Aus: Unsere Jugend 1999, Heft 12, S. 522-526

Kooperation zwischen Kindergärten und Eltern-Kind-Gruppen?

Michael Schnabel

 

1. Die momentane Situation der Eltern-Kind-Gruppen

Die Nachfrage an Eltern-Kind-Gruppen nahm in den achtziger Jahren stetig zu, und einige Bildungswerke verzeichneten in den letzten Jahren sogar einen sprunghaften Anstieg. In manchen Pfarreien ist die Nachfrage an Eltern-Kind-Gruppen so groß, dass es erst über eine Warteliste möglich ist, einen Platz in einer Eltern-Kind-Gruppe zu erhalten.

Die Eltern-Kind-Gruppen kommen den Bedürfnissen junger Eltern entgegen: andere Eltern mit kleinen Kindern kennen zu lernen, Erfahrungen in der Kindererziehung untereinander auszutauschen, Kontakte mit anderen Familien aufzubauen und in einer Gruppe miteinander Neues zu erleben.

Die Eltern-Kind-Gruppenarbeit ist eine vortreffliche Form der Elternbildung: die durch gemeinsames Handeln von Eltern und Kindern neue Lernerfahrungen ermöglicht, die den Erfahrungsaustausch der Eltern untereinander in Gang bringt, die Probleme des Familienalltags bearbeitet und sogar das politische Engagement der Eltern für ihre Belange weckt (Schnabel, M. 1990).

Die Kinder lernen in der Eltern-Kind-Gruppe andere Kinder und Erwachsene kennen, sammeln soziale Erfahrungen, erleben Freude beim gemeinsamen Spielen und Feiern und machen neue Lernerfahrungen in den kreativen Beschäftigungseinheiten und bei Naturbeobachtungen.

Eltern-Kind-Gruppenarbeit ist das einzige kontinuierliche Bildungsangebot für Eltern und Kinder, das vor dem Kindergarteneintritt durchgeführt wird und den Kleinkindern erste Lernerfahrungen in einer Fremdgruppe ermöglicht. Wenn im Kindergarten, als der sich anschließenden Bildungsinstitution, die Voraussetzungen der Kinder beachtet werden sollten, so können schwerlich die Erfahrungen der Kinder aus den Eltern-Kind-Gruppen übergangen werden.

Eine Kooperation zwischen Kindergarten und Eltern-Kind-Gruppen kann die Arbeit in beiden Einrichtungen bereichern und die pädagogischen Ziele unterstützen. Zugleich wird durch die Zusammenarbeit eine Kontinuität in der Bildung des Kleinkindes und in der Zusammenarbeit mit den Eltern erreicht.

2. Aus der Entwicklungsgeschichte der Eltern-Kind-Gruppen

Die Eltern-Kind-Gruppenarbeit wurde Mitte der siebziger Jahre am bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik entwickelt. Den Anstoß dazu gaben die Auseinandersetzungen um die Bildungsreform Ende der sechziger Jahre. Damit Deutschland nicht durch unzureichende Bildungsmöglichkeiten technologisch ins Abseits gleite, sollten alle Bildungsreserven mobilisiert werden (Tränhardt, D. 1986). Auf der Suche nach Ausschöpfung aller Bildungsmöglichkeiten wurde auch die Arbeit im Kindergarten kritisch befragt, inwieweit sie den Anforderungen einer modernen Industriegesellschaft noch gerecht werden könne. Die Folge waren die Reform des Kindergartenwesens und die Entwicklung von Förderprogrammen und Fördermaterialien für die vorschulische Erziehung. Allem voran gewann durch die öffentliche Auseinandersetzung zur Bildungsreform die Forderung Nachdruck: jedem Kind muss eine gezielte Frühförderung im Kindergarten ermöglicht werden.

Da die Kindergartenträger nicht in der Lage waren, in zwei oder drei Jahren das Kindergartenplatzangebot zu verdoppeln oder zu verdreifachen, sollte in Bayern vorerst durch Eltern-Kind-Gruppen dieser Mangel ausgeglichen werden. Die Zielsetzung der Eltern-Kind-Gruppenarbeit bestand daher in der sinnvollen und möglichst breiten Förderung der Kinder im vorschulischen Alter sowie in der Reflexion der Eltern bezüglich ihres Erziehungsverhaltens (Staatsinstitut für Frühpädagogik 1977).

