Aus: Olm, H.-P. (Hrsg.): Ausgewählte Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe I. FESA-Transfer. Beiträge zur Entwicklung der sozialen Arbeit. Band 11. Hrsg. vom Institut Forschung und Entwicklung der sozialen Arbeit (FESA e.V.). Immanuel-Kant-Str. 18-20, 44803 Bochum. Bochum 2004, S. 75-93.

Zur Zukunft von Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen

Ulrich Braun

 

Qualitätssicherung als Selbstbefriedigung für Bürokraten?

Der gerade 60 Jahre alt gewordene Prof. Dr. Dollase, Psychologie-Professor in Bielefeld, hat jüngst eine Woche als Ergänzungskraft in einem Kindergarten hospitiert. Über seine Erfahrungen schreibt er in einer ev. Fachzeitschrift für die Arbeit mit Kindern (TPS). Gleich die Erfahrungen des ersten Tages lassen ihn zu der Erkenntnis kommen, dass man aus geschriebenen Anweisungen für das Arbeiten in einer Gruppe, also auch aus Qualitätsstandards, nicht wirklich etwas für den praktischen Alltag lernen könne. Das sei, so schreibt er, ins Stammbuch der vielen Betriebswirtschaftler, Pädagogen, Juristen und Trägerverantwortlichen geschrieben, die mittels Qualitätsmanagement versuchen, die Qualität unserer Tageseinrichtungen zu steigern (vgl. Dollase, S. 40). Der Psychologie-Professor war so vom Alltag einer Kindertagesstätte beeindruckt, dass er sich sogar zu folgender Aussage steigerte: "Was im Moment in Politik und Wissenschaft an qualitätssteigernden Maßnahmen für den Elementarbereich diskutiert wird, ist eine Art von Selbstbefriedigung für Bürokraten, die von der Praxis keine Ahnung haben" (ebd., S. 43).

Die Entwicklungen der letzten Jahre im Kita-Bereich haben nicht Qualitätssicherung zum Ziel. So hat das Land Nordrhein-Westfalen in Umfang von bis zu 100 Millionen Euro durch die Einführung des Zählens der Kinder am Nachmittag Ergänzungskraftstunden abgebaut. Kindergartengruppen können inzwischen auf bis zu 30 Kinder erhöht werden. Im Zuge der demografischen Entwicklung (Rückgang der Kinderzahlen) erfolgt eher ein Abbau als ein Umbau von Gruppen, obwohl vor allem für Kinder unter drei Jahren Plätze benötigt werden. Einsparungen bei den Plätzen für Kinder im Rechtsanspruchsalter werden als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung angesehen.

Bei den freien Trägern ist der Rückgang der Einnahmen das alles dominierende Thema. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat keinen Flächentarifvertrag mehr. Neue Mitarbeiterinnen bei der AWO werden künftig bis zu 20% weniger Einkommen haben als Mitarbeiterinnen in anderen Trägergruppen. Katholische Diözesen verkündigen den großflächigen Abbau von Gruppen . In der Diözese Münster werden es bis zu 300 Gruppen, in der Diözese Köln bis zu 900 (von 2.500) Gruppen sein. In der Diözese Essen ist mit dem Abbau einer Vielzahl von Gruppen längst begonnen worden. Auch im evangelischen Bereich werden Kindertageseinrichtungen geschlossen oder Trägerschaften abgegeben. Der Rückgang der Kirchensteuereinnahmen wirkt sich im kostenintensiven Bereich der Kindertageseinrichtungen besonders aus. Kirchengemeinden stehen vor der Wahl, ob sie sich für den Erhalt des Gemeindehauses oder die Trägerschaft des Kindergartens entscheiden sollen.

Qualitätssicherung sichert die Zukunft von Kindertageseinrichtungen!

Kann es sich auf Dauer eine Kindertageseinrichtung erlauben, auf eine systematische Auseinandersetzung mit Qualität zu verzichten, weil es derzeit sowieso niemanden interessiert? Im Moment ist das Risiko noch gering, weil Qualitätssteuerung nicht eingefordert wird, aber in den nächsten Jahren wird sich eine solche Entscheidung rächen.

