mahlzeiten so alles geschieht, öffnet die Augen und zeigt beispielhaft, dass es beim Essen nicht primär nur um Ernährung und Sattwerden der Kinder geht.

Die Ausführungen sind anregend und motivieren, Essenssituationen neu zu durchdenken und immer besser zu gestalten. Pädagogische Grundsätze und Potenziale werden sichtbar:

  • Der Raum und der Platz, wo gegessen werden soll, sind von Bedeutung.
  • Wenn Kinder sich sicher und geborgen fühlen, dann wird die Mahlzeit zu einer positiven Erfahrung.
  • Gespräche, Geschmacksentdeckungen, freie Wahl, Rituale etc. sind wichtig.
  • Kinder erfahren, wo unser Essen herkommt und wie es bei unterschiedlicher Zubereitung schmeckt.
  • Sie lernen verschiedene Essgewohnheiten kennen und erkennen, dass Menschen je nach Religionszugehörigkeit anders essen.
  • Kinder helfen bei der Zubereitung von Mahlzeiten und bei der Gestaltung der Essenssituation. Dabei eignen sie sich Weltwissen an, machen mathematische Grunderfahrungen, schulen ihre Sinne und üben ihre Motorik.

Mahlzeiten in der Krippe ermöglichen somit ein vielfältiges und ganzheitlich Alltagslernen. Sie bedeuten demnach weit mehr als Essensversorgung und (gesunde) Ernährung.

Beim Lesen dieses Buches gewinnen Erzieher/innen viele neue Erkenntnisse. Die Ausführungen werden noch durch das Video veranschaulicht. Der Film kann auch mit Kindern betrachtet und von diesen kommentiert werden. Außerdem lässt er sich in der Elternarbeit einsetzen. Wenn die Publikation auch noch als Unterrichtsmaterial in der Ausbildung eingesetzt würde, dann wäre viel erreicht!

Ingeborg Becker-Textor