In der Entwicklungsphase der Eltern-Kind-Gruppenarbeit trafen sich ca. sieben Eltern mit ihren meist drei- bzw. vierjährigen Kindern wöchentlich zweimal und führten unter Anleitung einer Eltern-Kind-Gruppenleiterin eine gemeinsame Aktion durch. Anschließend sprachen die Eltern über den Ablauf der Aktion und den dabei zutage getretenen Problemen in der Zusammenarbeit mit ihren Kindern. Die Treffen fanden in Pfarrsälen oder Jugendheimen oder auch Kindergärten statt. So war meist zum Kindergarten schon eine räumliche Nähe gegeben.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Eltern-Kind-Gruppenarbeit wurden größtenteils den damaligen Förderkonzepten der Kindergartenerziehung entnommen (Staatsinstitut für Frühpädagogik 1977). Es sollten ja annähernd die Fördermöglichkeiten des Kindergartens erreicht werden. Das methodische Vorgehen in der Eltern-Kind-Gruppenarbeit unterscheidet sich jedoch deutlich von der Pädagogik im Kindergarten, denn es sind im Unterschied zum Kindergarten Eltern und Kinder gemeinsam in den jeweiligen Gruppen, die miteinander die Aktionen durchführen sollen. Weiterhin ist ein Schwerpunkt der Eltern-Kind-Gruppenarbeit das anschließende Gespräch der Eltern, das durch die Gruppenleiterin geleitet wird.

Als anfangs der achtziger Jahre sogar mancherorts ein Überangebot an Kindergartenplätzen entstand (Grossmann, W. 1987), erübrigte sich die Eltern-Kind-Arbeit als Überbrückung des Mangels an Kindergartenplätzen.

Durch die öffentliche Auseinandersetzung um die Bildungsreform und durch die Erkenntnisse aus der Psychologie und Pädagogik über die Lernmöglichkeiten des Kleinkindes wuchs bei den Eltern die Forderung nach möglichst frühzeitiger und gezielter Förderung der Kinder. Es wurden Elterninitiativen gegründet, Spielgruppen, Kindertreffs, Gesprächsgruppen und Mutter-Kind-Gruppen eingerichtet, die zum einen den Kindern neue Fördermöglichkeiten bieten sollten und zum anderen die Aufgabe hatten, die Eltern in Kontakt zu bringen (Wesserle, Ch. 1990).

Eltern-Kind-Gruppen konnten auch diesem Anliegen der Eltern entsprechen und haben daher eine zunehmende Verbreitung gefunden. In die Gruppen der Pfarreien und Bildungseinrichtungen kamen immer mehr Eltern mit jüngeren Kindern, so dass der Förderaspekt der Kinder zweitrangig wurde und die Bildung der Eltern in den Vordergrund trat. Somit wuchs die Eltern-Kind-Gruppenarbeit über ihre ursprünglichen Zielsetzungen hinaus, und zugleich hielt sie Einzug in die sozialpädagogische Arbeit, indem Familienseminare, Familienfreizeiten und Mutter-Kind-Kuren nach dem Konzept der Eltern-Kind-Gruppenarbeit durchgeführt wurden (Bezdek, U. + M. 1980).

Es zeigte sich immer deutlicher: Die Eltern-Kind-Gruppenarbeit ist eine sehr effektive Form der Elternbildung, die an der konkreten Erziehungspraxis der Eltern arbeitet und sich auf die Erfahrungen der Eltern aus dem Familienalltag einlässt.

Unter der Zielperspektive der Elternbildung findet heute die Eltern-Kind-Gruppenarbeit in den Pfarreien und Bildungseinrichtungen statt und erfreut sich eines ständig wachsenden Zuspruchs. In einigen Pfarreien bestehen bereits drei, vier oder mehr Eltern-Kind-Gruppen, so dass bereits der größte Teil der Kleinkinder vor dem Kindergarteneintritt Erfahrungen aus den Eltern-Kind-Gruppen mitbringt. Dies bewog einige Kindergärten zu einer gezielten und überlegten Kooperation mit den Eltern-Kind-Gruppen.