  • Die Kinderzahlen gehen zurück. Es ist von Rückgängen von bis zu 20% ausgehen. Ein Beispiel aus einer Stadt am Rande des Ruhrgebietes: Wurden 1994 noch 1.600 Kinder in einem Jahr geboren, waren es 10 Jahre später noch 1.000 Kinder. 600 Kinder weniger pro Jahrgang, das sind 1.800 Kinder in drei Jahrgängen, das sind 72 Kindergartengruppen, mindestens 144 Arbeitsplätze.
  • Die Angebotsstruktur verändert sich. Die Schulkinder werden in NRW bis 2007 den Grundschulen zugeordnet im Rahmen der Offenen Ganztagsschule. Hier entstehen fast ausschließlich Teilzeitarbeitsplätze für Erzieherinnen mit ungünstigen Arbeitszeiten zur Vereinbarung von Familie und Beruf.
  • Der letzte Kindergartenjahrgang, die Fünf- bis Sechsjährigen, wird teilweise nicht mehr zum frühpädagogischen Bereich dazugehören. Die neugestaltete Schuleingangsphase wird die Schwelle für einen - heute noch "vorzeitige Einschulung" genannten - früheren Schulbeginn absenken lassen. In Berlin ist bereits jetzt der Stichtag für den Schuleintritt der 31.12. Je nachdem, wie die Reformdiskussion weitergeführt wird, kann es auch dazu kommen, dass der ganze letzte Jahrgang der Schule zugeordnet wird, wie z.B. in den benachbarten Niederlanden. Dieser Reformprozess ist langfristig zu sehen.
  • Es werden mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen, aber dies wird den Rückgang der Kinderzahlen und den damit verbundenen Abbau von Kindergartengruppen nicht kompensieren. Die Zahlen von 20 bis 33% Bedarfsdeckung für Kinder unter drei Jahren sind nach allen Erfahrungen im Moment als eher zu hoch anzusehen. Die Angebotsformen werden sich ausdifferenzieren. "Spielgruppen" mit einem Angebot überwiegend am Vormittag werden nur Teilzeitarbeitsplätze benötigen. Träger mit Finanzproblemen werden sich keinen neuen Aufgaben zuwenden.
  • Es wird mehr zu einer Konkurrenzsituation zwischen Kindertageseinrichtungen kommen. Eltern werden kompetenter sein, Kriterien für eine "gute Kita" anzulegen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist ein Beurteilungskatalog für Eltern, der in einem großen Projekt der Bertelsmann-Stiftung mit dem Titel "Kinder früher fördern" entstanden ist (vgl. www.kinder-frueher-foerdern.de). Kindertageseinrichtungen, die dann bei immer kompetenteren Eltern nicht gut aufgestellt sind, kein nachvollziehbares, gutes Qualitätsmanagement haben und nicht engagiert "up to date" sind, werden die Einrichtung und den Arbeitsplatz vielleicht nicht halten können.
  • Allerdings ist noch nicht beobachtbar, dass der Abbau von Gruppen in einen Zusammenhang mit Qualität gestellt wird. Der Abbau wird bestimmt von den Finanznöten der Träger. Gruppenschließungen sollen die Finanzsituation der Träger verbessern. Das kann zur Folge haben, dass Kindertageseinrichtungen mit guter Qualität ihr Angebot reduzieren (müssen), während Einrichtungen mit eher mäßiger Qualität ihr Angebot aufrechterhalten dürfen.

Neue Rechtsgrundlagen verpflichten zur Qualitätssicherung!

In vielen Bereichen der sozialen Arbeit sind Maßnahmen zur Qualitätssicherung gesetzlich verankert:

§ 78b (1) KJHG: ...ist der öffentliche Träger der Jugendhilfe zur Übernahme des Entgelts gegenüber dem Leistungsberechtigten verpflichtet, wenn mit dem Träger der Einrichtung oder seinem Verband Vereinbarungen über

  1. Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungsangebote (Leistungsvereinbarung)
  2. differenzierte Entgelte für die Leistungsangebote und die betriebsnotwendigen Investitionen (Entgeltvereinbarung) und
  3. Grundsätze und Maßstäbe für die Bewertung der Qualität der Leistungsangebote sowie über die geeigneten Maßnahmen zu ihrer Gewährleistung (Qualitätsentwicklungsvereinbarung)

getroffen worden sind.

§ 93 (2) BSHG: "Wird die Leistung von einer Einrichtung erbracht, ist der Träger der Sozialhilfe zur Übernahme der Vergütung nur verpflichtet, wenn mit dem Träger der Einrichtung oder seinem Verband eine Vereinbarung über

  1. Inhalt, Umfang und Qualität der Leistung (Leistungsvereinbarung)
  2. ...(Vergütungsvereinbarung)
  3. die Prüfung der Wirtschaftlichkeit und der Qualität der Leistungen (Prüfungsvereinbarung)

besteht.

Nun ist mit der Verabschiedung des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) am 28.10.2004 im Dt. Bundestag auch eine Rechtsgrundlage für die Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen geschaffen worden:

§ 22 SGB VIII (KJHG): "Die Einrichtungen sollen durch geeignete Maßnahmen die Qualität der Arbeit sicherstellen und weiterentwickeln. Dazu gehören die Vorlage einer ausgearbeiteten pädagogischen und organisatorischen Konzeption als Grundlage für die Erfüllung des Förderungsauftrages und der Einsatz von Instrumenten und Verfahren zur Evaluation der Arbeit in den Einrichtungen und bei den Trägern. Die Entwicklungs- und Lernprozesse der Kinder sind regelmäßig und systematisch zu dokumentieren" (vgl. www.bmfsfj.de).

In der Kommentierung zu diesem Gesetzentwurf wird deutlich, welche Grundlagen für diese Maßnahmen zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Qualität herangezogen werden sollen: "Dem Stand der wissenschaftlichen Diskussion über Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in Tageseinrichtungen entsprechend (vgl. Fthenakis, Preissing, Strätz, Tietze im Rahmen der "Nationalen Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder") ist die Entwicklung eines pädagogischen Konzepts für die Erfüllung des Förderungsauftrags sowie der Einsatz von Instrumenten und Verfahren zur Evaluation der Arbeit heute ein unverzichtbares Instrument zur systematischen Qualifizierung der Arbeit in Tageseinrichtungen."

