Die pädagogische Konzeption der Tageseinrichtungen für Kinder der Stadt Recklinghausen - Die Nationale Qualitätsinitiative kommt in den Tageseinrichtungen für Kinder an!

Ulrich Braun

 

In allen städtischen Tageseinrichtungen für Kinder der Stadt Recklinghausen wurde ein Qualitätsfeststellungsverfahren angewandt (1). Die damit eingeleitete Qualitätsentwicklung stand vor einem Dilemma. Es fehlte ein handhabbares "Curriculum", eine relativ verbindliche, wissenschaftlich abgesicherte Grundlage für die pädagogische Arbeit.

Ziel sollte sein, in jeder städtischen Tageseinrichtung für Kinder ein gemeinsames Grundgerüst bzw. gemeinsame Standards vorhalten zu können, die für Eltern verlässlich sind und die zu einer fachlichen "corporate identity" aller städtischen Tageseinrichtungen führen.

Mit der "Nationalen Qualitätsinitiative" (2) ist nun erstmals der Versuch gemacht worden, zu verschiedenen Qualitätsbereichen (Pädagogische Qualität für Kinder unter drei Jahren, für Kinder von 3-6 Jahren und für Schulkinder; Trägerqualität) Qualitätsstandards festzustellen und Evaluationsmaterialien zu entwickeln.

Die Leitungsrunde der städtischen Tageseinrichtungen für Kinder und der Träger haben sich entschieden, die Forschungsergebnisse der Forschungsgruppe "PädQuis" - Kooperationsinstitut der Freien Universität Berlin - ihrer Arbeit zugrunde zu legen: Wolfgang Tietze und Susanne Viernickel (Hrsg.): Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog. Beltz. Weinheim, Berlin, Basel 2002. Der Kriterienkatalog ist in jeder Gruppe mit Kindern im Kindergartenalter vorhanden.

An dem Prozess der Entstehung einer neuen pädagogischen Konzeption waren in vielfältiger Weise alle Mitarbeitenden der Tageseinrichtungen eingebunden, die zunächst in Arbeitsgruppen Standards für die pädagogischen Arbeitsbereiche entwickelt hatten. Diese wurden mit dem Kriterienkatalog aus der Nationalen Qualitätsinitiative in der Leitungsrunde der städtischen Tageseinrichtungen abgeglichen, und ein "Standard" für die künftige pädagogische Arbeit in den verschiedenen Entwicklungs- und Bildungsbereichen wurde formuliert.

Nach Fertigstellung des ersten Entwurfes wurde die Konzeption allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Elternräten zur nochmaligen Durchsicht und Diskussion zur Verfügung gestellt. Die Bildungskonzeptionen in NRW (3) wurden zusätzlich einbezogen. Erst nach dieser "Schlussredaktion" wurde das neue pädagogische Konzept endgültig verabschiedet und der Arbeit zugrunde gelegt.

Mit der Einführung dieser pädagogischen Konzeption orientiert sich die pädagogische Arbeit systematischer als bisher an allen Bildungs- und Entwicklungsbereichen, die für das Aufwachsen von Kindern in der Frühpädagogik als erforderlich angesehen werden. Mit dieser pädagogischen Konzeption werden die Grundlagen für eine zeitgemäße Betreuung, Bildung und Erziehung gelegt.

Nachfolgend ist die pädagogische Konzeption in Textform dokumentiert. Eine lesefreundlichere Fassung mit Fotos kann bei der Stadt Recklinghausen für EUR 3,- angefordert werden. Die Adresse ist unten aufgeführt.

Die pädagogische Konzeption der städtischen Tageseinrichtungen für Kinder in Recklinghausen

Diese Konzeption beschreibt die Arbeit in den städtischen Tageseinrichtungen für Kinder in Recklinghausen zum Zeitpunkt des Kindergartenjahres 2003/2004. Eine ständige Weiterentwicklung der Konzeption ist Teil der Qualitätsentwicklung der Tageseinrichtungen.

Pädagogische Grundüberzeugungen

Es gibt wichtige pädagogische Grundsätze, die der täglichen Arbeit in den städtischen Tageseinrichtungen für Kinder zugrunde liegen und Orientierung für das Handeln sind. Die städtischen Tageseinrichtungen schließen sich hierbei an die Forschungsergebnisse zur "Pädagogischen Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder" an.