3. Beispiele der Kooperation

Der kommunale Kindergarten in Gilching (bei München) bietet seit mehr als zehn Jahren, je nach Bedarf, eine oder zwei Eltern-Kind-Gruppen für die Kinder vor dem Kindergarteneintritt an. Es treffen sich unter der Leitung einer Erzieherin in den Gruppenräumen des Kindergartens ca. sieben bis neun Eltern mit ihren Kindern, um nach dem Konzept der Eltern-Kind-Gruppenarbeit Aktionen und Gespräche durchzuführen. Die Treffen finden einmal wöchentlich statt und erstrecken sich auf einen Zeitraum von zehn Monaten. Nach Auskunft der Kindergartenleiterin haben sich die Eltern-Kind-Gruppen hervorragend bewährt und bringen der Kindergartenarbeit viele zusätzliche Impulse ein. Die Kinder aus den Eltern-Kind-Gruppen kennen bereits die Räumlichkeiten und das Spielgelände des Kindergartens vor dem Kindergarteneintritt. Durch Besuche in einer Kindergartengruppe haben die Kinder aus den Eltern-Kind-Gruppen schon eine erste Ahnung von der sozialen Situation und von dem Spielangebot im Kindergarten. Ein besonderer Vorteil aus der Eltern-Kind-Gruppenarbeit erwächst für die Elternarbeit des Kindergartens. Die Eltern lernen durch die Eltern-Kind-Gruppen differenziert und anschaulich die pädagogische Arbeit im Kindergarten kennen. In der Eltern-Kind-Gruppe probieren sie viele kreative Beschäftigungsmöglichkeiten, die sie zuhause weiterführen können, zudem erhalten sie vielfache Hilfen für die Kindererziehung. Eltern aus der Gruppe knüpfen untereinander Kontakte, treffen sich zu gemeinsamen Unternehmungen oder zu einem pädagogischen Stammtisch. Durch das besondere Gilchinger Angebot eines Vätermorgens, am Samstagvormittag, sind auch die Väter in die Eltern-Kind-Arbeit eingebunden. Die Auswirkungen dieser Arbeit, bestätigt die Kindergartenleiterin, zeigen sich über die ganze Kindergartenzeit hinweg. Eltern aus den Eltern-Kind-Gruppen sind aufgeschlossener für die Kindergartenarbeit, schätzen besonders die Tätigkeit der Erzieherinnen, engagieren sich als Elternbeiräte und bieten sich zur aktiven Mithilfe bei Kindergartenfesten an. Diese erfolgreiche Kooperation zwischen Eltern-Kind-Gruppen und dem Kindergarten verlangt aber eine gute Zusatzausbildung der Erzieherinnen in der Eltern-Kind-Arbeit.

Als zweites Beispiel sei die Stadt Kolbermoor bei Rosenheim genannt: Dort wurde in den letzten Jahren ein Kindergarten in evangelischer Trägerschaft errichtet. Nachdem in der Pfarrgemeinde bereits mehrere Eltern-Kind-Gruppen vorhanden waren, wurde bei der Planung des Kindergartens darauf geachtet, dass Kindergarten und Eltern-Kind-Gruppen im gleichen Gebäude untergebracht werden konnten. Der neu errichtete Kindergarten bietet im Untergeschoss Räume, die besonders für die Eltern-Kind-Gruppenarbeit ausgestattet sind. Im darüber liegendem Stockwerk befindet sich der Kindergarten. Auch das Gartengelände bietet sowohl für den Kindergarten als auch für die Eltern-Kind-Gruppen zugleich Spielmöglichkeiten. Durch die räumliche Nähe ist für die Zusammenarbeit ein hervorragender Rahmen geschaffen worden. Die Eltern-Kind-Gruppen können die Räume und den Betrieb des Kindergartens besichtigen. Durch die räumliche Nähe bietet es sich an, dass viele Aktionen in der Gemeinde von den Eltern-Kind-Gruppenleiterinnen und Erzieherinnen gemeinsam durchgeführt werden.

4. Eltern-Kind-Gruppen: ein "Königsweg" des Übergangs von der Familie zum Kindergarten?

Zusammen mit der Reform des Kindergartenwesens wurde auch gründlich der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule untersucht. Es wurden neben den empirischen Erhebungen auch Programme vorgelegt, die den Übergang vom Kindergarten in die Schule reibungsloser gestalten sollten (Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Hrsg.) 1990; Staatsinstitut für Frühpädagogik (Hrsg.) 1985). Denn die Kooperation von Kindergarten und Schule sollte gewährleisten, dass die Lernerfahrungen des Kindergartens auch in der Schule aufgegriffen und weitergeführt werden können.