Ungeklärt bleibt die Frage der Verbindlichkeit von Qualitätssicherungsmaßnahmen. Sanktionen sind nicht vorgesehen. Es kann aber gemutmaßt werden, dass der Bereich Tageseinrichtungen für Kinder künftig genau so organisiert wird wie andere Bereiche der Jugendhilfe. Vor allem dann, wenn es zu einer Kommunalisierung von Tageseinrichtungen kommt (wie in NRW für 2006 angekündigt). Aus der Perspektive des öffentlichen Jugendhilfeträgers ist die Forderung nachvollziehbar, dass die Zahlung freiwilliger Mittel an die Träger auch zur Folge haben soll, dass Qualitätsentwicklungsvereinbarungen geschlossen werden. Eine Vereinbarung "Qualität gegen Geld" muss dabei genauso wenig wie in anderen Bereichen der Jugendhilfe ein Eingriff in die Trägerautonomie sein. Es ist der allmähliche Wechsel von einer "input-" zu einer "output"-orientierten Steuerung der Finanzierung von Tageseinrichtungen für Kinder. Bisher ist es noch immer so, dass die Finanzierung von Tageseinrichtungen ohne jede Überprüfung der tatsächlichen Ergebnisse erfolgt. Deshalb kann letztlich jede Kindertageseinrichtung machen, was sie interessiert - aber nicht unbedingt das, was erforderlich ist.

Ein Beispiel: Das Bielefelder Screening (BISC) und das Würzburger Trainingsprogramm "Hören, Lauschen, Lernen" zur Prävention der Entwicklung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (vgl. Jansen u.a. 1999; Küspers/ Schneider 1999; www.phonologische-bewusstheit.de) Manche Trägergruppen führen Screening und Trainingsprogramm durch, andere haben andere Schwerpunkte. Die Folge: Die wissenschaftlich nachweisbare Reduzierung der Ausbildung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche ist abhängig davon, welche Einrichtung das Kind besucht hat. Für die Schule, für die Zusammenarbeit zwischen Tageseinrichtungen für Kinder und Grundschule und nicht zuletzt für die Kinder selbst ist dies völlig inakzeptabel. Kindern wird nicht die gleiche Chancengleichheit in der Vorbereitung auf die Schule gewährt.

Qualitätssicherung ist für alle da!

Qualitätssicherung ist Teil eines Managements von Qualität. "Management von Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder" umfasst alle Bemühungen und Arbeitsansätze, die auf die Feststellung, Entwicklung und Sicherung von Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder für Träger, Kinder, Eltern und Personal ausgerichtet sind.

Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen bezieht sich auf die Zielgruppen Träger, Eltern, Kinder und das Personal. Die Zugänge und Blickwinkel hinsichtlich "Qualität" sind unterschiedlich, je nach Träger, Einzugsgebiet, Verfahren und Bundesland.

Es gibt sehr unterschiedliche Qualitätsmanagementsysteme, wie ISO, Kronberger Kreis, EFQM (vgl. Lamberti 2000). Bisher gibt es noch keine wirkliche Zusammenschau von eingeführtem Qualitätsmanagement in Tageseinrichtungen für Kinder. Beispielsweise trifft in Nordrhein-Westfalen jede Fachberatung in jedem evangelischen Kirchenkreis (mehr als 60) eine eigene Entscheidung darüber, wie mit dem Thema Qualitätsmanagement umgegangen werden soll. Aber selbst bei zentraleren Strukturen wie in einer kath. Diözese ist es vielfach so, dass jeder Region, ja jeder Einrichtung selbst überlassen wird, ob und wie sie sich in Sachen Qualität auf den Weg macht. Das ist das Ergebnis von "Trägerautonomie" im Verbund mit fehlenden gesetzlichen Vorgaben.

Die Prioritätensetzung "in Sachen Qualität" bleibt jedem Träger und jeder Kindertageseinrichtung selbst überlassen. Erforderlich ist aber ein umfassendes Verständnis von Qualität, das alle Qualitätsbereiche gleichermaßen berücksichtigt. Dies soll im nachfolgenden an den Zielgruppen Träger, Eltern, Kinder und Mitarbeiterinnen veranschaulicht werden. Es wird bei der Darstellung immer wieder Bezug genommen auf die "Nationale Qualitätsinitiative", in die deshalb zuvor in einem Exkurs eingeführt wird.

Exkurs: Nationale Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder

Die "Nationale Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder" wurde mit fünf Teilprojekten durchgeführt.

  Teilprojekte I und II
("unter 3 Jahre" und "3-6 Jahre")
Teilprojekt III
("Schulkinder")
Teilprojekt IV
("3-6 Jahre und Situationsansatz")
Teilprojekt V
("Träger")
Projektleitung Prof. Dr. Tietze, PädQuis gGmbH - Berlin Dr. R. Strätz, Sozialpäd. Institut NRW (SPI) - Köln Dr. Christa Preissing, INAgGmbH, Institut für den Situationsansatz FU Berlin Prof. DDDr. W. E. Fthenakis, Staatsinstitut für Frühpädagogik, München
Kontakt www.paedquis.de www.spi.nrw.de www.ina-fu.org www.ifp.bayern.de

Das Projekt hatte eine Laufzeit von 2000 bis 2003 und wurde gefördert vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (vgl. www.bmfsfj.de). Ziel aller Teilprojekte war die Entwicklung von Kriterien zur Erfassung der Arbeit (mit Kindern unter drei Jahren und im Kindergarten, mit Schulkindern und von Trägern) und Erarbeitung und Erprobung von handhabbaren Feststellungsverfahren. Die Ergebnisse sind im Beltz-Verlag veröffentlicht (vgl. www.beltz.de). In einem Folgeprojekt wird z.Zt. die Implementierung dieser Qualitätsinitiativen eingeleitet.