  • Kinder sind aktive Lerner.
  • Kinder lernen in sozialen Zusammenhängen.
  • Kinder lernen durch spielerische Aktivität und aktives Spiel.
  • Emotionale Sicherheit und Zuwendung bieten die Basis für kindliche Lernprozesse und die Entwicklung des Selbst.
  • Kinder lernen, wenn sie teilnehmen und aushandeln können.
  • Kinder haben das Recht auf Anerkennung ihrer Individualität.
  • Die Erzieherin ist Gestalterin einer anregenden Lern- und Erfahrungsumwelt.
  • Die Erzieherin ist Dialogpartnerin und Impulsgeberin.
  • Die Kindertageseinrichtung sichert allen Kindern - unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status - Lern- und Entwicklungschancen.
  • Die pädagogische Arbeit orientiert sich an der Lebenswelt und am Bedarf von Kindern und ihren Familien.

In der täglichen pädagogischen Arbeit werden unterschiedliche pädagogische Konzepte genutzt, um alle Kinder vielfältig zu fördern, zu unterstützen und ihnen eine bereichernde, erfahrungsreiche Zeit in der Tageseinrichtung für Kinder zu ermöglichen. Dabei werden "Situationen" von Kindern aufgegriffen, und die pädagogische Planung orientiert sich daran. Neue Erfahrungsbereiche werden ebenfalls an die Kinder herangetragen, weil sie gerade auch in Bereichen, in denen sie ihre Fähigkeiten noch nicht genügend erprobt und geübt haben, gefordert werden sollen. Auch die Konzepte der Waldorf-Pädagogik, der Montessori-Pädagogik, der "Waldpädagogik" und der "Reggio"-Pädagogik" sind Lernanlässe, und Elemente aus diesen Konzepten werden in die Arbeit einbezogen.

Die pädagogische Arbeit in den städtischen TEK ist individuell unterschiedlich. Pädagogische Schwerpunkte oder Projektarbeit werden in jeder TEK unterschiedlich ausgestaltet. Gemeinsam ist allen Konzepten die pädagogische Grundorientierung an den Leitgesichtspunkten und Mindeststandards, die in jeder Tageseinrichtung vorzufinden sind.

Leitgesichtspunkte für die pädagogische Arbeit

Die Begleitung, Förderung und Unterstützung der Kinder erfolgt in vielen unterschiedlichen Entwicklungsbereichen. Alle Tageseinrichtungen haben den Anspruch, dass alle Kinder vielfältig in diesen unterschiedlichen Bereichen gefördert werden. Deshalb orientiert sich die Arbeit an einem "Nationalen Qualitätskriterienkatalog" (Lit.: Tietze, W. u.a.: Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog. Beltz-Verlag 2002), der die bestmögliche pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder beschreibt.

Die Vielfältigkeit der pädagogischen Arbeit in den verschiedenen Qualitätsbereichen kann nicht im Detail in einer pädagogischen Konzeption vorgestellt werden. Der umfangreiche Qualitätskriterienkatalog ist in den TEK vorhanden und kann dort eingesehen werden. Vorgestellt werden sollen aber die Grundorientierungen ("Leitgesichtspunkte"). Sie finden sich in jedem Qualitätskriterium wieder. Die pädagogische Arbeit in den städtischen TEK wird auf diesen Grundlagen ausgestaltet.

1. Die Gestaltung der Räume

Die räumlichen Rahmenbedingungen prägen die pädagogische Arbeit. Ausprobieren, Verändern, miteinander Erfahrungen Machen geschieht umso besser, je einladender und motivierender die räumliche Ausgestaltung für die Kinder ist. Kinder sollen ihre Kindertageseinrichtung als einen Lebensraum begreifen können, der ihren Bedürfnissen entspricht. Dazu sollen die Nutzung der Innen- und Außenräume und deren Gestaltung und Ausstattung für alle Entwicklungsbereiche dienen.

2. Die Begegnung zwischen Erzieherin und Kind

Die Haltung der Erzieherin gegenüber jedem einzelnen Kind ist von wesentlicher Bedeutung für die kindliche Entwicklung. Die Haltung der Erzieherinnen und Erzieher in den Tageseinrichtungen ist bestimmt von Achtung der Eigenaktivität der Kinder, Respekt vor ihren Anliegen, Gefühlen und Aushandlungsformen und von Unterstützung und Ermutigung.