Die Schwierigkeiten des Übergangs von der Familie in den Kindergarten wurden demgegenüber bisher kaum zur Kenntnis genommen, obwohl dieser Übergang für das Kind ein gravierender Einschnitt in seiner Lebensgeschichte ist. Das Kind steht mit dem Eintritt in den Kindergarten erstmals vor einer mehrfach neuen sozialen Situation: Es verlässt meist zum erstenmal ohne Begleitung der Eltern die häusliche Umgebung und muss für mehrere Stunden die Eltern entbehren. Das neue Kind in der Kindergruppe muss sich in einer Gruppe mit meist ihm fremden Kindern zurechtfinden. Das drei- oder vierjährige Kind hat sich bisher noch nie in so großen Kindergruppen bewegt und muss erst lernen, sich einzufügen und sich durchzusetzen. Durch den Ablauf des Kindergartenangebots erfährt das Kind eine neue zeitliche Strukturierung und erlebt Anforderungen, die nicht von den Eltern ausgehen. Der Neuling im Kindergarten erhält Anweisungen von der Erzieherin, einer ihm zunächst fremder Person, und muss die Aufmerksamkeit dieser Bezugsperson mit zwanzig und mehr Kindern teilen. Die Häufung all dieser sozialen Anforderungen kann bei Kindern zum Kindergarteneintritt Trotzreaktionen und Aggressionen hervorrufen.

Wer als Vater oder Mutter selbst Kinder in den Kindergarten gebracht hat, kann aus Erfahrung sagen, dass es häufig Schwierigkeiten gibt, wenn das Kind zum erstenmal in den Kindergarten gebracht werden soll. Diese Schwierigkeiten können die ersten Monate hindurch andauern, bis sich das Kind in die Gruppe wohl fühlt.

Eltern-Kind-Gruppen sind vortrefflich geeignet, die angesprochenen Anforderungen an das Kind beim Kindergarteneintritt zu verringern, denn sie können ein Übungsfeld für das Kleinkind sein, um sozialen Kontakte außerhalb der Familie und des Bekanntenkreises zu knüpfen. Eltern-Kind-Gruppen bieten vielfache Möglichkeiten, im Spiel, beim Feiern und bei den gemeinsamen Aktionen mit anderen Kindern und Erwachsenen in Kontakt zu treten. Zusammen mit der Mutter und dem Vater lernt das Kind zusehends, sich von der Hand der Eltern zu lösen und immer mehr in der Gruppe sich zu behaupten. Nach derartigen Lernerfahrungen in einer Gruppe haben die Kinder manche soziale Verhaltensweisen für den Kindergarten erworben, und sie haben in den Eltern-Kind-Gruppen Anforderungen erlebt, die der pädagogischen Arbeit im Kindergarten ähnlich sind.

5. Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kindergärten und Eltern-Kind-Gruppen

Die Probleme des Kindergarteneintritts werden in manchen Kindergärten dahingehend angegangen, dass den Eltern und Kindern angeboten wird, einige Spielnachmittage im Kindergarten zu verbringen. Die Spielnachmittage mit einem Elterngespräch sind in ihrem Ablauf der Eltern-Kind-Gruppenarbeit ähnlich. Im Kindergarten in Gilching wurde aus den Spielnachmittagen das kontinuierliche Angebot einer Eltern-Kind-Gruppe vor dem Kindergarteneintritt. Wenn, wie in den beschriebenen Beispielen, nicht jeder Kindergarten eine Zusammenarbeit mit Eltern-Kind-Gruppen derart eng gestalten kann, so sollten doch einzelne Möglichkeiten überlegt und versucht werden.

Wo bereits Eltern-Kind-Gruppen bestehen, sollten sich die Erzieherinnen über die Arbeit dort informieren, damit sie das Angebot und die Arbeitsweise näher hin kennen zulernen. Nachdem von mehreren Bildungseinrichtungen und sozialen Institutionen Ausbildungsmöglichkeiten zum Eltern-Kind-Gruppenleiter angeboten werden (Projektgruppe Universität Regensburg 1990), ist es für Erzieher leicht möglich, durch eine derartige Zusatzausbildung selbst in dieser Arbeit kompetent zu werden. Übereinstimmend bestätigen Erzieherinnen, die die Ausbildung zur Eltern-Kind-Gruppenleiterin gemacht haben, dass sie dadurch neue Impulse für die Kindergartenarbeit erhielten.