Trägerqualität

Warum "Trägerqualität"? In allen Qualitätsmanagementsystemen wird der "Unternehmensführung" eine zentrale Rolle für die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen gegeben.

Im Total Quality Management (TQM) wird Qualität als oberstes Unternehmensziel angesehen: "Die Geschäftsführung muss ihre Führungsaufgabe wahrnehmen und durch vorbildliches Verhalten den Veränderungsprozess aktiv gestalten. Nur wenn sich die Führung klar und unmissverständlich für Qualität entscheidet und diese Entscheidung durch entsprechendes Handeln untermauert, können die Kräfte freigesetzt werden, die für die Veränderung und Einführung eines Qualitätsmanagements erforderlich sind" (Hummel 1997, S. 17).

Trägerqualität wurde erst im Rahmen der Nationalen Qualitätsinitiative zum ersten Mal als Thema von Qualitätsmanagement in Kindertageseinrichtungen entdeckt. Die Ergebnisse sind in einem Qualitätshandbuch für Träger von Kindertageseinrichtungen erschienen: "Träger zeigen Profil". Einleitend wird eine Analyse der bundesdeutschen Trägerlandschaft vorgenommen. Im europäischen Vergleich gibt es kein Land, dass solche Trägerstrukturen wie Deutschland hat. "Das Modell der staatlichen Förderung von freiwilligen (gemeinnützigen) Anbietern verbunden mit dem Subsidiaritätsprinzip ist eine deutsche Besonderheit" (Fthenakis 2003, S. 11).

Es wird ein Verständnis der Steuerungsaufgabe des Trägers als entwicklungsorientiertem Management zugrundegelegt. Entwicklung bedeutet dabei die Verbesserung der Problemlösefähigkeit einer Organisation, und Management wird als das Gestalten von Rahmenbedingungen für eigenverantwortliches und selbst organisiertes Handeln der Akteure (Fachkräfte, Eltern, Kinder) verstanden (ebd., S. 32).

Trägerqualität hat zehn Dimensionen:

  1. Organisations- und Dienstleistungsqualität
  2. Konzeption und Konzeptionsentwicklung
  3. Qualitätsmanagement
  4. Personalmanagement
  5. Finanzmanagement
  6. Familienorientierung und Elternbeteiligung
  7. Gemeinwesenorientierte Vernetzung und Kooperation
  8. Bedarfsermittlung und Angebotsplanung
  9. Öffentlichkeitsarbeit
  10. Bau- und Sachausstattung

Zu diesen Qualitätsdimensionen wurde ein Selbstevaluationsverfahren entwickelt. In jeder Dimension sind jeweils etwa 10 bis 16 Fragen zu beantworten. Einige Beispiele:

  • Der Träger versichert sich, dass jede Kindertageseinrichtung eine eigene Konzeptionsschrift hat.
  • Der Träger nutzt verschiedene Strategien, um Personal für die Kindertageseinrichtung zu gewinnen.
  • Der Träger sichert die Teilnahme der pädagogischen Fachkräfte an Fortbildungen.
  • Der Träger führt regelmäßige Befragungen zu den Wünschen und Erwartungen der Eltern durch.
  • Der Träger vertritt die Angelegenheiten seiner Kindertageseinrichtung in kommunalen und (fach-) politischen Gremien.

Elternqualität

Vielfach wird im Qualitätsmanagement von "Kunden" gesprochen. In erster Linie stehen die Eltern als Kunden im Zentrum dieser Kundenqualität. Deshalb werden Eltern hier ausdrücklich genannt und verschwinden nicht hinter einem offenen Kundenbegriff. In den NQI-Qualitätskriterienkatalogen (vgl. Tietze u.a. 2002 und Preissing 2003) werden diesem Thema eigene Kapitel gewidmet. Bei Tietze ist es der Qualitätsbereich 19 "Zusammenarbeit mit Familien", bei Preissing der Grundsatz "13. Eltern und Erzieherinnen sind Partner in der Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder". Es ist eines der zentralen Themen einer qualitätsvollen Kindertageseinrichtung, ob die Zusammenarbeit mit Eltern gelingt. Dafür bieten beide Qualitätskataloge ausgearbeitete Qualitätsstandards und Selbstevaluationsmaterialien (vgl. Preissing 2003 und Dittrich 2004) an.