Jede Erzieherin ist Vorbild und Bezugspunkt für die Ausbildung und Aneignung von Werten und Einstellungen. Sie wissen darum und sind bemüht, dies in der Präsenz kultureller und ethnischer Vielfalt, in der Forderung von Chancengleichheit bei Kindern unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, unterschiedlichen Geschlechts und bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen zum Ausdruck kommen zu lassen.

3. Pädagogische Planung

Die pädagogische Arbeit in den verschiedenen Entwicklungsbereichen erfolgt geplant. Dabei wird sichergestellt, dass alle Leitgesichtspunkte und alle Qualitätsbereiche systematisch und regelmäßig berücksichtigt werden. Durch die Planung wird die pädagogische Praxis transparent und nachvollziehbar und damit auch grundsätzlich diskutier- und veränderbar.

4. Vielfalt und Nutzung von Material

Für alle Entwicklungsbereiche ist es erforderlich, vielfältige und entwicklungsangemessene (Spiel-) Materialien zur Verfügung zu stellen und die Nutzung regelmäßig, vielfältig und kreativ zu ermöglichen. Für die unterschiedlichen Entwicklungsbereiche wird ein solches, alle Sinne ansprechendes Angebot bereitgestellt.

5. Individualisierung

Die Individualisierung der pädagogischen Arbeit eröffnet Kindern die Möglichkeit, ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse zu verwirklichen und sich nicht grundsätzlich Gruppenaktivitäten unterordnen zu müssen. Dies ist für die Entwicklung eines Selbstwertgefühls und einer Selbstverantwortlichkeit im Zusammenleben mit anderen grundlegend. Kinder benötigen die Erfahrung, in der eigenen Besonderheit durch andere anerkannt zu werden.

Es werden Erfahrungs- und Lernbereiche gestaltet, die dem individuellen Entwicklungsstand eines jeden Kindes angemessen sind. Dabei sind sowohl ihre generellen entwicklungsspezifischen als auch ihre aktuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Individuelle Interessen, Bedürfnisse, Fähigkeiten und Lebenssituationen von Kindern und ihre individuellen Spielprozesse sind in alle Entwicklungsbereiche einzubeziehen.

6. Partizipation

Für Kinder ist es wichtig, Selbstwirksamkeit ("Ich kann etwas bewirken") zu erleben. Dies geschieht dadurch, dass Kinder an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen teilhaben. Kinder werden an Entscheidungen über Aktivitäten und Regelungen des Gruppenalltages beteiligt. Sie planen und gestalten den Tagesablauf entsprechend ihren Wünschen und Möglichkeiten mit.

Kinder lernen so, Verantwortung im Gruppengeschehen zu übernehmen. Die sozialkognitiven und kommunikativen Kompetenzen der Kinder werden herausgefordert, wenn sie sich mit den Meinungen und Sichtweisen anderer auseinander setzen, Unterschiedlichkeiten zur Kenntnis nehmen und Lösungsalternativen durchspielen. So entsteht ein Hineinwachsen in demokratische Strukturen.

Standards für die pädagogische Arbeit

Für die pädagogische Arbeit sind Standards in einem gemeinsamen Prozess mit allen Tageseinrichtungen formuliert worden, die für jede städtische Tageseinrichtung für Kinder gleichermaßen verbindlich sind. Zur Festlegung dieser Standards ist der "Nationale Kriterienkatalog" zugrundegelegt worden.