Hilfreich für den Kindergarteneintritt der neuen Kinder ist es, wenn die Eltern-Kind-Gruppen zu einem Besuch in den Kindergarten eingeladen werden. Eltern und Kinder können dadurch auf die Kindergartenarbeit vorbereitet werden, und somit kann im Vorfeld manche Schwierigkeit ausgeräumt werden.

Als weiterer Schritt der Zusammenarbeit kann die gemeinsame Elternarbeit gesehen werden. In den Eltern-Kind-Gruppen werden, wie in den Kindergärten, regelmäßig Elternabende durchgeführt, in denen Erziehungsfragen von einem Referenten dargestellt werden. Wenn sich die Eltern-Kind-Gruppenleiterinnen und die Erzieherinnen über derartige Veranstaltungen gegenseitig informieren, so können diese zusammen vom Kindergarten und den Eltern-Kind-Gruppen angeboten werden.

Neben der üblichen Eltern-Kind-Gruppenarbeit treffen sich die Eltern aus den Gruppen oftmals zu geselligen Veranstaltungen, sei es zu einer gemeinsamen Schlittenfahrt, zu einem Kartoffelfeuer, zum Ostereiersuchen, zur Kräuterwanderung und dergleichen. Bei einer Zusammenarbeit mit dem Kindergarten können auch die Eltern des Kindergartens zu derartigen Unternehmungen eingeladen werden.

Weiterhin ist es in den meisten Eltern-Kind-Gruppen üblich, dass sie im Jahr ein- bis zweimal ein gemeinsames Wochenende in einem Familienerholungsheim verbringen. Wenn es auch auf Grund der engen Gruppenkontakte meist nicht möglich ist, dass sich hier Eltern außerhalb der Gruppe beteiligen, so kann doch die Kindergartenarbeit aus dieser Form der Elternbildung vielfache Anregungen erhalten und auf Grund der guten Erfahrungen vom Kindergarten aus ein Familienbildungswochenende durchführen.

In mehreren Pfarreien wurde deutlich, dass nach ersten Kooperationsversuchen zwischen Kindergarten und Eltern-Kind-Gruppen immer mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit sich ergaben. So kann z.B. der Kindergarten zusammen mit den Eltern-Kind-Gruppen den Martinszug durchführen, einen Kinderfasching veranstalten oder Familiengottesdienste vorbereiten. Diese Zusammenarbeit von Kindergarten und Eltern-Kind-Gruppen erhält ein besonderes Profil, wenn sie durch einen gemeinsamen kirchlichen Träger verknüpft ist. Denn von der Pfarrei aus kann die Arbeit in den Eltern-Kind-Gruppen und im Kindergarten vielleicht zu einem überlegten und erfolgversprechenden Konzept der Kinder- und Familienpastoral zusammengebunden werden.

Literatur

Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (Hrsg.): Der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule. Frühpädagogische Hilfen und Anregungen in altersgemischten Gruppen. Empfehlungen für den Kindergartenbereich, Donauwörth 1990/15; Staatsinstitut für Frühpädagogik (Hrsg.): Vom Kindergarten zur Schule. Erprobte Wege der Zusammenarbeit von Erziehern und Lehrern, Freiburg Basel Wien 1985.

Bezdek, Ursula; Bezdek, Monika: Miteinander leben und erleben. Familienarbeit in der Freizeit, Burglengenfeld 1980.

Grossmann, Wilma: KinderGarten. Eine historisch-systematische Einführung in seine Entwicklung und Pädagogik, Weinheim Basel 1987, S. 108.

Projektgruppe der Universität Regensburg: Bayerischer Ausbildungskurs für Leiter von Eltern-Kind-Gruppen, Stockdorf 1990.

Schnabel, Michael: Theorie und Praxis der Eltern-Kind-Gruppenarbeit. Einführung in die Ziele, Inhalte, Methoden und theoretischen Zusammenhänge des Eltern-Kind-Programms (EKP), Stockdorf 1990, S. 25 ff.

Staatsinstitut für Frühpädagogik: Eltern Kind Programm, Teil 1, 2, und 3, Donauwörth 1977.

Staatsinstitut für Frühpädagogik: Eltern Kind Programm, Teil 1, Donauwörth 1977, S. 5.

Tränhardt, Dietrich: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 1986, S. 157.

Wesserle, Christa: Miteinander spielen - miteinander lernen. Eltern-Kind-Gruppen auf neuen Wegen, München 1990, S. 25 ff.