Im Rahmen eines Qualitätsmanagements ist zu klären, wie die Qualität der Zusammenarbeit mit Eltern im Detail aussehen soll. Welche Standards sollen zugrundegelegt werden? Dazu ein Beispiel aus einer pädagogischen Konzeption: "An diesen (pädagogischen) Standards wollen sich die Tageseinrichtungen messen lassen. Eltern werden ausdrücklich ermutigt, Erzieherinnen anzusprechen, wenn sie beobachten, dass Handeln und Anspruch nicht übereinstimmen! Jeder Hinweis und jedes Gespräch tragen dazu bei, das pädagogische Handeln noch besser an den Kindern auszurichten! Die Zusammenarbeit mit Familien ist ein wichtiges Anliegen. Das beginnt in den Einrichtungen mit der täglichen individuellen Begrüßung und Verabschiedung von Eltern und Kindern. Wünschen von Eltern an die Einrichtung soll z.B. durch die Abfrage von Bedarfen bei den Öffnungszeiten möglichst nachgekommen werden. Stärker aber ist das Konzept auf eine "Erziehungspartnerschaft" ausgerichtet, weil Eltern ernst genommen werden als Experten und als die ersten Erzieherinnen und Erzieher ihrer Kinder" (Stadt Recklinghausen, vgl. Braun 2004).

In einem Qualitätsmanagement sind diese Schlüsselsituationen zu berücksichtigen:

  • Anmelde- und Aufnahmeverfahren,
  • Elterngespräche (Beobachtungsmanagement),
  • Beschwerdemanagement,
  • Elternmitwirkung,
  • Elternbefragung,
  • Einbezug der Elternkompetenz.

Es ist zu empfehlen, die Verfahrensweisen in einem Handbuch als Standards zu hinterlegen:

  • Anmelde- und Aufnahmeverfahren (Wann? Wie? Wer? Welcher Inhalt?),
  • Elterngespräche (Wie oft als Mindeststandards? Wann?) - Diese Frage gehört in ein Beobachtungsmanagement (Wann beobachte ich Kinder mit welchem Verfahren und mit welchem Ziel? An welcher Stelle beziehe ich die Eltern mit ein?),
  • Beschwerdemanagement (Wie gehen wir mit Beschwerden um? Wann sprechen wir über Beschwerden im Team? etc.) (vgl. Pesch/ Sommerfeld 2002),
  • genaue Regelung zu den gesetzlichen Vorgaben der Elternmitwirkung,
  • standardisierte Elternbefragung.

Dazu ein wichtiger Hinweis: Eltern beurteilen die Qualität der Arbeit positiver als sie tatsächlich ist. Wenn sie die Qualität schlecht bewerten würden, müssten sie für ihr Kind eine bessere Einrichtung suchen und es abmelden. Dieses Problem wird "kognitive Dissonanz" genannt. Deshalb sollte die Elternbefragung zweigeteilt werden. In das Aufnahmeverfahren sollte eine Elternbefragung integriert werden (Erwartungen, Wünsche, Bedarfe etc.). Zum Abschluss der Kindergartenzeit, wenn nichts mehr beschönigt werden muss, sollte dann eine standardisierte (Zufriedenheits-) Befragung durchgeführt werden. Dann ist die Datenmenge nicht so groß (jeweils nur ein Jahrgang), und die Antworten fallen ehrlicher aus. Das Beschwerdemanagement und die Elterngespräche sind darüber hinaus Orte, in denen während der Kindergartenzeit immer wieder auch ein Dialog stattfinden kann - und auch sollte.

Die Einbeziehung der Elternkompetenz lässt sich kaum standardisieren. Eine allgemeine Elternbefragung im Sinne von "Welche Begabungen und Kompetenzen können Sie einbringen?" hat in der Regel wenig Erfolg. Hier hat die direkte Ansprache für ein konkretes Projekt mehr Erfolg. Für die Zusammenarbeit mit Eltern sollte dies allerdings ein Schwerpunkt sein, denn... "Wenn Eltern eingebunden werden, gewinnen sie ein besseres Verständnis von ihrer Rolle als primäre Erzieher ihres Kindes. Darüber hinaus lernen Eltern und Erzieher/innen einander besser kennen und lernen voneinander. Dies führt dazu, dass die Kinder mehr individuelle Beachtung erfahren und das Curriculum gehaltvoller und abwechslungsreicher wird. DiNatale verweist darauf, dass nach amerikanischen Forschungsergebnissen Kindertageseinrichtungen und Schulen mit einem hohen Grad konsistenter und sinnvoller Elternbeteiligung erfolgreicher sind als solche ohne Elternmitarbeit. Auch wären die Fach- bzw. Lehrkräfte mit ihrer Arbeit zufriedener und besäßen mehr Selbstachtung. Die Eltern würden sich bewusst, dass ihr Verhalten und Vorbild einen großen Einfluss auf die Erziehung und Bildung ihrer Kinder haben und würden sich dementsprechend mehr engagieren - wobei Forschungsergebnisse belegen, dass einer der wichtigsten Faktoren, die den Schulerfolg von Kindern bestimmen, das Ausmaß der Beteiligung der Eltern an ihrer Bildung ist" (vgl. Textor/ Blank 2004).

Kinderqualität

Die Ergebnisse der Nationalen Qualitätsinitiative sind besonders bedeutsam für die pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Für die Arbeit mit Schulkindern hat das Sozialpädagogische Institut (SPI) in Köln (vgl. www.spi.nrw.de) einen Qualitätskriterienkatalog vorgelegt.