  • Die Raumausstattung ermöglicht ein hohes Maß an Selbständigkeit und bietet eine ansprechende Atmosphäre, in der sich die Kinder wohlfühlen können.
  • Die Tagesgestaltung zeichnet sich aus durch eine Balance von wiederkehrenden Elementen und einer notwendigen Flexibilität und Spontaneität. Es gibt gruppenbezogene und gruppenübergreifende Aktionen, in regelmäßigen Abständen Projektarbeit und eine Förderung des einzelnen Kindes.
  • Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten sind fester Bestandteil in der Planung des Tagesablaufs. Kindern wird die Möglichkeit geboten, ihre Mahlzeiten in ruhiger und kommunikativer Atmosphäre gemeinsam mit Erzieherinnen einzunehmen.
  • Die Gesundheitsförderung soll allen Kindern ein höheres Maß an selbstbestimmter Fürsorge für ihre Gesundheit ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit befähigen.
  • Individuelle Entspannungs-, Ruhe- und Schlafmöglichkeiten stehen jedem Kind zur Verfügung.
  • Die Sicherheit des Kindes ist bei allen Aktivitäten, zu jeder Zeit und in jeder Situation so gut wie möglich gewährleistet.
  • Es herrscht eine freundliche und offene Gesprächsatmosphäre, in der jedes Kind vielfältige Möglichkeiten zum gemeinsamen Kommunizieren und zur individuellen Beschäftigung mit Literatur vorfindet. Dabei wird die Sprachentwicklung jedes Kindes gezielt unterstützt. Mit der Methode "Hören, Lauschen, Lernen" werden im letzten Kindergartenjahr Entwicklungsdefizite gezielt aufgearbeitet.
  • Für Kinder mit fremder Muttersprache gibt es zusätzlich gezielte Angebote, die den Erwerb der deutschen Sprache intensiv unterstützen.
  • Eine interessante, zum Spielen anregende Umgebung ermöglicht ein ganzheitliches Spielen mit vielen unterschiedlichen Sinnesfahrungen. Jedes Kind wird angeregt zum eigenen Nachdenken über sich und die Welt. Es bekommt vielfältige Gelegenheiten zu lernen, um ein kindgerechtes "Weltwissen" durch Forschen, Erproben, Hören und Erfahren zu erlangen. Es wird unterstützt bei der Entwicklung eines mathematischen Verständnisses und bei der Entwicklung der Sprache. Dazu werden auch unterschiedliche Medien einbezogen.
  • Eine sexualpädagogische Aufgeschlossenheit trägt dazu bei, dass Fragen von Körperlichkeit und Entwicklung altersangemessen aufgegriffen werden können.
  • Die soziale und emotionale Entwicklung wird durch eine Atmosphäre der Sicherheit, des Vertrauens und Angenommenseins vielfältig unterstützt. Die Kindergruppe bietet ein soziales Lern- und Übungsfeld, in dem das Kind Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen kann. Gefühle werden ernst genommen, und die freundliche und einfühlsame Begleitung eines jeden Kindes ermöglicht die Einbindung in die Gemeinschaft und die Entwicklung eines Selbstbildes.
  • Alle Erzieherinnen und alle Kinder bewegen sich täglich vielfältig. Es finden regelmäßig angeleitete Bewegungsangebote - drinnen und draußen - statt.
  • Es stehen vielfältige Möglichkeiten für Fantasie- und Rollenspiele und für Bau- und Konstruktionsspiele zur Verfügung.
  • Täglich wird mit den Kindern gesungen. Regelmäßig wird das Singen von Musik- und/oder Rhythmusinstrumenten begleitet.
  • Durch das Entdecken und Ausprobieren eigener Gestaltungsideen und Improvisationen wird jedem Kind die Möglichkeit der Wahrnehmung seiner Vorstellungen, Bedürfnisse, Wünsche und Träume gegeben. Vielfältige musikalische, tänzerische und bildnerische Elemente werden in den Tagesablauf integriert. Die Erzieherin übernimmt durch einen kreativen Auftritt Mitverantwortung für die Entwicklung der Kreativität der Kinder.
  • Jedem Kind stehen ein anregendes Lernklima und Erfahrungsräume zur Verfügung, sodass mit allen Sinnen der Erkundungsfreude nachgegangen werden kann. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, mit Materialien aus Natur und Umgebung zu experimentieren, Beobachtungen in der Natur vorzunehmen und das Wissen von der Welt zu erweitern.
  • Interkulturelles Lernen führt zur Begegnung und zur aktiven, vorurteilsfreien Auseinandersetzung mit anderen Lebensweisen, Einstellungen und Religionen. Ziel dieses Lernens ist die Anerkennung und Wertschätzung von kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Kinder erleben sich miteinander als einen Teil dieser Welt und erfahren in einer positiven und bestärkenden Art und Weise, dass es neben "ihrer Welt" noch zahlreiche weitere "Welten" gibt. Interkulturalität soll dabei über Begegnung entdeckt und erfahrbar gemacht werden. Dazu werden in den nächsten Jahren Kontakte zu Kindern und Erwachsenen in anderen Ländern aufgebaut.
  • Jedes Kind mit einer Behinderung, das wir mit unseren Möglichkeiten unterstützen und begleiten können, ist willkommen. Voneinander Lernen bei aller Unterschiedlichkeit soll jedes Kind bereichern.
  • Jedes Kind bekommt die Gelegenheit zu einer Eingewöhnungsphase in die Tageseinrichtung, die individuell auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt wird.
  • "Vorbereitung auf die Schule" ist die konsequente Umsetzung aller Entwicklungsbereiche, die in den vorgenannten Standards enthalten sind. Jedes Kind wird dabei individuell in den Blick genommen und mit Stärken und Schwächen unterstützt und gefördert. In der Zusammenarbeit mit den Eltern und der Grundschule sollen unsere vielfältigen Angebote dazu dienen, eine ganzheitliche Förderung in allen Entwicklungsbereichen zu gewährleisten.

