Rezension

Lilian Fried, Susanna Roux (Hrsg.): Handbuch Pädagogik der frühen Kindheit. Berlin, Düsseldorf, Mannheim: Cornelsen Verlag Scriptor, 3. Aufl. 2013, 440 Seiten, EUR 44,99 - direkt bestellen durch Anklicken

 

Dieses Handbuch, an dem 37 Wissenschaftler/innen mitgearbeitet haben, vermittelt in 40 Beiträgen einen umfassenden Überblick über das Gebiet der Frühpädagogik. Neben Vorwort und einführendem Kapitel "Zwischen Wissenschaft und Ausbildung" - verfasst von den beiden Herausgeberinnen -, einem Personen- und einem Sachregister sowie dem Autorenverzeichnis enthält der Sammelband sieben Teile:

  1. Kind und Kindheit: In sieben Kapiteln werden Themen wie das Bild des Kindes in der Pädagogik der frühen Kindheit, der Bildungsbegriff, die ökonomischen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der Kindertagesbetreuung, die Bedeutung der Familie und der Peergroup sowie Entwicklungs- und Sozialisationsrisiken bei Kleinkindern abgehandelt.
  2. Programmatik: Die Autor/innen dieser sieben Kapitel stellen u.a. die Funktionen der institutionellen Früherziehung, Klassiker und moderne Ansätze der Pädagogik der frühen Kindheit, Qualitätskonzepte, Rahmenpläne und Elternarbeit vor.
  3. Konzepte zu speziellen Bildungs- und Erziehungsbereichen: In 11 Kapiteln werden Sozial-, Bewegungs-, Musik-, integrative, interkulturelle und geschlechtsbewusste Erziehung, kognitive und Sprachförderung, ästhetische, naturwissenschaftliche und mathematische Bildung behandelt.
  4. Professionelle Hilfen: Drei Kapitel befassen sich mit Beobachtung, frühpädagogischen Evaluations- und Erfassungsinstrumenten sowie der Schuleingangsdiagnostik.
  5. Institutionen: In sieben Kapiteln werden die Geschichte frühpädagogischer Einrichtungen, die Krippe, der Kindergarten und integrative Institutionen beschrieben, aber auch Erziehungsberatung, Familienbildung und Transitionen behandelt.
  6. Beruf und Professionalisierung: Drei Kapitel befassen sich mit der Geschichte der Erzieherinnenausbildung, mit aktuellen Reformbestrebungen und mit der beruflichen Sozialisation von Erzieher/innen.
  7. Ausblick: Im Schlusskapitel ziehen die Herausgeberinnen Folgerungen aus den vorgenannten Teilen des Handbuchs insbesondere für die wissenschaftliche Forschung.

Schon dieser Überblick über die einzelnen Teile des Sammelbandes verdeutlicht, dass alle wichtigen Themen der Frühpädagogik Berücksichtigung fanden. Das Werk kann also mit Recht als Handbuch bezeichnet werden. Trotz seines Umfangs von 400 Seiten können die meisten Themen natürlich nur angeschnitten werden.

Da alle Kapitel des Buches von Wissenschaftler/innen - überwiegend Professor/innen - verfasst wurden, ist das Niveau sehr hoch. Dennoch wurde bei dem in zwei Spalten gesetzten Buch auf eine relativ gute Lesbarkeit geachtet. Das Buch dürfte vor allem für Studierende an Fachhochschulen und Universitäten sowie für Lehrende und Forschende relevant sein. Es wird sicherlich - wie von den Herausgeberinnen gewünscht - zu einer "Profilbildung der Pädagogik der frühen Kindheit" beitragen.

Martin R. Textor