Für Kinder unter drei Jahren gibt es einen Kriterienkatalog, der in einen Kriterienkatalog für Kinder von 0 bis 6 Jahren integriert ist. Das war das Ergebnis einer langen Diskussion im Expertenkreis dieses Kriterienkataloges. Es gibt nichts, was nicht ein Kind mit einem Jahr genauso wie ein Kind mit fünf Jahren genauso lernen, erfahren, erforschen möchte. Der Unterschied liegt in der "Altersangemessenheit". Möglichst praxisnah sind für die unterschiedlichen Altersgruppen Standards entwickelt worden. In dem Kriterium "Sprache und Kommunikation" heißt es z.B. unter dem Leitgesichtspunkt "Erzieherin-Kind-Interaktion (2.23): "Die Erzieherin reagiert auf Gesten und Gebärden, Lautmalereien und Imitationen von Kleinstkindern und auf Laute, erste Worte und Sätze jüngerer Kinder. Sie wiederholt bedeutungstragende Laute und spricht mit den Kindern in einer entwicklungsangemessenen Form" (Tietze u.a. 2002, S. 113).

Für Kinder von im Kindergartenalter gibt es zwei Kataloge (vgl. Tietze u.a. 2002, Preissing 2003). Die Ergebnisse von Tietze im Rahmen der Nationalen Qualitätsinitiative sind keine Weiterentwicklung der "Kindergarten-Einschätzskala" (vgl. Tietze u.a. 1997, 2001). Dies ist eine völlig andere Forschungsrichtung in der Qualitätsdiskussion.

Einschätzskalen sind in der externen Qualitätsfeststellung aber durchaus wichtig. Es fehlen nach wie vor Kriterien für eine externe Einschätzung von Qualität. Hier können Einschätzskalen eine "Übergangshilfe" darstellen, bis die externen Verfahren im Rahmen der Nationalen Qualitätsinitiative eingeführt sind.

Kindergarten-Einschätz-Skala (KES)

1997 erschien die Kindergarten-Einschätz-Skala (KES). Die 37 Merkmale der KES finden sich in diesen 7 Bereichen:

  1. Betreuung und Pflege der Kinder
  2. Möbel und Ausstattung für Kinder
  3. Sprachliche und kognitive Anregungen
  4. Fein- und grobmotorische Aktivitäten
  5. Kreative Tätigkeiten
  6. Sozialentwicklung
  7. Erzieherinnen und Eltern

Die KES war eines der Instrumente, die für die Untersuchung von Prof. Dr. W. Tietze zur pädagogischen Qualität in deutschen Kindergärten Verwendung gefunden haben. In Anschluss an die Veröffentlichung der KES begann eine kurze intensive Diskussion über Einschätzskalen. Diese Diskussion war geprägt von der grundsätzlichen Frage, ob und gegebenenfalls wie Qualität überhaupt "gemessen" werden kann.

Im Herbst 2001 wurde dann eine revidierte Fassung der KES veröffentlicht, die sich als "2. völlig neu bearbeitete Auflage" versteht. In der KES-R sind einige Merkmale hinzugekommen, andere wurden redaktionell bearbeitet. Methodisch ist noch mehr als bei der KES ein sehr enger Bewertungsrahmen vorgegeben.

Weitere Einschätzskalen aus der KES-Skalenfamilie sind die Hort-Skala (HOS), die Krippen-Skala (KRIPS) und die Tagespflege-Skala (TAS). Die Veröffentlichung dieser Skalen erfolgte im Beltz Verlag (www.beltz.de).

Eine Erfahrung mit dem Einsatz von Einschätzskalen aus Recklinghausen verdeutlicht die Bedeutung für Qualitätssicherung. Manche Items der KES formulieren einen pädagogischen Anspruch, der dazu herausfordert, über Konzepte der Raumgestaltung und der Materialausstattung neu nachzudenken, wie z.B. bei der Vielfältigkeit des Materials, das unterschiedliche Rollenspiele ermöglichen soll. Eine "gute" Qualität ist auf Gruppenebene kaum herstellbar, weil die räumlichen Möglichkeiten für den pädagogischen Anspruch der "Vielfältigkeit von Material" zumeist nicht ausreichen. Dies führte in Recklinghausen dazu, die gruppenbezogene Rollenspielecke zugunsten einer großen vielfältigen Ausgestaltung eines Rollenspielbereiches in der Tageseinrichtung aufzugeben.

Dies war erst der Anfang. Mit der Zeit wurde immer deutlicher, dass Vielfältigkeit auch im Bereich des Bauteppichs oder im Bereich des bildnerischen Gestaltens auf Gruppenebene nur begrenzt herstellbar ist. Inzwischen haben einige städtische Tageseinrichtungen für Kinder in Recklinghausen als Ergebnis eines Qualitätsentwicklungsprozesses ihr Konzept zur sogenannten "Offene Arbeit" hin weiterentwickelt. Die Ergebnisse sind - nicht nur im Sinne der KES - ausgezeichnet. Die Organisation der pädagogischen Arbeit, die Konzentration auf unterschiedliche Entwicklungsbereiche und die pädagogische Verantwortung des Teams für die pädagogische Arbeit der ganzen Tageseinrichtung für Kinder hat nachweisbar (auch durch neuerliche Einschätzungen der pädagogischen Qualität) zu Qualitätsverbesserungen geführt. (vgl. Braun 2003b). Der Weg zur Offenen Arbeit ist allerdings nur ein Weg zur Qualitätsverbesserung. Andere Einrichtungen haben mit gruppenbezogenen Konzepten andere Wege zur Qualitätsverbesserung eingeschlagen.