Zusammenarbeit mit Familien und Vernetzung mit Institutionen

An diesen Standards wollen sich die Tageseinrichtungen messen lassen. Eltern werden ausdrücklich ermutigt, Erzieherinnen anzusprechen, wenn sie beobachten, dass Handeln und Anspruch nicht übereinstimmen! Jeder Hinweis und jedes Gespräch tragen dazu bei, das pädagogische Handeln noch besser an den Kindern auszurichten!

Die Zusammenarbeit mit Familien ist ein wichtiges Anliegen. Das beginnt in den Einrichtungen mit der täglichen individuellen Begrüßung und Verabschiedung von Eltern und Kindern. Wünschen von Eltern an die Einrichtung soll z.B. durch die Abfrage von Bedarfen bei den Öffnungszeiten möglichst nachgekommen werden. Stärker aber ist das Konzept auf eine "Erziehungspartnerschaft" ausgerichtet, weil Eltern ernst genommen werden als Experten und als die ersten Erzieherinnen und Erzieher ihrer Kinder.

Deshalb ist der Anspruch an die pädagogische Arbeit und die Erreichung der Ziele nur mit Eltern gemeinsam erreichbar. Verbindlich wird dies z.B. bei der Sprachförderung durch einen gemeinsamen Kontrakt mit den Eltern zur gemeinsamen Umsetzung einer ganzheitlichen Sprachförderung gemacht. Beobachtungsmaterialien werden eingesetzt, die regelmäßigen halbjährlichen Elterngesprächen zugrunde liegen, z.B. zur Vorbereitung des Arztbesuches bei der "U8" oder "U9".

Jede städtische TEK ist vielfältig vernetzt. Die Erzieherinnen kennen sich im Stadtteil aus und kennen die vielfältigen Möglichkeiten, die über die Tageseinrichtung für Kinder hinaus zur Förderung und Unterstützung von Kindern zur Verfügung stehen. Es wird eine enge Zusammenarbeit mit den Grundschulen angestrebt mit dem Ziel, gemeinsame Grundsätze für die Zusammenarbeit zu entwickeln.

Herzliche Einladung!

Eltern sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit ihren Kindern in den Tageseinrichtungen vorbeizuschauen, um sich die Einrichtung anzusehen. Damit ausreichend Zeit für ein Kennen lernen ist, sollte vorher ein Termin vereinbart werden.

Endnoten

(1) Vgl. Ulrich Braun: Von der KES zum nationalen Kriterienkatalog. Qualitätsfeststellung und Qualitätsentwicklung in den städtischen Tageseinrichtungen für Kinder in Recklinghausen. In: http://www.kindergartenpaedagogik.de/949.html.

(2) Eine Broschüre mit der Darstellung der 5 Teilprojekte wird herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 11018 Berlin: http://www.bmfsfj.de. Redaktion dieser Broschüre: Staatsinstitut für Frühpädagogik, Prinzregentenstraße 24, 80538 München: http://www.ifp-bayern.de. Das Projekt hat eine Laufzeit von 2000 - 2003 und wird gefördert vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

(3) Vereinbarung zu den Grundsätzen über die Bildungsarbeit der Tageseinrichtungen für Kinder - Bildungsvereinbarung NRW - (Die Vereinbarung ist zum 01.08.2003 in Kraft getreten). Anlage zur Bildungsvereinbarung NRW "Handreichung zur Entwicklung träger- oder einrichtungsspezifischer Bildungskonzepte". Erfolgreich starten! Schulfähigkeitsprofil als Brücke zwischen Kindergarten und Grundschule. Hrsg. bzw. veröffentlicht sind diese Materialien vom Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen (MSJK). Weitere Informationen: http://www.bildungsportal.nrw.de

Autor

Ulrich Braun, Diplom-Pädagoge, ist Fachberater für Tageseinrichtungen für Kinder und stellvertretender Abteilungsleiter im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Recklinghausen (Stadt Recklinghausen, Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, 45655 Recklinghausen), Email: Ulrich.Braun@recklinghausen.de). Weitere Informationen unter http://www.u-braun.de