Mit Einschätzungen auf der Grundlage von Einschätzskalen können Schwachstellen pädagogischer Arbeit aufgezeigt und damit Veränderungsprozesse angeregt werden. Externe Einschätzungen können das, was in einer Einrichtung sehr gut entwickelt ist, herausstellen und somit Qualität abbilden. Viele Mitarbeiterinnen fühlen sich in ihrer Arbeit bestätigt, und durch die "Objektivität" des Einsatzes von Einschätzskalen und Fremdevaluation sind sie motiviert, ihre Stärken zu erhalten und ihre Schwächen zu verringern. Damit eignen sich Einschätzskalen, um eine in vielen Qualitätsmanagementsystemen enthaltene "Stärken-Schwächen-Analyse" vornehmen zu können.

Die nationalen Kriterienkataloge werden künftig eine wichtige Grundlage für Qualitätssicherung im Bereich der "Kinderqualität" sein. Die Implementierung hat vielerorts begonnen, und das Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend unterstützt diese Implementierung mit Forschungsmitteln. Künftig werden Kindertageseinrichtungen u.a. daran gemessen werden, ob sie diese Ergebnisse ihrer Arbeit zugrunde legen (vgl. dazu das Tagesbetreuungsausbaugesetz). Die Qualitätskriterien können künftig Grundlage einer pädagogischen Konzeption werden, wie dies z.B. die Stadt Recklinghausen als Träger von Kindertageseinrichtungen bereits gemacht hat (vgl. Braun 2004).

Mitarbeiterinnenqualität

Dieser Bereich des "Personalmanagements" genießt noch viel zu wenig Beachtung in Qualitätsmanagementdiskussionen. Dabei ist er der entscheidende und zentrale Ansatzpunkt für Qualitätsentwicklung und -sicherung, weil das Personal jeder Kindertageseinrichtung über Gelingen und Misslingen der Qualität der pädagogischen Arbeit, der Qualität der Zusammenarbeit mit Eltern und der Qualität des Verhältnisses zu den Trägervertretern entscheidet. Der Träger trägt entscheidend dazu bei, diese Personalqualität zu entwickeln oder "vor sich hin dümpeln" zu lassen.

Ein Kennzeichen dafür, wie wenig Personalmanagement in Kindertageseinrichtungen bisher vorkommt, zeigt sich daran, dass erst in diesem Jahr das erste Buch zu diesem Thema überhaupt erschienen ist (vgl. Lamberti/ Sommerfeld 2004).

Die Ergebnisse der Nationalen Qualitätsinitiative haben die Personalqualität zum Gegenstand:

  • Es gibt die Trägerqualitätsdimension "Personalmanagement" (vgl. Fthenakis 2003) mit Stichworten wie Erhebungen zu Personalstand und Personalstruktur, Strategien zur Personalgewinnung, transparentes Personalentwicklungskonzept, zielorientierte Jahresgespräche, Abstimmung des Fortbildungsbedarfes und Unterstützung von Maßnahmen zur Personalentwicklung.
  • Der Qualitätsbereich 20 "Leitung" im Nationalen Kriterienkatalog (vgl. Tietze 2002) fasst wichtige Grundsätze zum Aufgabenprofil von Leitung zusammen. Der Bereich "Team" fehlt allerdings weitgehend, und die Leitungsaufgaben werden in diesem Qualitätsbereich nicht hinreichend von den Aufgaben des Trägers abgegrenzt.
  • Bei Preissing findet sich Personalmanagement unter dem "Konzeptionellen Grundsatz 12: Erzieherinnen sind Lehrende und Lernende zugleich". Dort werden vor allem die Themen Fachliteratur und Fortbildung thematisiert (vgl. Preissing 2003).

Die Gliederung für die Entwicklung eines Personalmanagements könnte z.B. so aussehen:

  • Aufgaben und Verantwortungsbereiche des Trägers, der Leitung und der Mitarbeiterin,
  • Personalentwicklungskonzept,
  • Aufgabenerweiterung ("job enlargement"),
  • Personalauswahl, Einarbeitung und Probezeit,
  • Mitarbeiterjahresgespräche, Zielvereinbarungsgespräche, Förder- und Erfolgsgespräche,
  • Beurteilungsgespräche,
  • Mitarbeiterinnenbefragung,
  • Fortbildung und Qualifizierung,
  • Praxisanleitung Praktika,
  • Zeugnis,
  • Arbeitsplatzbeschreibungen: Leitung der Tageseinrichtung für Kinder; Stellvertretende Leitung der Tageseinrichtung für Kinder; Gruppenleitung; Fachkraft in einer altersgemischten Gruppe; Fachkraft in einer integrativen Gruppe; Ergänzungskraft; Praktikantin in einer Tageseinrichtung für Kinder.

Ein Gütesiegel für Kindertageseinrichtungen!?

Zur vielfach diskutierten Frage der Steuerung von Qualität wurde verschiedentlich ein "Gütesiegel" für Tageseinrichtungen für Kinder als Möglichkeit offeriert (vgl. Spieß/ Tietze 2001). Die Ergebnisse der Nationalen Qualitätsinitiative ermutigen dazu, diese Diskussion neu aufzunehmen. So könnten beispielsweise die nachfolgenden Kriterien Grundlage eines Gütesiegels werden:

  • Hat der Träger die 10 Dimensionen der Trägerqualität im Rahmen einer Selbstevaluation durchgearbeitet? Liegen die Ergebnisse der Selbstevaluation in einem Bericht vor?
  • Gibt es eine pädagogische Konzeption? Beruht die pädagogische Konzeption auf aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen (NQI, Fachliteratur)? Welchen?
  • Gibt es eine Konzeption für die Zusammenarbeit mit Eltern/ Familien? Beruht die Konzeption für die Zusammenarbeit mit Eltern/ Familien auf einer fachlich-wissenschaftlichen Grundlage (NQI, Bildungspläne, Fachliteratur)? Welcher?
  • Verfügt der Träger über ein Personalmanagementkonzept? Gibt es ein Konzept zur Personalentwicklung?

Ein Gütesiegel, das auf einer solchen Grundlage vergeben werden würde, führt zu Standards zur Qualitätssicherung, der sich auf Dauer keine Tageseinrichtung für Kinder entziehen kann - vor allem, wenn mittelfristig die Finanzierung von einem Gütesiegel abhängig gemacht werden würde. 2010 - dem Jahr der ausreichenden Bereitstellung von Plätzen für Kinder unter drei Jahren (vgl. Tagesbetreuungsausbaugesetz) - könnte ein guter Zeitpunkt für die bundesweite Einführung eines verbindlichen Gütesiegels für Kindertageseinrichtungen sein.

Literatur

Bertelsmann-Stiftung: Kinder früher fördern. Projekt zur frühkindlichen Förderung. www.kinder-frueher-foerdern.de

Braun, Ulrich: 5 Jahre Einschätzskalen. Qualitätsfeststellung in Tageseinrichtungen für Kinder nimmt zu. In: KiTa aktuell NRW, 02/2003a, S. 40-43

Braun, Ulrich: Von der KES zum nationalen Kriterienkatalog. Qualitätsfeststellung und Qualitätsentwicklung in den städtischen Tageseinrichtungen für Kinder in Recklinghausen. In: KiTa aktuell NRW, 02/2003b, S. 52-55

Braun, Ulrich: Die pädagogische Konzeption der Tageseinrichtungen für Kinder der Stadt Recklinghausen - Die Nationale Qualitätsinitiative kommt in den Tageseinrichtungen für Kinder an! In: www.kindergartenpaedagogik.de/1026.html (2004)

Dittrich, I. u.a.: Pädagogische Qualität entwickeln. Praktische Anleitung und Methodenbausteine für Bildung, Betreuung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder. Weinheim, Basel 2004

Dollase, R.: Das ungelüftete Geheimnis guter Kindergartenarbeit. Wie ein Praktikum die Sichtweisen eines Wissenschaftlers verändert. TPS 06/2004, S. 38-43

Fthenakis, W.E. u.a. (Hrsg.): Träger zeigen Profil. Qualitätshandbuch für Träger von Kindertageseinrichtungen. Weinheim, Basel, Berlin 2003

Hummel, Th.: Total-quality-Management (TQM). Tips für die Einführung. München, Wien 1997

Jansen, H./Mannhaupt, G. u.a.: Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (BISC) bei Vorschulkindern. Göttingen 1999

Küspert, P./Schneider, W.: Hören, lauschen, lernen. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. Göttingen 1999

Lamberti, M.-A.: Qualität - immer noch das Thema Nr. 1! In: Kita aktuell NRW 10/2000, S. 196-198

Lamberti, M.-A./Sommerfeld, V.: Strategische Personalentwicklung. Weinheim, Berlin, Basel 2003

Pesch, L./Sommerfeld, V.: Beschwerdemanagement. Weinheim, Berlin, Basel 2002

Preissing, C. (Hrsg.): Qualität im Situationsansatz. Qualitätskriterien und Materialien für die Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen. Weinheim, Basel, Berlin 2003

Spieß, C.K./Tietze, W.: Gütesiegel als neues Instrument der Qualitätssicherung von Humandienstleistungen. Gründe, Anforderungen und Umsetzungsüberlegungen am Beispiel der Kindertageseinrichtungen. Diskussionspapier Nr. 243. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung. Berlin 2001, www.diw.de

Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG). www.bmfsfj.de

Textor, M.R./Blank, B.: Einbindung von Eltern in die Kindergartenpädagogik. In: www.kindergartenpaedagogik.de/1145.html (2004)

Tietze, W./Schuster, K.-M./ Roßbach, H.G.: Kindergarten-Einschätz-Skala. Neuwied u.a. 1997

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Autor

Ulrich Braun ist stellvertretender Abteilungsleiter Tageseinrichtungen für Kinder im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie bei der Stadt Recklinghausen, u.a. verantwortlich für Qualitäts- und Personalmanagement. Expertentätigkeiten im Bereich Frühpädagogik, z.Zt. im Beirat des Projektes "Kinder früher fördern" der Bertelsmann-Stiftung (www.kinder-frueher-foerdern.de); Lehrbeauftragter an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.

Homepage: www.u-braun.de

E-Mail: info@u-braun.de